Erneute effusive Aktivität am Stromboli – Lava läuft über Sciara del Fuocco
Der Stromboli setzt seine in Intervallen stattfindenden Lavaüberläufe aus dem N2-Förderschlot an der Nordbasis des Kraterkomplexes fort. Wie das INGV heute Abend mitteilte, wird mit Hilfe der Überwachungskameras derzeit eine als moderat beschriebene effusive Aktivität beobachtet. Dabei tritt Lava über den Kraterrand aus und speist einen Lavastrom, dessen Fronten sich im oberen Abschnitt der Sciara del Fuoco befinden.

Die Aktivität wird ausdrücklich als moderat beschrieben. Es handelt sich nicht um eine explosive Intensivierung, sondern um ein begrenztes Überlaufen von Lava aus dem Kraterbereich.
Aus seismischer Sicht liegt die durchschnittliche Amplitude des vulkanischen Tremors im mittleren Wertebereich. Es werden keine signifikanten Veränderungen in der Häufigkeit oder Stärke der sogenannten Explosionserdbeben registriert. Auch die geodätische Überwachung zeigt ein stabiles Bild: Die GNSS-Messstationen weisen keine nennenswerten Bodenverformungen auf.
Bereits in den letzten Tagen gab es am Stromboli mehrere Phasen mit Lavaüberläufen. Die jüngste ist gerade mal 2 Tage her und ebbte erst gestern ab. Darüber hinaus zeigt der Vulkan seine gewohnte strombolianische Aktivität mit regelmäßigen Explosionen aus mehreren Kraterbereichen. Hinweise auf eine stärkere Druckzunahme im Fördersystem gibt es nicht. Die nun beobachtete effusive Phase fügt sich in das bekannte Aktivitätsmuster ein und stellt eine kurzfristige Episode dar. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder solche Phasen, die sich oft im Laufe mehrerer Wochen intensivierten und zu stärkeren Ausbrüchen führten.
Die geophysikalischen und chemischen Daten des jüngsten Wochenberichts vom 24. Februar zeigen, dass sowohl die Anzahl der Explosionsbeben als auch die Stärke der Eruptionen selbst zuletzt etwas zugenommen hat und kurz davor steht, hohe Werte anzunehmen. Die Kohlendioxid-Emissionen haben diese hohen Werte bereits erreicht. Die Daten sprechen dafür, dass sich die Aktivität weiter steigern könnte. Das INGV warnt, dass stärkere Explosionen nicht ausgeschlossen werden können.