Shiveluch: Starker Vulkanausbruch fördert 12 km Aschewolke

Shiveluch auf Kamtschatka in heftiger Eruptionsphase – Aschewolken bis in 12 Kilometer Höhe beobachtet

Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka setzt der Vulkan Shiveluch seine explosive Aktivität fort und hat diese zuletzt sogar noch verstärkt. Eine Kombination aus bodengestützten Beobachtungen des Kamchatkan Volcanic Eruption Response Teams (KVERT) und Satellitendaten bestätigt eine anhaltende Eruptionsphase mit starken Ascheausstößen sowie einem wachsenden Lavadom, dessen Aktivität von intensiven Gas- und Dampfaustritten begleitet wird. Aufgrund der Gefahr hoch aufsteigender Aschewolken wurde der Luftfahrt-Farbcode von KVERT auf Rot angehoben.



Shiveluch

Der Shiveluch liegt im nördlichen Teil Kamtschatkas und erreicht eine Gipfelhöhe von 3.283 Metern. Der aktive Lavadom befindet sich auf etwa 2.500 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Von diesem Dom gehen die explosiven Ascheeruptionen aus, deren Wolken Höhen von bis zu 12.200 Metern erreichen und mit einer Geschwindigkeit von rund 28 km/h nach Osten driften.

Das VAAC Tokio veröffentlichte am 7. Juli um 00:32 UTC die erste Meldung über diese hoch aufsteigenden Aschewolken. Es folgten drei weitere Warnmeldungen; die bislang letzte wurde um 06:00 UTC herausgegeben.

KVERT bestätigte die Eruption, die nach Angaben der Vulkanologen etwa 15 Minuten andauerte und Asche bis in eine Höhe von rund 10 Kilometern über dem Meeresspiegel schleuderte. Die Aschewolke zog zunächst in ostsüdöstlicher Richtung und entfernte sich etwa zehn Kilometer vom Vulkan. Videoauswertungen und Satellitendaten zeigten anschließend eine anhaltende Freisetzung vulkanischer Asche, die sich zunehmend vom Vulkan entfernte und inzwischen weit über den Nordpazifik hinaus driftet.

Bislang konnte ich in den sozialen Medien lediglich ein Bild des Vulkanausbruchs finden. Dieses zeigt jedoch den typischen Schirm einer plinianischen Eruption, bei der die Aschesäule bis in die Stratosphäre aufsteigt und sich dort entlang der Unterseite dieser atmosphärischen Grenzschicht ausbreitet. Plinianische Eruptionen spielen in der Oberliga des vulkanischen Spektrums.

Spekulativ ist, dass der Ausbruch mit der Generierung pyroklastischer Ströme einherging, die entweder durch Kollaps der Aschewolke oder durch Abbrüche am Lavadom entstanden sein könnten.

Bereits am 5. Juli erzeugten Explosionen eine etwa 520 Kilometer lange Aschewolke, die bis zu 1.225 Kilometer nordöstlich des Vulkans verfolgt werden konnte.

Darüber hinaus berichtet KVERT über das anhaltende Wachstum des Lavadoms. Im nördlichen Bereich des Domes bildet sich ein neuer Lavablock, begleitet von starken Gas- und Dampfemissionen. Satellitenmessungen registrierten zudem eine ausgeprägte thermische Anomalie am Vulkan.

KVERT warnt, dass jederzeit weitere explosive Ausbrüche mit Aschewolken bis in 12 Kilometer Höhe möglich sind. Die anhaltende Aktivität stellt weiterhin eine potenzielle Gefahr für internationale Flugrouten sowie den regionalen Luftverkehr über Kamtschatka dar.