Puracé: Vulkanasche bis auf 5500 m Höhe eruptiert

Aktuelle Aktivität am Vulkan Puracé – Vulkanasche in 5500 m Höhe

Am kolumbianischen Vulkan Puracé gab es heute Nacht erneut Eruptionen bei denen Vulkanasche ausgestoßen wurde. Eine vom VAAC Washington veröffentlichte VONA-Meldung weist auf eine Ascheemission am 16. März 2026 gegen 05:20 UTC hin. Satellitendaten des Wettersatelliten GOES-19 zeigen, dass eine Aschewolke bis in 5500 Meter Höhe über dem Meeresspiegel (Flugfläche FL180) aufstieg und anschließend mit rund 37 km/h nach Südosten driftete. Auch einige Stunden zuvor gab es erste VONA-Meldungen.

Diese Beobachtung passt in das Bild einer anhaltenden Aktivitätsphase, die derzeit vom Servicio Geológico Colombiano (SGC) überwacht wird und von den Vulkanologen als schwach bis moderat eingestuft wird. Im Wochenbericht für den Zeitraum 3.–9. März 2026 beschreibt der SGC eine erhöhte seismische Aktivität, die seismisch durch langperiodische Erdbeben und vulkanischen Tremor geprägt ist. Solche Signale stehen typischerweise mit der Bewegung magmatischer Fluide im Inneren des Vulkans in Verbindung. Die meisten dieser Ereignisse ereigneten sich weniger als einen Kilometer unter dem Gipfelkrater des Puracé.

Parallel zur Seismsizität wurden kontinuierliche Gasemissionen beobachtet, eine maximale Höhe von etwa 800 m über dem Gipfel erreichten und anschließend vom Wind verweht wurden. Zusätzlich registrierten die Messstationen weiterhin Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂) sowie Gasaustritte aus Spalten der benachbarten Krater der Vulkane Curiquinga und Piocollo innerhalb des Vulkansystems in der Vulkankette Los Coconucos.

Die seismische Aktivität durch Gesteinsbrüche blieb dagegen relativ gering und konzentrierte sich hauptsächlich in 1–3 km Tiefe zwischen den Vulkanen Puracé und Piocollo. Satellitenmessungen zeigen weiterhin eine schwache thermische Anomalie im Kraterbereich, während geodätische Daten eine langsame Bodendeformation zwischen Puracé, Piocollo und Curiquinga anzeigen. Diese Veränderungen werden als Folge der magmatischen Prozesse interpretiert, die bereits nach der Eruption des Curiquinga im Januar 2025 festgestellt wurden.

Der kolumbianische Geologische Dienst hält deshalb die Warnstufe Gelb aufrecht. In diesem Stadium können sporadische Ascheemissionen, kleinere Explosionen, verstärkte Entgasung und lokale Lahare auftreten. Die Bevölkerung wird weiterhin aufgefordert, die oberen Bereiche der Vulkankette zu meiden und offizielle Mitteilungen der Behörden zu verfolgen.