
Schwaches Erdbeben am Laacher-See-Vulkan registriert – Geoforscher finden weitere Indizien für Fluidaufstieg
Südöstlich des Laacher-See-Vulkans in der Osteifel ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 1,1. Der Erdstoß trat bereits am Morgen des 7. Juni um 10:04:53 Uhr Ortszeit auf, wurde aber erst deutlich später beim EMSC angezeigt. Wahrscheinlich wurden die Messdaten zunächst manuell überprüft, bevor sie veröffentlicht wurden. Das Epizentrum wurde 17 Kilometer westlich von Koblenz lokalisiert, das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 11 Kilometern. Tatsächlich befand sich das Beben direkt unter dem Ort Kruft, rund drei Kilometer vom Laacher See entfernt.

Das Erdbeben passt in das Aktivitätsmuster der vergangenen Jahre und wurde vermutlich durch Spannungsabbau in der Erdkruste ausgelöst. Diese Spannungen stehen mit dem Aufstieg von Fluiden in Zusammenhang, die aus einem aktiven Magmenkörper unter dem Calderavulkan stammen. Der Laacher See wurde früher fälschlicherweise als Maar interpretiert. Allein diese Fehleinschätzung, die sich bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hielt, zeigt, wie schwierig es sein kann, Vulkane korrekt einzuordnen. Ebenso lange ging man davon aus, dass der Laacher-See-Vulkan wahrscheinlich erloschen sei. Studien der vergangenen Jahre belegen jedoch, dass dies nicht der Fall ist.
Achtung Spoiler: Die jüngste Studie des GFZ zum Vulkan, die Anfang des Monats veröffentlicht wurde und über die ich bereits einen Artikel vorbereitet habe, der Mitte August während meines Urlaubs erscheint, liefert weitere Hinweise auf den Aufstieg magmatischer Fluide entlang der Ochtendunger Störung. Diese Fluide verursacht die Reflexion von S-Wellen schwacher Erdbeben, wodurch eine Signalverdopplung entsteht. Dieses Phänomen wurde in den Erdbebendaten des Large-N-Experiments aus den Jahren 2022 und 2023 nachgewiesen.
Während des Experiments, bei dem das GFZ rund 500 mobile Seismometer einsetzte, wurden fast ebenso viele lokalisierbare Erdbeben registriert. Hinzu kam noch einmal etwa die gleiche Anzahl an Erschütterungen, deren Ursprung sich nicht präzise bestimmen ließ. Die hohe Zahl an Erdbeben, von denen offenbar nur ein kleiner Teil vom regulären seismischen Messnetz der Eifel erfasst wird, überraschte selbst die erfahrenen Geoforscher. Statistisch gesehen ereignen sich in der Osteifel durchschnittlich 2,7 schwache Erdbeben pro Tag – ein weiteres Indiz dafür, dass das Vulkanfeld alles andere als erloschen ist.