Popocatépetl eruptiert Vulkanasche auf FL 200 – intensives Kraterglühen beobachtet
Der Vulkan Popocatépetl liegt südöstlich der mexikanischen Hauptstadt und dominiert an klaren Tagen das Stadtbild. Der Vulkan zeigt weiterhin Aktivität, auch wenn sie nicht mehr so stark ist, wie es noch vor 2 Jahren der Fall gewesen war, als der Vulkan hier ständig in den Schlagzeilen stand. Ein aktuelles VAAC-Washington-Advisory meldet eine neue Ascheemission, deren Wolke sich bis in 20.000 Fuß Höhe (FL200) erstreckt und südwärts mit etwa 15 Knoten driftet. Im metrischen System ergibt das eine Höhe von gut 6100 m bei einer Windgeschwindigkeit von 28 km/h. Zudem erkennt man auf den Livecams intensives Kraterglühen in Form rot illuminierter Dampfwolken.
In den letzten 24 Stunden registrierte das für die Vulkanbeobachtung zuständige Institut CENAPRED zehn Exhalationen sowie ein vulkanotektonisches Erdbeben der Magnitude 1,1, das sich um 01:36 Uhr ereignete. Tremor mit einer Gesamtdauer von 126 Minuten wurde nur am Sonntag aufgezeichnet. Er begleitete 18 Exhalationen. Die Frage ist, wann die Vulkanologen zwischen Eruption und Exhalation unterscheiden, denn einige Eruptionswolken bestehen überwiegend aus Vulkanasche und erreichen Höhen von mehreren Hundert Metern über dem Krater. Meiner Meinung nach kann man getrost von Eruptionen sprechen, sobald die Asche so konzentriert ist, dass sie VONA-Warnungen auslöst, wie es am Popocatepetl immer wieder der Fall ist.
Die Rotglut am Krater zeugt davon, dass glühendes Magma hoch im Fördersystem steht. Zuletzt wuchs ein kleiner Lavadom am Grund des Kraters.
Die Warnstufe verbleibt in der gelben Phase 2, was auf anhaltende Aktivität und mögliche explosive Episoden hinweist. Das nationale Katastropheninstitut CENAPRED mahnt eindringlich, den Gipfel nicht zu besteigen, da jederzeit Explosionen mit glühenden Gesteinsfragmenten auftreten können. Eine Sperrzone von zwölf Kilometern rund um den Krater bleibt strikt einzuhalten.
Der Stratovulkan gehört zum Transmexikanischen Vulkangürtel und entsteht durch Subduktion der Cocos-Platte unter die Nordamerikanische Platte. Seine nahezu perfekte Kegelform erhebt sich auf 5.426 Meter und dominiert die Landschaft zwischen Puebla und dem Bundesstaat México.
