Kilauea: Vulkanausbruch verspätet sich weiter

Vulkanausbruch am Kilauea: Lavafontänen-Episode 55 lässt weiter auf sich warten

Am Kilauea auf Hawaii lässt die erwartete Lavafontänen-Episode 55 weiter auf sich warten. Nachdem das Hawaiian Volcano Observatory (HVO) zunächst mit einem Beginn am 10. oder 11. September gerechnet hatte, wurde der Start zuletzt für den 11. September prognostiziert. Bis Freitagmorgen hatte die Eruption jedoch noch nicht richtig durchgestartet. Stattdessen setzte am Nordschlot des Halemaʻumaʻu-Kraters erneut eine Phase verstärkter Lavaüberläufe ein.

Diese Lavaüberläufe könnten verhindern, dass sich das entscheidende Quentchen Druck aufbaut, damit es zur Bildung einer Lavafontäne kommt. Stattdessen stagniert die Inflation und der Graph zur Bodenhebung bewegt sich seitwärts. Eine so lange Plateauphase vor einer Lavafontänen-Episode, die man an anderen Vulkanen als Paroxysmus bezeichnen würde, gab es seit Beginn der Eruption am 23. Dezember 2024 noch nicht.

Plateauphase der Bodenhebung a Tiltmeter gemessen. © HVO

Seit dem 7. September wurden insgesamt 69 solcher Überläufe registriert. Sie dauern zwischen wenigen Minuten und etwa zwei Stunden und sind von Pausen zwischen 15 Minuten und acht Stunden getrennt. Am 10. September war die Aktivität deutlich schwächer geworden: Die Überläufe waren kurz, träge und wurden nicht mehr von niedrigen, domartigen Lavafontänen gespeist. Am Freitag nahm die Intensität allerdings wieder zu. Mehrere Überläufe wurden von kleinen Domfontänen mit einer Höhe von 5 bis 10 Metern gespeist und erzeugten längere Lavaströme.

Entscheidend für den erwarteten Beginn der eigentlichen Fontänenepisode ist die Entwicklung der Bodendeformation. Nach mehreren Tagen nahezu unveränderter Messwerte setzte in der Nacht zum 11. September wieder eine langsame Inflation des Gipfelbereichs ein. Der Messwert am UWD-Neigungsmesser lag am Morgen bereits leicht über dem Niveau, bei dem Episode 54 am 25. August begonnen hatte. Damit haben sich die Voraussetzungen für einen erneuten Ausbruch deutlich verbessert.

Darüber hinaus wurden in den vergangenen 24 Stunden 21 kleine Erdbeben unterhalb des Gipfels registriert; das stärkste erreichte Magnitude 2,2. Zudem treten weiterhin regelmäßige Gas-Piston-Signale auf und es gibt ein schwaches Tremorsignal.

HVO hält deshalb einen Beginn von Episode 55 weiterhin für wahrscheinlich. Sollte die Inflation jedoch erneut stagnieren oder in Deflation übergehen, könnte sich der Start weiter verzögern.