Situation am Kilauea spitzt sich zu – intensive Lavastromtätigkeit und erste Fontäne markiert Startphase der Episode 45.
In der Gipfelcaldera des Kilauea spitzt sich die Lage weiter zu: Die Vorläuferaktivität für die erwartete 45. Lavafontänen-Episode hält nicht nur an, sondern hat in den letzten Stunden deutlich zugenommen. Jüngste Beobachtungen belegen, dass aus dem südlichen Schlot im Halemaʻumaʻu erneut Lavaströme austraten, begleitet von einer aktuell wachsenden Lavafontäne ein Anzeichen dafür, dass die Lavafontänen-Episode Nr. 45 beginnt.
Bereits seit dem 20. April rechnen Fachleute mit dem Beginn der neuen Episode innerhalb weniger Tage. Prognosen deuten aktuell auf ein Zeitfenster zwischen dem 22. und 26. April hin, wobei insbesondere die frühen Termine als wahrscheinlich gelten. Die Entwicklung wird durch eine fortgesetzte Bodenaufblähung gestützt: Seit dem Ende der letzten Episode Anfang April hat sich der Gipfel messbar gehoben, ein klares Indiz für steigenden Magmadruck.
Auch visuell bleibt der Vulkan aktiv. Nächtliches Glühen in beiden Kratern sowie sporadische Lavafontänen und Flammenerscheinungen – vermutlich durch entzündete vulkanische Gase – unterstreichen die anhaltende Unruhe. Begleitend dazu wurden in den letzten 24 Stunden mehrere schwache Erdbeben registriert, die auf Bewegungen im Untergrund hinweisen.
Die Schwefeldioxid-Emissionen bewegen sich weiterhin auf moderatem Niveau, während in den Riftzonen keine auffälligen Veränderungen festgestellt wurden. Dies bestätigt, dass sich die Aktivität derzeit auf den Gipfelbereich konzentriert.
Insgesamt verdichten sich die Hinweise, dass eine neue Lavafontänen-Episode unmittelbar bevorsteht bzw. gerade dabei ist durchzustarten. Meiner Meinung nach ist der Punkt bereits überschritten, an dem die Eruption noch mal runterfahren kann. Das Hawaiian Volcano Observatory beobachtet die Entwicklung daher kontinuierlich, um mögliche Gefahren frühzeitig einzuschätzen.
Update 15:45 Uhr: Inzwischen ist die Episode 45 voll im Gange und die Lavafontäne aus dem Südkrater erreicht eine Höhe von ca. 300 m. Das HVO warnt vor Tephra in einer Höhe von 5000 m. Eine VONA-Warnung der VAAC Washington steht noch aus. Die Bodenverformung ist von Inflation (Hebung) auf Deflation (Absenkung) umgesprungen.
