Rote Blitze über Puerto Rico: Überwachungskamera zeichnet seltene „Red Sprites“ auf
Letzte Nacht gab es am Himmel über Puerto Rico des seltene Phänomen der „Red Sprites“ zu bewundern. Laut Aufnahmen einer Überwachungskamera ereignete sich das Phänomen um 03:49 Uhr Ortszeit und zeigte für wenige Millisekunden gleich 5 der leuchtend roten, senkrecht nach oben gerichteten Strukturen über einem entfernten Gewittersystem nordwestlich der Insel.

Diese seltenen Erscheinungen gehören zu den sogenannten Transient Luminous Events (TLEs) – kurzlebigen Lichtphänomenen in der oberen Atmosphäre, die oberhalb normaler Gewitter entstehen. Während klassische Blitze zwischen Wolke und Erde oder innerhalb von Wolken auftreten, bewegen sich Red Sprites in die entgegengesetzte Richtung: Sie steigen von der Gewitteroberseite in Höhen von etwa 50 bis 90 Kilometern in die Mesosphäre auf.
Physikalisch entstehen Sprites durch besonders starke positive Wolke-Erde-Blitze. Diese entladen große Mengen elektrischer Energie, wodurch sich das elektrische Feld über dem Gewitter kurzfristig umkehrt. In der dünnen Hochatmosphäre trifft dieses Feld auf Stickstoffmoleküle, die dadurch angeregt werden und in charakteristischem Rotlicht aufleuchten.
Obwohl Sprites heute wissenschaftlich gut verstanden sind, blieb ihre Existenz lange umstritten. Erst im Jahr 1989 gelang die erste fotografische Aufnahme, die die zuvor vereinzelten Augenzeugenberichte bestätigte. Seither konnten Forscher mithilfe empfindlicher Low-Light-Kameras und Satelliten zahlreiche Varianten dokumentieren – darunter „Jellyfish-Sprites“, „Gigantic Jets“ und „Elves“.
Puerto Rico gilt als einer der weltweit besten Beobachtungsorte für solche Phänomene, da es hier ideale Voraussetzungen für die Entstehung und Beobachtung der „Red Sprites“ gibt. Sie besteht aus einer Kombination tropischer Gewittern und feuchter Luft bei geringer Lichtverschmutzung. Besonders der Fotograf Frankie Lucena hat in den vergangenen Jahren mehrfach hochwertige Video- und Bildaufnahmen solcher Ereignisse geliefert und damit zur wissenschaftlichen Dokumentation und Erforschung beigetragen.
Die aktuelle Aufnahme um fügt sich in diese Reihe ein und zeigt erneut, wie dynamisch die obere Atmosphäre über dem Atlantik ist. Obwohl Sprites mit bloßem Auge theoretisch sichtbar sein können, dauern sie meist nur wenige Millisekunden und sind daher fast ausschließlich durch Kameras nachweisbar.