Pyroklastische Ströme und Schuttlawinen am Merapi verursachen leichte morphologische Veränderungen am Lavadom
In Indonesien bleibt der Merapi aktiv und baut weiter an seinem Lavadom. Anders als am Mayon bilden sich am Merapi keine längeren Lavaströme. Dennoch kommt es zu Abgängen glühender Schuttlawinen und pyroklastischer Ströme. Zuletzt entstand am 1. Mai ein pyroklastischer Strom, während Schuttlawinen wesentlich häufiger auftreten. Erst gestern Nacht wurde eine besonders beeindruckende Schuttlawine mithilfe der Afar-TV-Webcam dokumentiert. Glühende Lavablöcke erreichten sogar die Vegetationszone.
Die im Foto gezeigte Schuttlawine war zwar besonders groß, aber bei weitem nicht die einzige Das seismische Netzwerk des VSI zeichnete innerhalb von 24 Stunden 163 seismische Signale auf, die von Steinschlägen und Schuttlawinen verursacht wurden. eine überdurchschnittlich hohe Anzahl. Darüber hinaus zeugten 64 Hybridbeben von anhaltendem Magmenaufstieg.
Im jüngsten Wochenbericht der indonesischen Vulkanbehörde wird die Aktivität des Vulkans im Beobachtungszeitraum vom 24. bis 30. April zusammengefasst. Während die Sichtbedingungen überwiegend günstig waren, blieb der Vulkan kontinuierlich aktiv. Der Merapi entgaste dabei fortlaufend eine Dampfwolke, die bis zu 425 Meter hoch aufstieg.
Im Verlauf der Woche wurden fünf pyroklastische Ströme registriert, die eine maximale Reichweite von 1,5 Kilometern erreichten. Diese heißen Lawinen aus Gas, Vulkanasche und Lavablöcken bewegten sich vor allem in Richtung der Schluchten Boyong und Sat/Putih. Größere pyroklastische Ströme stellen eine erhebliche Gefahr für die Bewohner der Vulkanregion dar.
Die Schuttlawinentätigkeit war hoch: Insgesamt wurden über 200 Ereignisse gezählt, insbesondere in Richtung der Schluchten Krasak und Sat/Putih. Diese erreichten Distanzen von bis zu zwei Kilometern. Solche Abgänge sind typisch für den aktuellen Zustand des Vulkans, bei dem sich Lavamassen am Dom ansammeln, instabil werden und abbrechen.
Die seismische Aktivität lag unter dem Niveau der Vorwoche, wobei über 1.500 seismische Signale unterschiedlicher Typen registriert wurden. Trotz dieser hohen Zahl bewerten die Vulkanologen die Entwicklung als leicht rückläufig.
Der südwestliche Dom weist ein geschätztes Volumen von rund 4,04 Millionen Kubikmetern auf, während der zentrale Dom etwa 2,37 Millionen Kubikmeter umfasst. Während am zentralen Dom keine Veränderungen festgestellt wurden, zeigen Analysen am südwestlichen Dom leichte morphologische Anpassungen. Diese stehen im Zusammenhang mit den wiederholten Lavaabgängen, die Material abtragen und den Dom kontinuierlich umformen.
Eine signifikante Bodendeformation wurde nicht nachgewiesen. Zusammen mit den anderen Daten deutet dies darauf hin, dass ein Gleichgewicht zwischen Magmenaufstieg und -austritt am Dom infolge der anhaltenden effusiven Eruption besteht. Ein Ende dieser Aktivität ist derzeit nicht in Sicht. Fluktuationen sind normal und beinhalten sowohl stärkere als auch schwächere Eruptionsphasen.
