Kilauea: Lavafontänen-Episode Nr 51 erreicht ihren Höhepunkt

Vulkanausbruch am Kilauea auf Hawaii: Episode 51 erreicht ihren Höhepunkt – Lavafontänen steigen fast 300 Meter hoch

Am Kilauea auf Hawaii setzte die lange erwartete Lavafontänen-Episode 51 nach einem starken Lavaüberlauf am Mittwochmorgen gegen 8.30 Uhr HST ein und erreichte im Laufe des Vormittags ihren Höhepunkt. Der Vulkan fördert bis zu 290 m hohe Lavafontänen, und große Mengen Lava überfluten den Halema’uma’u-Krater. Eine mehrere Kilometer hohe Eruptionswolke steigt in den Himmel und gefährdet den Flugverkehr.

Mit fast einer Woche Verspätung begann die eruptive Hauptphase. Sie war durch den Übergang eines domartig aufgewölbten Lavasprudels in eine Lavafontäne gekennzeichnet und setzte mit der Deflation des Gipfelbereichs sowie einem deutlichen Anstieg des vulkanischen Tremors ein. Beides sind typische Anzeichen dafür, dass Magma aus dem flachen Speichersystem zur Oberfläche aufsteigt. Bereits kurz nach Beginn der Eruptionshauptphase erreichten die Lavafontänen eine Höhe von 30 Metern. Innerhalb von zwei Stunden steigerten sie sich über 100, 150 und schließlich 200 Meter, bevor sie gegen 10.30 Uhr HST mit 950 Fuß (rund 290 Metern) ihren bisherigen Höchststand erreichten. Zu diesem Zeitpunkt lag die Förderrate bei etwa 300 Kubikmetern Lava pro Sekunde. Anders als bei einigen früheren Episoden blieb der südliche Schlot bislang inaktiv; die gesamte Eruption konzentriert sich auf den nördlichen Förderschlot.

Parallel zur zunehmenden Lavaförderung entwickelte sich eine mächtige Eruptionswolke. Wetterradar und Beobachtungen des Hawaiian Volcano Observatory zeigen, dass die Asche- und Gaswolke Höhen von etwa 5.500 Metern über dem Meeresspiegel erreicht. In den oberen Luftschichten wird sie nach Nordwesten verfrachtet, während bodennahe Winde vulkanische Gase und leichte Tephra überwiegend in südwestliche Richtung transportieren.

Auf den Livecams erkennt man, dass die Form der Lavafontäne an eine Tulpe erinnert: Aus dem Nordschlot schießt ein zweigeteilter, in entgegengesetzte Richtungen geneigter Lavajet, sodass die resultierende Lavafontäne weit gefächert ist, dafür aber nicht so hoch aufsteigt, wie es bei einem konzentrierten Strahl der Fall wäre. In der Frühphase der Eruption waren auch hitzebedingte Windhosen zu sehen.

Nach Angaben des Hawaiian Volcano Observatory bleibt der Auswurf von Tephra bislang weitgehend auf den gesperrten Bereich des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks beschränkt. Lediglich ein sehr leichter Niederschlag von Pele-Haaren – feinen, glasigen Vulkanfasern – wurde am Uēkahuna-Aussichtspunkt sowie am Kaʻū-Desert-Trail entlang des Highway 11 gemeldet. In der Ortschaft Pāhala wurde dagegen kein Aschen- oder Tephrafall beobachtet.

Ob Episode 51 ihren Höhepunkt bereits überschritten hat, ist derzeit noch unklar. Da der Tremor zwar seinen Maximalwert erreicht hat, die Lavaförderung jedoch zunächst weiter zunahm, könnte die Aktivität noch einige Zeit auf hohem Niveau anhalten, bevor die Fontänen allmählich zurückgehen. Bis dahin bietet der Kīlauea erneut ein eindrucksvolles Schauspiel, das den charakteristischen episodischen Rhythmus seiner aktuellen Gipfeleruption eindrucksvoll bestätigt.