Sakurajima emittiert Aschewolke – zahlreiche Erdbeben Anfang April
In den frühen Morgenstunden meldete das VAAC Tokyo eine neue Ascheemission des Vulkans Sakurajima. Laut der VONA-Meldung wurde um 05:05 UTC Vulkanasche in einer Flughöhe von etwa 5.000 Fuß (rund 1.500 Meter) festgestellt. Die Aschewolke befand sich 20 Kilometer südlich des Flughafens Kagoshima und driftete in östliche Richtung. Die Informationen basieren auf Daten der Japan Meteorological Agency (JMA), Pilotenberichten sowie Satellitenbeobachtungen durch Himawari-9. Auf Livestream-Auszeichnungen war eine langanhaltende diffuse Emissionswolke zu sehen gewesen.

Die aktuelle VAAC-Meldung fügt sich in die andauernde eruptive Aktivität des Sakurajima ein, bei der sich aktivere Phasen mit ruhigeren abwechseln. Bereits im Zeitraum vom 3. bis 6. April wurde über eine fortgesetzte Tätigkeit am Minamidake-Gipfelkrater berichtet. Dort kommt es immer wieder zu kleineren Ausbrüchen, begleitet von nächtlichem Glühen illuminierter Dampfwolken, das auf einen hohen Magmastand im Fördersystem hinweist.
Auch wenn die Eruptionen zuletzt eher schwach ausfielen, zeigen die aktuellen Ascheemissionen, dass Potenzial für stärkere Explosionen besteht. Die emittierten Aschewolken stellen insbesondere für den Flugverkehr eine relevante Gefahr dar, da selbst geringe Konzentrationen von Vulkanasche Triebwerke beschädigen können.
Geophysikalische Hinweise auf anhaltende Unruhe
Messdaten deuten darauf hin, dass das magmatische System unter dem Vulkan weiterhin unter hohem Druck steht. GNSS-Beobachtungen zeigen eine langsame Ausdehnung im Bereich der Aira-Caldera, was auf Magmazufuhr in größerer Tiefe hinweist. Gleichzeitig bleibt die Emission von Schwefeldioxid auf erhöhtem Niveau.
Die seismische Aktivität schwankte zuletzt: Nach einem deutlichen Anstieg am 3. April, als 111 vulkanotektonische Erdbeben registriert wurden, nahm die Zahl der vulkanischen Erdbeben wieder ab. Dennoch zeigen einzelne vulkanische Beben, dass das System weiterhin unter Spannung steht.
Gefahrenlage vor Ort
Für die Umgebung des Vulkans bleibt die Warnstufe 3 bestehen, was mit Zugangsbeschränkungen verbunden ist. Im Umkreis von etwa zwei Kilometern um den Krater besteht weiterhin Gefahr durch ausgeworfene Gesteinsbrocken und mögliche pyroklastische Ströme.
Zusätzlich können Asche und kleinere Gesteinsfragmente durch den Wind über größere Entfernungen verfrachtet werden. Bei stärkeren Explosionen sind auch Druckwellen möglich, die Schäden verursachen können. Bei Niederschlägen besteht zudem die Gefahr von Laharen, also schlammartigen Abflüssen aus Vulkanasche.