Merapi: Zwei weitere Abgänge pyroklastischer Ströme

Merapi generiert erneut pyroklastische Ströme – Südwest-Lavadom wächst weiter

Am indonesischen Vulkan Merapi hält die erhöhte Aktivität weiter an, die auf ein gesteigertes Domwachstum zurückzuführen ist. Inzwischen werden fast täglich Abgänge pyroklastischer Dichteströme gemeldet, die durch kleinere Kollapsereignisse am Lavadom entstehen. Nachdem bereits am Sonntag ein pyroklastischer registriert worden war, ging auch am Montagmorgen eine Glutlawine vom Gipfelbereich ab. Die Behörden warnen davor, dass der Magmanachschub unter dem Vulkan weiterhin anhält und jederzeit weitere Abgänge möglich sind.

Nach Angaben der indonesischen Vulkanüberwachung (Badan Geologi) ereignete sich der jüngste pyroklastische Strom heute Morgen um 08:28 Uhr Ortszeit. Er bewegte sich rund 1.700 Meter weit in südwestlicher Richtung in das Oberlaufgebiet des Kali Krasak. Das vom Abgang erzeugte seismische Signal erreichte eine maximale Amplitude von 32,92 mm und dauerte 103,55 Sekunden. Die Bevölkerung wurde erneut aufgefordert, die Gefahrenzonen und Flusstäler am Merapi konsequent zu meiden.

Merapi

Bereits am 5. Juli war ein pyroklastischer Strom aufgezeichnet worden. Dieser erzeugte ein seismisches Signal mit 46 mm Amplitude und einer Dauer von 121,86 Sekunden. Zusätzlich beobachteten die Vulkanologen acht Lavalawinenabgänge in Richtung des Kali Sat/Putih, die Entfernungen von bis zu 2 Kilometern erreichten. Nachts erzeugen sie spektakuläre Glutspuren. Die meisten pyroklastischen Ströme gehen aus besonders große Schutlawinen hervor.

Der aktuelle Wochenbericht zeigt, dass die Aktivität des Merapi insgesamt auf hohem Niveau verharrt. Während der vergangenen Woche wurden vier pyroklastische Ströme, 156 Lavaabgänge, 42 flache vulkanotektonsiche

Erdbeben, 543 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben, 900 Steinschlagbeben, ein Niederfrequenzbeben sowie 14 tektonische Erdbeben registriert. Die Zahl der Erdbeben lag damit höher als in der Vorwoche. Eine signifikante Bodendeformation blieb jedoch aus.

Eine Drohnenbefliegung des Gipfels vom 29. Juni ergab, dass der Südwest-Lavadom sein Volumen innerhalb einer Woche um etwa 1.600 Kubikmeter vergrößerte und nun 4.013.500 Kubikmeter umfasst. Der zentrale Lavadom blieb dagegen mit 2.368.800 Kubikmetern praktisch unverändert. Die Oberflächentemperaturen beider Dome wurden mit jeweils 243 °C gemessen und zeigten gegenüber der vorherigen Messungen keine Veränderungen.

Das anhaltende Domwachstum im Südwesten des Kraters und die zahlreichen Abgänge glühender Schuttlawinen und pyroklastischer Ströme sprechen dafür, dass der Merapi weiterhin kontinuierlich mit frischem Magma versorgt wird. Die indonesischen Behörden warnen daher unverändert vor den Vulkangefahren. Als besonders gefährdet gelten die Flusstäler an der Süd- und Südwestflanke, wo pyroklastische Ströme Reichweiten von bis zu 7 Kilometern erreichen können. Auch bei starken Regenfällen besteht weiterhin die Gefahr von Laharen in den vom Merapi ausgehenden Flussläufen.