Semeru: Pyroklastischer Strom gleitet 4 Kilometer weit

Pyroklastischer Strom am Semeru legt 4-km-Gleitstrecke zurück – Vulkanasche in 4600 m Höhe

Der Vulkan Semeru auf der indonesischen Insel Java zeigte am 18. und 19. April 2026 weiterhin erhöhte Aktivität, die sich insbesondere durch wiederholte explosive Eruptionen und die Bildung eines pyroklastischen Stroms auszeichnete. Diese heißen, schnell fließenden Gemische aus Gas, Asche und Gesteinsfragmenten stellen eine der größten Vulkangefahren dar, da sie sich mit hoher Geschwindigkeit hangabwärts bewegen und große Distanzen zurücklegen können. In diesem Fall legte der pyroklastische Dichtestrom eine Gleitstrecke von 4 Kilometern zurück, wie das indonesische PVMGB berichtet.

Semeru

Am Sonntagmorgen, dem 19. April, ereignete sich um 7:06 Uhr WIB ein Ausbruch, der sich von den vorangegangenen unterschied. Dabei wurde eine dichte Aschesäule etwa 1.000 Meter über den Gipfel hinaus in die Atmosphäre geschleudert. Besonders bemerkenswert war die Bildung eines pyroklastischen Stroms, der sich bis zu vier Kilometer vom Krater entfernte. Die Eruption erzeugte auf dem Seismogramm eine Amplitude von 22 mm und von rund viereinhalb Minuten Dauer. Die Aschewolke driftete nach Südwesten und erreichte eine Höhe von 4600 m.

Weitere Eruptionen folgten im Verlauf des Vormittags, unter anderem um 7:33 Uhr und 10:15 Uhr. Aufgrund dichter Bewölkung blieben diese visuell unsichtbar, konnten aber eindeutig durch seismische Signale nachgewiesen werden. Diese kontinuierliche Aktivität bestätigt den instabilen Zustand des Vulkans, dessen Alarmstufe auf „3“ steht.

Bereits am Samstag zeigte sich der Semeru von seiner aktiven Seite. Die Messdaten zeugen von 59 explosiven Eruptionen, die von zahlreichen Entgasungen begleitet wurden, die seismische Signale erzeugten. Zudem gab es harmonischen Tremor und tektonische Fernbeben. Diese Vielzahl an seismischen Ereignissen weist auf einen anhaltenden Magmenaufstieg und Druckaufbau im Inneren des Vulkans hin.

Die Gefährdung durch pyroklastische Ströme bleibt besonders hoch entlang der Flusstäler, die vom Gipfel ausgehen. Das Gebiet des Besuk Kobokan ist besonders gefährdet, da dort Dichteströme Reichweiten von bis zu 17 Kilometern erreichen können. Entsprechend wurden Sperrzonen eingerichtet: Innerhalb von 13 Kilometern im südöstlichen Sektor sind Aktivitäten untersagt, ebenso im Umkreis von fünf Kilometern um den Krater.