Marapi: Vulkanausbruch mit Blitzen

Marapi erzeugt stärkeren explosiven Vulkanausbruch – vulkanische Blitze in der Eruptionswolke

Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats generierte der indonesische Vulkan Marapi eine stärkere explosive Eruption, bei der nicht nur eine kilometerhohe Aschewolke aufstieg, sondern auch rotglühende Tephra mehrere hundert Meter hoch in die Luft geschleudert wurde. Die Eruption war so kräftig, dass erneut ein vulkanisches Gewitter mit mehreren Blitzen in der Eruptionswolke entstand. Hier die Details der Beobachtungen.

Am veröffentlichte Das VAAC Darwin veröffentlichte am 15. März 2026 um 07:00 UTC eine VONA-Meldung zu einer Eruption des Mount Marapi auf Sumatra. Der Meldung zufolge stieg Vulkanasche bis Flugfläche FL220 (etwa 6,7 km Höhe) auf. Die Asche driftete mit einer Geschwindigkeit von ca. 19 km/h nach Nordosten, bevor sie laut Satellitendaten des Himawari‑9 nicht mehr eindeutig identifiziert werden konnte.

Die Vulkanbeobachter des Observatoriums am Marapi berichten von einer explosiven Eruption am späten Abend des 14. März Ortszeit. Sie hörten einen lauten Knall, gefolgt von einer mehrere Minuten andauernden Aktivitätsphase mit Auswurf glühenden Materials. Die Eruption erzeugte ein seismisches Signal von 201 Sekunden und führte in einigen Ortschaften am Fuß des Vulkans zu leichtem Ascheregen.

Vulkanischer Blitz

Auf Livekameraaufnahmen war eine eindrucksvolle Szene in schlechter Bildqualität zu erkennen. Aus dem Gipfelkrater stieg eine mehrere hundert Meter hohe Eruptionssäule aus glühender Tephra auf, die über den Kraterrand hinausgeschleudert wurde. Kurzzeitig bildete sich über der Eruptionssäule zudem ein vulkanisches Gewitter: Mehrere Blitze zuckten innerhalb der Aschewolke auf – ein Phänomen, das entsteht, wenn Partikel aus Asche und Gesteinsfragmenten durch Reibung elektrische Ladungen aufbauen.

Die seismischen Daten des Marapi sind weitestgehend unauffällig und liefern keine Hinweise auf eine weitere Verstärkung der Aktivität. Dennoch scheint sich im Fördersystem immer wieder großer Druck aufzubauen, der zu den Explosionen führt. Vermutlich sind die tiefen Magma-Aufstiegswege frei und im Schlotbereich kommt es zu Blockaden, so dass sich hoher Druck aufbaut und es zu explosiven Schloträumern kommt, die nicht zu prognostizieren sind.

Der Mount Marapi gehört zu den aktivsten Vulkanen Sumatras und zeigt seit Jahren wiederkehrende kurze, explosive Eruptionen. Diese entstehen typischerweise durch das plötzliche Entweichen gasreicher Magmen im oberflächennahen Fördersystem. Die Aktivität des Vulkans wird vom indonesischen Vulkanologiedienst weiterhin genau überwacht. Für das Gebiet um den Krater gilt weiterhin eine Sperrzone von etwa drei Kilometern, die von der Bevölkerung nicht betreten werden soll.