Starker Zyklon trifft Osten von Madagaskar – mindestens 31 Todesopfer in Hafenstadt Toamasina
Der Tropenzyklon „Gezani“ hat die ostmadagassische Hafenstadt Toamasina schwer verwüstet und eine humanitäre Krise ausgelöst. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, da viele Personen vermisst werden und Rettungskräfte noch immer in schwer zugänglichen Stadtteilen nach Vermissten suchen. Große Teile der Bevölkerung sind ohne Strom. Auch sauberes Trinkwasser und funktionierende Kommunikationsnetze sind Mangelware.
Nach ersten Schadensanalysen wurden rund drei Viertel der Infrastruktur von Toamasina zerstört oder stark beschädigt. Zahlreiche Wohnhäuser stürzten unter der Wucht der Orkanböen ein, ganze Straßenzüge wurden durch umherfliegende Trümmer verwüstet. Besonders hart traf es die Hafenanlagen Toamasinas, einen der wichtigsten Umschlagplätze des Landes. Es wurden Kaianlagen und Lagerhallen beschädigt. Blockierte Zufahrtsstraßen beeinträchtigen die Versorgungslage zusätzlich. Überschwemmungen und Sturmfluten setzten tiefer gelegene Viertel meterhoch unter Wasser und ließen Boote vor der Küste kentern. Es wurden Notunterkünfte eingerichtet und die Regierung bat um internationale Hilfe.
Meteorologisch betrachtet entwickelte sich „Gezani“ Anfang Februar über dem warmen Wasser des südwestlichen Indischen Ozeans. Aus einem tropischen Tiefdruckgebiet entstand innerhalb weniger Tage ein benannter Tropensturm, der sich unter für Stürme günstigen Bedingungen schnell verstärkte. Sehr hohe Meeresoberflächentemperaturen, bei geringer vertikaler Windscherung und eine gut ausgeprägte Zirkulation ermöglichten die Verstärkung zu einem intensiven tropischen Sturm, der bei den gemessenen Windgeschwindigkeiten von mehr als 170 Kilometern pro Stunde bereits als starker Zyklon der Kategorie 3 bezeichnet werden kann.
Der Landfall von „Gezani“ war bereits am 10. Februar. Die zerstörten Kommunikationswege der Region bedingten die recht langsame Verbreitung der Nachtschicht. Neben den extremen Winden führten starke Niederschläge zu großflächigen Überflutungen und erhöhter Erdrutschgefahr. Wetterdienste hatten den Sturm mehrere Tage lang beobachtet und Warnungen für die Ostküste Madagaskars herausgegeben. Dennoch zeigt das Ausmaß der Zerstörung, wie verwundbar die Region gegenüber immer intensiveren tropischen Wirbelstürmen bleibt.