Taal: Dampfgetriebener Vulkanausbruch

Vulkan Taal zeigt nach kleiner phreatischer Eruption weiterhin seismische Aktivität

Der philippinische Vulkan Taal bleibt nach einer kleineren phreatischen Eruption am 9. Mai 2026 weiterhin unruhig. Wie das Philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) in seinem jüngsten Datenblatt mitteilte, ereignete sich am Freitag eine sechs Minuten andauernde phreatische Explosion im Hauptkrater. Trotzdem hat sich der Druck im Vulkan nicht signifikant verringert und die Vulkanologen messen weiterhin erhöhte seismische Aktivität unter dem Vulkan.

In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Messstationen insgesamt 18 vulkanische Erdbeben, darunter fünf vulkanische Tremorphasen mit einer Dauer von jeweils ein bis zwei Minuten. Bereits am Tag vor der Eruption waren neun vulkanische Erdbeben sowie ein zweiminütiger Tremor aufgezeichnet worden. Nach Angaben der Behörde deutet die anhaltende Seismizität darauf hin, dass sich weiterhin magmatische Prozesse unterhalb des Kraterbereichs auf Volcano Island abspielen.

Besonders auffällig ist die Entwicklung der vergangenen Tage: Zwischen dem 5. und 7. Mai wurden insgesamt 22 vulkanische Erdbeben verzeichnet, nachdem am 4. Mai 20 Beben registriert worden waren. Im Vergleich dazu lag die Zahl der Ereignisse im vorangegangenen Dreitageszeitraum lediglich bei neun. Vulkanische Erdbeben entstehen durch magmatische oder magma-bezogene Prozesse im Untergrund, während Tremore als kontinuierliche niederfrequente Schwingungen gelten, die auf Bewegung von Fluiden oder Gasen hinweisen und oft mit Vulkanausbrüchen einhergehen.

Neben der erhöhten Seismizität und den direkten Folgen der phreatischen Eruption meldet PHILVOLCS schwache Dampfausgasungen aus dem Hauptkrater, deren Wolken in Richtung Südwesten verfrachtet wurden. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag zuletzt bei 653 Tonnen pro Tag. Zudem wurde auf der Vulkaninsel eine leichte kurzfristige Bodenhebung festgestellt – ein Hinweis auf anhaltende Druckveränderungen im Untergrund.

Trotz der Aktivität bleibt die Alarmstufe bei 1 und signalisiert weiterhin eine niedrige Unruhephase. Eine unmittelbar bevorstehende größere Eruption wird derzeit nicht erwartet. Dennoch warnen die Behörden vor möglichen plötzlichen Dampfexplosionen, die ohne längere Vorwarnzeit auftreten können. Die anhaltende Seismizität verdeutlicht die anhaltende Gefahr einer solchen Eruption.