Vulkanausbruch am Piton Fournaise ist beendet – Tremor nicht mehr nachweisbar
Nach 40 Tagen ununterbrochener Aktivität endete der Vulkanausbruch des Piton Fournaise am Nachmittag des 25. März 2026. Das seismische Netzwerk des OVPF registrierte gegen 15:00 Uhr Ortszeit einen plötzlichen Abfall der Tremoramplitude. Bereits 90 Minuten später war das vulkanische Zittern komplett aus den Aufzeichnungen verschwunden und der Förderschlot in 2056 m Höhe stellte seine Aktivität komplett ein.

In den folgenden Stunden gab es noch Lavabewegungen entlang des südlichen Lavafelds, als Restschmelze abfloss, doch inzwischen sind alle Lavafronten zum Stillstand gekommen und auch der Ocean Entry stellte seine Aktivität ein. Dennoch halten die Vulkanologen ihre Warnung aufrecht, die neu entstandene Lavaplattform nicht zu betreten, da die Brandung diese unterspült und mit Kollapserscheinungen gerechnet werden muss.
Das Ende der Eruption kam ziemlich plötzlich, doch Kenner des Vulkans rechneten bereits mit einem baldigen Ende, als der Tremor am letzten Wochenende noch einmal kräftig stieg und erneut Lavafontänen aus dem Kraterkegel übersprudelten: Solche eine Aktivitätssteigerung während eines fortgeschrittenen Eruptionsverlaufs in Verbindung mit Gasschüben (Gaspistons) ist ein typisches Verhalten für den Piton Fournaise in der Endphase einer Eruption.
Nach Einschätzung der Vulkanologen bleibt zur weiteren Entwicklung der Situation jede Möglichkeit offen. Sie halten sowohl ein endgültiges Ende als auch eine erneute Aktivität, sei es am selben oder an einem anderen Ort, für möglich. Pausierende Eruptionsverläufe wurden in der Vergangenheit bereits beobachtet, etwa beim Ausbruch von August bis Oktober 2015, als es nach einer Ruhephase plötzlich wieder zum Aufleben der Aktivität kam. Dafür könnte sprechen, dass es bis kurz vor der Verstärkung der Aktivität am letzten Wochenende noch Inflation gab und noch Restschmelze im Magmenkörper vorhanden sein könnte.
Die neu gebildeten Lavafelder auf der Vulkanflanke und das Lavadelta an der Küste sind weiterhin heiß und es kommt besonders nach Niederschlägen zu starken Dampfentwicklungen. Am Krater gibt es anhaltende Entgasungen und fumarolische Tätigkeit.