Kreta: Starkes Erdbeben Mw 5,8 vor der Südostküste

Erdbeben vor der Südostküste von Kreta. © EMSC/Leaflet

Ein starkes Erdbeben Mw 5,8 erschüttert Südostküste von Kreta – Beben war deutlich spürbar

Datum: 24.04.2026 | Zeit: 03:18:54 UTC | Koordinaten: 34.984 ; 25.889 | Tiefe: 10 km | Mw 5,8

Ein deutlich spürbares Erdbeben hat am frühen Freitagmorgen die bei Touristen beliebte griechische Insel Kreta erschüttert. Nach ersten Angaben erreichte das Beben eine Magnitude von 5,8 und trat um 03:18 Uhr UTC (06:18 Uhr Ortszeit) auf. Das Epizentrum lag vor der Südostküste der Insel und wurde vom EMSC 14 Kilometer östlich der Stadt Ierápetra und etwa 78 Kilometer ostsüdöstlich von Heraklion verortet. Mit einer Herdtiefe von 10 Kilometern handelte es sich um ein relativ oberflächennahes Ereignis, das in der Region deutlich wahrgenommen wurde. Es gab bereits mehrere Nachbeben.

Bebenzeugen berichten einheitlich davon, dass viele Menschen aus dem Schlaf gerissen wurden. „Das Bett hat stark gewackelt“, schreibt ein Bewohner aus Ierápetra beim EMSC. Andere beschreiben das Beben als „sehr stark und ungewöhnlich lang“, mit einer Dauer von etwa 20 Sekunden. Für einige war es nach eigenen Angaben das erste Erdbeben dieser Stärke. Größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet, doch die Intensität reichte aus, um in Gebäuden deutliches Schwanken und Klirren von Gegenständen auszulösen. Außerdem ist mit kleineren Schäden an der Infrastruktur zu rechnen.

In den sozialen Medien wurden bis jetzt nur wenige Schadensbilder geteilt, die eingestürzte Mauern und Wände zeigen.  Ob sie echt sind bzw. vom aktuellen Beben stammen, ist noch nicht verifiziert.

Tektonisch liegt Kreta in einer der aktivsten Erdbebenzonen Europas, die vom Hellenischen Bogen dominiert wird. Dort schiebt sich die Afrikanische Platte unter die Ägäische Mikroplatte. Diese komplexe Plattengrenze führt regelmäßig zu Spannungsaufbau und Erdbeben, sowohl in größerer Tiefe als auch – wie in diesem Fall – in der oberen Erdkruste.

Das aktuelle Beben reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein, die die Region in den vergangenen Jahren erlebt hat. Besonders in Erinnerung ist das starke Erdbeben von 2021 geblieben, das mit einer Magnitude von 6,0 nahe Arkalochori auftrat und mittelstarke Schäden verursachte. Auch wenn das jetzige Beben etwas schwächer war und offshore lag, zeigt es erneut, wie aktiv die Region ist.

In der gleichen Region hatte es erst am 19. April ein Erdbeben der Magnitude 4,6 gegeben, das nun als Vorbeben des aktuellen Ereignisses interpretiert werden kann. Es zeigt, dass es größere Spannungen in der Erdkruste gibt, die noch nicht abgebaut sein könnten. Seismologen rechnen in den kommenden Tagen mit weiteren Nachbeben. Die Behörden beobachten die Lage aufmerksam, während die Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen ist.