Krasheninnikov: Lavaströme auch im September weiterhin aktiv

Krasheninnikov mit anhaltender Lavastromaktivität – hohe Thermalstrahlung detektiert

Am russischen Vulkan Krasheninnikov, der auf der Halbinsel Kamtschatka liegt, hält die effusive Eruption mit hoher Intensität an. Satellitendaten zeigen derzeit eine ausgeprägte thermische Anomalie an der Ostflanke des nördlichen Vulkankegels. Die starke Thermalstrahlung geht von einem mehrarmigen Lavastrom aus, der sich seit über einem Jahr über die Ostflanke ausbreitet und ein großes Lavafeld erzeugte. Aktuell fließt die Lava teilweise durch Tubes und tritt nur stellenweise zu Tage. Das satellitengestützte Überwachungssystem MODIS registrierte am Vortag eine thermische Leistung von 130 MW – ein deutliches Signal für größere Mengen an heißer, oberflächennaher Lava.

Auch das Kamtschatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) bestätigt die anhaltende effusive Aktivität. Demnach treten weiterhin Lavaströme am östlichen Hang des Nordkraters aus. Gleichzeitig wird aus dem Gipfelbereich neben einer kleineren thermischen Anomalie auch eine Dampf-Emission beobachtet. KVERT meldet die ganze Woche über thermische Anomalien. Der Warncode für den Flugverkehr steht auf Gelb. Obwohl derzeit keine größere explosive Aktivität gemeldet wird, besteht weiterhin die Gefahr von Explosionen, die Aschewolken bis auf 6 km Höhe fördern können. Besonders für niedrig fliegende Luftfahrzeuge kann der Vulkan damit eine Gefahr darstellen.

Der 1.856 m hohe Krasheninnikov liegt im östlichen Teil Kamtschatkas, ca. 13 km südlich des Kronozkoje-Sees. Der Vulkan besteht aus zwei ineinander geschachtelten Stratovulkanen innerhalb einer 9 × 10 km großen Caldera. Der nördliche und der südliche Kegel sitzen auf einer tektonisch vorgegebenen Nordost-Südwest-Störungszone. Das Gebiet gehört zum vulkanisch und seismisch hochaktiven Kurilen-Kamtschatka-Bogensystem.

Besondere Bedeutung besitzt die aktuelle Eruption, weil sie erstmals in historischer Zeit beobachtet wurde. Sie begann am 2. August 2025, wenige Tage nach dem schweren Kamtschatka-Erdbeben vom 30. Juli. Das Beben erreichte Mw 8,8 und ereignete sich offshore vor der Südostküste Kamtschatkas. Wissenschaftler vermuten, dass die Eruption durch das Erdbeben getriggert wurde.

Zu Beginn war die Eruption zunächst explosiv: Aschewolken stiegen bis 8–10 km auf, während sich gleichzeitig eine Spalte am Nordwesthang öffnete und zähflüssige Lava austrat. Inzwischen dominiert die effusive Tätigkeit.