Neue Aschewolke durch Eruption am Sakurajima in Japan – Aktivität bleibt erhöht
Nach einer gut 10 Tage dauernden Eruptionspause hat der japanische Vulkan Sakurajima heute Nacht (gestern Nachmittag Ortszeit) wieder eine Aschewolke ausgestoßen. Davon zeugt eine neue Die VONA-Meldung des VAAC Tokio vom 19. Mai um 00:29 UTC, die in erster Linie für den Luftverkehr herausgegeben wurde, berichtet, dass bereits um 00:03 UTC Vulkanasche südlich des Flughafens Kagoshima in einer Höhe von etwa 2.100 Metern registriert wurde. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 sowie ein Pilotenbericht bestätigten die Aschewolke, die sich westwärts ausbreitete. Für den Luftverkehr in Südjapan bedeutete dies erhöhte Aufmerksamkeit, da selbst vergleichsweise kleine Aschewolken Triebwerke beschädigen und die Sichtverhältnisse erheblich beeinträchtigen können.
Tatsächlich war die Aschewolke nicht nur auf Satellitenaufnahmen sichtbar, sondern auch per Livestream über Webcams zu beobachten. Die Eruption ereignete sich bei bewölktem Wetter, doch zeitweise ermöglichten Wolkenlücken freie Sicht auf das Geschehen. Der Ausbruch verlief in drei explosiven Schüben und dauerte mehr als 40 Minuten. Zunächst stieg die Asche vergleichsweise langsam auf und die Eruptionswolke erschien dabei hellgrau – ein Hinweis darauf, dass überwiegend älteres Material aus dem Schlot ausgeworfen wurde. Die beiden späteren Schübe waren deutlich kräftiger und erzeugten eine dunkler gefärbte Eruptionswolke. Solche Emissionen gehen am Sakurajima häufig einer Phase stärkerer Eruptionen voraus, mit denen auch in den kommenden Stunden und Tagen gerechnet werden muss.
Nach Angaben der Vulkanologen des JMA ereignete sich der Ausbruch am Gipfelkrater Minamidake und begann am 18. Mai um 16:15 Uhr Ortszeit. Die Eruptionswolke stieg dabei etwa 3.500 Meter über den Kraterrand auf – eine deutliche Abweichung zu den Satellitenbeobachtungen, die lediglich eine Höhe von rund 2.100 Metern erfassten. Anschließend driftete die Vulkanasche südöstlich in Richtung Tarumizu und Kanoya. Die japanischen Behörden warnten vor mäßigem Ascheniederschlag im Raum Kagoshima, insbesondere auf Sakurajima selbst sowie in Tarumizu. Leichter Ascheregen wurde sogar bis in die Präfektur Miyazaki erwartet, darunter auch für die Stadt Kushima.
Zusätzlich bestand in einem Umkreis von zehn Kilometern östlich des Kraters die Gefahr kleiner vulkanischer Lapilli, die durch den Wind verfrachtet werden könnten. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutzmaßnahmen gegen die Asche zu ergreifen. Dazu gehörten das Tragen von Atemschutzmasken sowie vorsichtiges Fahren auf aschebedeckten Straßen. In besonders gefährdeten Bereichen sollten geschlossene Gebäude aufgesucht werden.
Die Vulkanwarnstufe 3 bleibt weiterhin bestehen, ebenso die damit verbundenen Zugangsbeschränkungen. Zwar wurden in den vergangenen Tagen überwiegend kleinere Explosionen registriert, doch nächtliches Glühen am Minamidake-Krater deutet darauf hin, dass sich weiterhin heißes Material nahe der Oberfläche befindet.
Die Alarmstufe bleibt auf Gelb. Weitere Ascheemissionen gelten als wahrscheinlich.
