Vulkanausbruch am Mayon geht weiter: Neue strombolianische Phase beobachtet
Der philippinische Vulkan Mayon zeigt seit Beginn des Jahres erhöhte Aktivität, die seit nunmehr 66 Tagen anhält und ohne große Schwankungen Lava fördert. Sie akkumuliert sich am Dom im Krater des fast perfekt kegelförmigen Stratovulkans auf den Philippinen Von den Lavafronten und vom Dom gehen häufig Felsstürze und gelegentlich pyroklastische Dichteströme ab, die bis jetzt keine Infrastruktur zerstörten. Gestern wurde zudem erneut eine Phase strombolianischer Explosionen am Dom beobachtet.

Thermalaufnahmen dokumentierten am frühen Morgen des 12. März um 04:20 Uhr einen kurzzeitigen, aber intensiven explosiven Ausbruch. Aus dem Gipfelkrater schoss eine glühende Lavafontäne empor, die teils glühende Tephra auf die oberen Flanken des Vulkans schleuderte. Diese gingen vor allem an den südwestlichen und östlichen Hängen innerhalb eines Radius von etwa einem Kilometer um den Krater nieder. Gleichzeitig stieg eine rund 1500 Meter hohe Aschewolke auf, die vom Wind nach Ost-Nordosten verdriftet wurde.
Die aktuelle Eruptionsphase wird allerdings vor allem durch effusive Aktivität geprägt. Mehrere Lavaströme fließen durch die tief eingeschnittenen Schluchten an den Flanken des Vulkans. Besonders aktiv sind derzeit die Rinnen Basud, Bonga und Mi-isi, in denen die Lava bis zu 3,8 Kilometer talwärts vordringt. Begleitet wird dies nicht nur von episodischer strombolianischer Aktivität mit kleineren Explosionen, sondern auch von Abgängen pyroklastischer Ströme.
Die geophysikalischen Messdaten bestätigen die erhöhte Aktivität. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Überwachungsstationen 253 vulkanische Erdbeben sowie fast 300 Felsstürze. Acht Signale wurden als pyroklastische Dichteströme interpretiert. Gleichzeitig erreicht der Schwefeldioxid-Ausstoß derzeit etwa 2466 Tonnen pro Tag – ein Hinweis auf anhaltenden Magmanachschub im Fördersystem des Vulkans. Messungen der Bodenverformung zeigen zudem eine leichte Aufblähung des Vulkangebäudes.
Die Behörden halten daher weiterhin Alarmstufe 3 aufrecht. Das Betreten der permanenten Gefahrenzone in einem Radius von sechs Kilometern um den Krater bleibt strikt untersagt. In diesem Bereich drohen Lavafontänen, herabfallende Gesteinsblöcke, pyroklastische Ströme und bei starken Regenfällen auch Lahare. Auch der Flugverkehr in unmittelbarer Nähe des Vulkans wird weiterhin eingeschränkt.
Ob sich die Aktivität in den kommenden Wochen abschwächt oder in eine stärkere explosive Phase übergeht, bleibt derzeit offen. Die Überwachung des Mayon läuft rund um die Uhr.