Sakurajima bleibt explosiv: Sechs VONA-Warnungen innerhalb von 24 Stunden
Der japanische Vulkan Sakurajima liegt im Süden der japanischen Insel Kyushu und ist weiterhin explosiv aktiv. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden löste der Vulkan sechs VONA-Warnungen für den Flugverkehr aus. Mehrere explosive Eruptionen schleuderten Vulkanasche und Gesteinsfragmente in die Atmosphäre. Dunkle Eruptionswolken zogen dabei in Richtung Kagoshima, wo mehr als eine halbe Million Menschen leben.
In den vergangenen Tagen stand der Wind ungünstig für die Metropole in rund 10 Kilometern Entfernung zum Vulkan, sodass die Eruptionswolken in Richtung Stadt geweht wurden und Ascheregen verursachten. Auch für den Flugverkehr könnten die Aschewolken, die zuletzt bis auf 2.700 m Höhe (FL090) aufgestiegen waren, problematisch sein. Allerdings wurden die Eruptionswolken in den vergangenen Tagen auch nach Süden geweht, während der Flughafen Kagoshima nördlich des Vulkans liegt.
Eine der jüngsten vom VAAC Tokio registrierten Eruptionen ereignete sich am 10. August um 20:41 UTC. Eine Aschewolke stieg bis auf etwa 2.700 Meter über dem Meeresspiegel auf und wurde vom Wind mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h nach Westen verfrachtet. Die Aschewolke konnte sich anschließend über größere Entfernungen ausbreiten.
Auch die japanische Wetterbehörde JMA meldete in den vergangenen Tagen explosive Aktivität am Minamidake-Gipfelkrater. Demnach stieg eine Eruptionswolke sogar bis zu 3.000 Meter über den Kraterrand auf. Vulkanasche wurde in südwestlicher Richtung transportiert. Für Teile von Kagoshima wurde kurzfristig mäßiger Aschefall erwartet. Zudem bestand in einem Bereich bis etwa drei Kilometer vom Krater die Gefahr niedergehender kleiner vulkanischer Bomben.
Die Aktivität entspricht dem länger anhaltenden Muster des Sakurajima. Nach Angaben der JMA wurden zwischen dem 7. und 10. August mehrere Eruptionen registriert, die vom Gipfelkrater Minamidake ausgingen. Dabei wurden Lavabrocken ballistisch bis in die Umgebung der achten Messstation geschleudert, die sich etwa 600 Meter vom Krater entfernt befindet. Für das Gebiet um den Gipfel- und den Showa-Krater gilt weiterhin Alarmstufe 3 mit Zugangsbeschränkungen.
Auch die längerfristigen Messungen deuten auf anhaltenden Magmanachschub hin. GNSS-Daten zeigen seit Mai leichte Veränderungen bestimmter Messstrecken auf Sakurajima und eine allmähliche Ausdehnung des Untergrunds der Aira-Caldera, unter der sich ein großes Magmareservoir befindet. Gleichzeitig bleibt der Schwefeldioxidausstoß vergleichsweise hoch.
Die Daten und Beobachtungen sprechen dafür, dass die vulkanische Aktivität zunächst anhält. Neben Ascheregen stellen insbesondere ballistische Geschosse und pyroklastische Ströme Gefahren dar, die im Umfeld des Sakurajima auftreten können.


