Totgesagte leben länger: Vulkanausbruch am Piton Fournaise geht am 3. Tag nach Pause weiter
Der Vulkanausbruch am Piton Fournaise geht auch am 3. Tag nach seiner Pause weiter. Diese dauerte vom 25. bis zum 28. März. Die Lava floss gestern im oberen Bereich des Vulkans überwiegend durch unterirdische Tunnel und trat am Hang des Grand Pentes zutage. Heute schwächte sich die Lavaförderrate aber wieder ab und es floss nur wenig Lava an der Oberfläche.
Seit der Reaktivierung der Eruption am 28. März speiste der Schlot im Schlackenkegel auf 2056 m Höhe wieder den Lavastrom des südlichen Lavafelds, während der Nordstrom inaktiv blieb. Die Förderrate blieb aber deutlich hinter jener in der Hauptphase der Eruption vor der Pause zurück. Die Aktivität konzentrierte sich somit auf das bereits bekannte Fördersystem, neue Spalten öffneten sich nicht.
In den frühen Morgenstunden des 29. März bestätigten Messdaten eine Zunahme des Tremors, der mit der Bewegung von Magma zusammenhängt. Gleichzeitig registrierten die Instrumente eine leichte Inflation des Vulkangebäudes, was als ein Hinweis darauf gilt, dass frisches Magma aus der Tiefe aufstieg. Die sichtbare Aktivität an der Oberfläche blieb begrenzt: Nur der südliche Lavastrom wurde gespeist, der sich vor allem durch bestehende Lavatunnel bewegte. Dadurch war an der Oberfläche nur wenig Lava zu beobachten, obwohl im Untergrund weiterhin Material transportiert wurde. Zeitweise bestand die Möglichkeit, dass Lava erneut ins Meer gelangt, was sich bis jetzt aber nicht bestätigte.
Bereits heute kam es zu einer Abschwächung der Tätigkeit. Der Tremor ging spürbar zurück, was auf eine sinkende Förderrate hindeutet. Auch an der Oberfläche war kaum noch Aktivität zu erkennen: Lavafontänen blieben weitgehend aus, und die Lavaströme wurden nur noch schwach versorgt. Die seismische Aktivität blieb niedrig, und es wurden keine nennenswerten Bodenverformungen mehr registriert – ein Zeichen dafür, dass der Nachschub aus der Tiefe weitgehend versiegt ist.
Ob die Eruption in Kürze vollständig endet oder sich in einer neuen Phase erneut verstärken wird, bleibt vorerst offen.