Mayon: Weitere Phase strombolianischer Eruptionen

Der Vulkanausbruch am Mayon geht weiter – weitere strombolianische Phase beobachtet

Der Vulkanausbruch am Mayon hält nun seit 56 Tagen an und wird in erster Linie durch effusive Aktivität geprägt: Im Krater sammelt sich ein Lavadom, der an zwei Stellen überfließt und Lavaströme bildet, die durch Schluchten fließen. Von den Lavafronten brechen Lavapakete ab, die entweder Schuttlawinen oder sogar pyroklastische Ströme generieren. In der vergangenen Nacht brachte sich jedoch eine seltene explosive Komponente in die Eruption ein, die in Form strombolianischer Ausbrüche auftrat.

eruption
Mayon

Es war die zweite bestätigte strombolianische Ausbruchsphase innerhalb einer Woche. Hinzu kamen gelegentliche Ascheemissionen. Strombolianische Eruptionen sind auch an dombildenden Vulkanen kein völliges Novum und wurden bereits an anderen Vulkanen wie dem Karangetang auf Siau (Indonesien) beobachtet.

Neben den strombolianischen Eruptionen hält die Domaktivität des Mayon weiter an. Es kommt zu einer kontinuierlichen Lavaförderung mit aktiven Lavaströmen, wobei die Lavafronten in den letzten zwei Wochen mehr oder weniger stationär sind: Der Lavastrom in der Basud-Rinne erreicht eine Länge von etwa 3,8 Kilometern, jener in der Bonga-Rinne etwa 2,6 Kilometer und in der Mi-isi-Rinne rund 1,3 Kilometer.

Die seismische Überwachung registrierte in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 25 vulkanotektonische Erdbeben. Zusätzlich wurden 392 Steinschlagsignale sowie 18 Signale pyroklastischer Dichteströme aufgezeichnet.

Visuelle Beobachtungen zeigen ein mäßig starkes Kraterglühen, das mit bloßem Auge erkennbar ist. Dampfwolken steigen bis etwa 200 Meter über den Krater auf. Die Emission wird als moderat eingestuft, die Wolke driftet in südwestliche Richtung ab.

Der Schwefeldioxid-Ausstoß wurde gestern mit 2.327 Tonnen pro Tag gemessen, was auf eine anhaltende magmatische Aktivität hinweist. Zudem zeigen die Messdaten zur Bodendeformation, dass das Vulkangebäude weiterhin aufgebläht ist.

Angesichts der aktuellen Aktivität wird dringend darauf hingewiesen, dass das Betreten der permanenten Gefahrenzone im Umkreis von sechs Kilometern strikt untersagt ist. Ebenso dürfen keine Luftfahrzeuge in unmittelbarer Nähe des Vulkans operieren.