Mount Kupreanof: Bodenhebung und Erdbeben detektiert

Magmatische Unruhe unter Alaskas kaum erforschtem Gletschervulkan Mount Kupreanof nimmt zu

Der auf der amerikanischen Alaska-Halbinsel gelegene Vulkan Mount Kupreanof ist weiterhin unruhig. Nach Angaben des Alaska Volcano Observatory (AVO) wurden in der vergangenen Woche zum wiederholten Male zahlreiche schwache Erdbeben sowie Schwefeldioxid-Emissionen registriert. Zusätzlich detektierten InSAR-Messungen Bodenhebungen. Die Beobachtungen stützen die Einschätzung der Vulkanologen, dass sich unter dem stark vergletscherten Stratovulkan eine oberflächennahe magmatische Intrusion entwickelt.

Die stärksten Erdbeben der vergangenen Woche ereigneten sich am 10. Juli und erreichten Magnituden von 1,9 und 2,5. Darüber hinaus wurden mehrere niederfrequente Erdbeben in Tiefen von mehr als 20 Kilometern unter dem Meeresspiegel aufgezeichnet. Solche Signale entstehen häufig, wenn Magma oder Fluide im Untergrund aufsteigen. Ergänzt werden diese Beobachtungen durch Schwefeldioxid-Emissionen, die am 7. und 8. Juli mithilfe von Satelliten nachgewiesen wurden. Das Gas gilt als wichtiger Hinweis darauf, dass frisches Magma entgast und relativ hoch im Fördersystem steht.

Das AVO berichtet bereits seit einigen Wochen immer wieder über die sich steigernde Unruhe am Vulkan, der lange Zeit für inaktiv gehalten wurde und daher über kein eigenes Monitoringsystem verfügt. Das nächstgelegene Seismometer befindet sich 27 Kilometer östlich am Vulkan Mount Veniaminof. Inzwischen wird die vermutete Intrusion durch satellitengestützte Radarmessungen (InSAR) bestätigt, die eine Bodenverformung im Bereich des Vulkans nachweisen. Solche Hebungen oder Deformationen entstehen, wenn sich Magma in der Erdkruste ansammelt.

Der 1.895 Meter hohe Mount Kupreanof zählt zu den am wenigsten erforschten Vulkanen Alaskas. Historische Eruptionen sind nicht bekannt, lediglich ein vermutlich holozäner Block-und-Aschenstrom oder Schuttstrom wurde südlich des Vulkans kartiert. Sollte es zu einem Ausbruch kommen, wären aufgrund der mächtigen Vergletscherung des Vulkans phreatomagmatische Explosionen, Gletscherfluten und Lahare möglich. Aschewolken könnten zudem den Flugverkehr über der Alaska-Halbinsel sowie Siedlungen im Lee des Vulkans beeinträchtigen.