Vulkanausbruch am Piton Fournaise hält an – Lavastrom weniger als 3 Kilometer von Küstenstraße entfernt
Die Eruption am Piton de la Fournaise hält weiter an, hatte aber bereits gestern Nachmittag deutlich an Schwung verloren Von den anfänglich 4 Eruptionsspalten ist nur noch die Spalte 4 aktiv, doch die Förderrate ist groß genug, um einen Lavastrom zu speisen, der im Grand Brûlé unterwegs ist. Etwas, das bereits seit mehreren Jahren nicht mehr vorkam.
Die aktive Spalte befindet sich nahe Piton Morgabim an der südöstlichen Flanke des Kraterkegels in der Caldera Enclose Fouque. Von dort ergießen sich Lavaströme hangabwärts und mindestens ein Strom ist über die steilen Grandes Pentes in den Grand Brûlé geflossen. Der Hang liegt bereits im mittleren Höhenbereich des Schildvulkans und fällt zur Küstenebene ab. Grand Brûlé wurde immer wieder von Lavaströmen heimgesucht, was der Hand seinen Namen bescherte: „Grand Brûlé“ bedeutet übersetzt „das Große Verbrannte“.
Nachdem sich die Lava am frühen Abend des 13. Februar zunächst rasch ausbreitete, verlangsamte sich ihr Vorrücken deutlich. Über Nacht legte die Lavafront nur noch 300 Meter zurück. Am Morgen befand sie sich noch etwa drei Kilometer von der RN2 entfernt.
Die geophysikalischen Parameter deuten auf eine gewisse Stabilisierung der Eruption hin. Die Amplitude des Tremors hat sich seit Beginn der Eruption etwa halbiert und blieb zuletzt relativ konstant. Die anhand von Satellitendaten ermittelten Lavaabflussraten schwankten in der Nacht zwischen 2 und 19 Kubikmetern pro Sekunde, mit einem kurzzeitigen Maximum von 33 Kubikmetern pro Sekunde. Witterungsbedingungen wie Bewölkung können diese Werte beeinflussen.
Die Witterungsbedingungen geben den Blick auf das Geschehen nur zeitweise frei, da immer wieder Wolken die Livecamsicht beeinträchtigen. Es lässt sich erahnen, dass der Lavastrom weiterhin auf dem Hang unterwegs ist.
Trotz der derzeit ruhigeren Phase mit kontinuierlichem Lavafluss, bleibt die Situation dynamisch. Anhaltende seismische Aktivität zeigt, dass weiterhin Magma im System in Bewegung ist. Neue Spaltenöffnungen – möglicherweise weiter hangabwärts – können daher nicht ausgeschlossen werden. Das Observatoire Volcanologique du Piton de la Fournaise überwacht den Vulkan rund um die Uhr; die Alarmstufe bleibt bei „Alarm 2-1“.
Rückblickend fügt sich die aktuelle Eruption in eine seit November 2025 andauernde Reaktivierungsphase ein. Zunehmende Seismizität, Inflation des Vulkangebäudes und mehrere magmatische Intrusionen hatten den Druckaufbau im oberflächennahen Reservoir angezeigt. Nach einem Ausbruch vom 18. bis 20. Januar folgte am 13. Februar schon der erneute Ausbruch. Zwischen Beginn der Erdbebenkrise und dem Öffnen der ersten Spalte lagen nur rund 35 Minuten.
