Ruapehu: Zunahme der Aktivität

Zunahme des Tremors am Ruapehu – Alarmstatus bleibt unverändert

Am neuseeländischen Vulkan Ruapehu hat die Intensität des vulkanischen Tremors in den vergangenen zwei Wochen zugenommen. Sie steigerte sich von einem schwachen auf ein moderates Niveau. Weitere Anzeichen für eine deutliche Veränderung der Aktivität wurden jedoch nicht registriert. Daher bleibt die Vulkanwarnstufe auf „1“, der niedrigsten Stufe für einen Vulkan mit geringer Unruhe. Der Farbcode für den Flugverkehr bleibt unverändert auf Grün.

Ruapehu

Die Tremorsteigerung begann am 22. Juli und stellt die erste signifikante Veränderung nach fast zwei Jahren dar, während derer hauptsächlich schwache Tremorsignale registriert wurden. Allerdings waren seit Jahresbeginn unter dem Vulkan vereinzelt schwache Erdbeben registriert worden. Diese waren meistens zu klein, um sie genau zu bestimmen. Anfang Juli schlief diese Aktivität ein und es wurden keine weiteren Mikrobeben registriert.

Die Zunahme des Tremors fällt in eine Zeit, in der sich in Neuseeland mehrere interessante Erdbeben ereigneten. So trat am 24. Juli westlich des Ruapehu am Rand der Taupo Volcanic Zone ein Erdbeben der Magnitude 5,7 auf. Das Beben löste in der deutlich weiter entfernten Rotorua-Caldera eine hydrothermale Explosion in einem See am Rande eines Golfplatzes aus. Ob allerdings ein Zusammenhang mit der Tremorzunahme am Ruapehu besteht, erscheint fraglich, da der Tremor bereits zwei Tage vor dem Erdbeben erstmals anstieg. Am Rande sei außerdem erwähnt, dass sich heute nördlich von Neuseeland ein Erdbeben der Magnitude Mw 6,3 in knapp 200 Kilometern Tiefe ereignete.

Die Temperatur des Kratersees Te Wai ā-moe blieb in den vergangenen vier Monaten weitgehend konstant und schwankte zwischen 18 und 23 Grad Celsius. Kurzfristige Temperaturschwankungen werden vor allem durch Wetterereignisse verursacht. So führte der Schneefall der vergangenen Woche vorübergehend zu einer Abkühlung. Beobachtungen vor Ort zeigen weiterhin eine aktive Wasserzirkulation im See, Schwefelschlieren auf der Wasseroberfläche sowie einen geringen Abfluss über den Auslass des Kratersees.

Auch die Emissionen der vulkanischen Gase Schwefeldioxid (SO₂) und Schwefelwasserstoff (H₂S) bewegen sich weiterhin im niedrigen bis moderaten Bereich und entsprechen den langfristig bekannten Schwankungen des Vulkans.

Nach Einschätzung der Vulkanologen spiegeln die Messdaten ein dynamisches hydrothermales System wider, in das weiterhin vulkanische Gase und Wärme eingetragen werden.

Der Vulkan wird weiterhin engmaschig überwacht. Sollten sich neue Anzeichen für eine Veränderung der Aktivität ergeben, wollen die zuständigen Geowissenschaftler zeitnah darüber informieren.