Anhaltende Aktivität am Vulkan Sangay – Aschewolken bis FL240 und hohe Explosionsrate
Der 5.230 m hohe Vulkan Sangay bleibt weiterhin eruptiv aktiv und förderte nach Angaben des Washington VAAC in den frühen Morgenstunden des 11. Februar Vulkanasche, die bis auf eine Höhe von 7.300 m aufgestiegen ist und eine Gefahr für den Flugverkehr darstellt.

Laut einer VONA-Warnung wurde um 02:00 UTC eine Aschewolke im Höhenbereich FL240 (ca. 7.300 m) beobachtet. Die Asche driftete mit rund 10 Knoten (19 km/h) nach Westen. Prognosen geben an, dass sich der Wind drehen wird und dass die Aschewolke dann Richtung Süden geweht wird. Aufgrund dichter meteorologischer Bewölkung war die Vulkanasche in Satellitenbildern zeitweise nicht eindeutig sichtbar. Die Emissionen gelten jedoch auf Basis der vorangegangenen Aktivität als anhaltend.
Parallel dazu meldeten bodengestützte Kamerasysteme und das Satellitensystem GOES-19 seit dem Vortag mehrere Gas- und Ascheemissionen in südliche und südwestliche Richtung. Die Eruptionssäulen erreichten Höhen von 800 bis 1.200 Metern über Kraterhöhe. Das VAAC veröffentlichte hierzu zwei Aschewolkenmeldungen mit Ausbreitung nach Süden und Höhen bis etwa 900 Meter über Kraterniveau.
Die seismische Überwachung des IGPN registrierte innerhalb von 24 Stunden 316 Explosionssignale. Damit ist man zwar ein gutes Stück von früheren Spitzenwerten entfernt, doch es zeigt, dass die explosive Aktivität des Sangay hoch bleibt. Die hohe Explosivität, bei der glühende Tephra gefördert wird, bedingt auch die Detektion von Wärmeanomalien im Kraterbereich. Möglicherweise ist auch wieder ein kleiner Lavastrom auf der Flanke unterwegs.
Regenfälle wurden im Berichtszeitraum nicht festgestellt. Es wird aber darauf hingewiesen, dass starke Niederschläge potenziell Lahare (Schlamm- und Gerölllawinen) auslösen könnten. Solche Ströme würden sich entlang der Flanken bewegen und in angrenzende Flusssysteme gelangen. In früheren Jahren veränderten Lahar-Ablagerungen den Lauf von Flüssen am Vulkanfuß deutlich, was Überflutungen verursachte.
Der Sangay liegt am Rand der Anden und entwässert in Richtung des Amazonasbeckens. Somit beeinflussen die Mineralstoffeinträge durch die Vulkanasche auch eines der wichtigsten Ökosysteme unseres Planeten.
