Taal: Phreatische Eruption am 29. April löste VONA-Warnung aus

Stärkere phreatische Eruption am Taal – Vulkanasche in 900 m Höhe detektiert

Am philippinischen Taal-Vulkan kam es heute um 20:52 Uhr Lokalzeit zu einer phreatischen – möglicherweise sogar phreatomagmatischen – Eruption, die eine VONA-Warnung beim VAAC Tokio auslöste. Es war die 5. dieser Flugverkehrswarnungen zum Taal in diesem Jahr. Vulkanaasche wurde vom Himawari-9-Satelliten in einer Höhe von FL 030 registriert, was einer Höhe von 900 m im metrischen System entspricht. Doch es blieb nicht bei einer Eruption!

Falschfarbenbild

In den folgenden 11 Minuten kam es zu einer Serie schwächerer Ereignisse, die in einem Zeitraffervideo einer Thermalcam dokumentiert wurden. Diese Eruptionen lösten zwar keine VONA-Warnungen aus und hinterließen keine für Satelliten detektierbare Signatur, wurden aber auch durch seismische Signale, Infraschallmessungen und thermische Anomalien bestätigt.

Die Thermalaufnahme der größten Eruption zeigt in der nächtlichen Falschfarbendarstellung, wie die Eruptionswolke, die größtenteils aus Schlamm, Wasser und Dampf bestand und nur vermutlich nur wenig Vulkanasche enthielt, kollabierte und sich über dem Kratersee ausbreitete.

Laut PHILVOLCS entstanden Eruptionssäulen, die etwa 400 bis 600 Meter über den Krater aufstiegen und von der Main Crater Observation Station (VTMC) dokumentiert wurden. Das deckt sich mit den 900 m über Meeresspiegel der VONA-Meldung, da der Taal auf einer Höhe von ca. 300 m liegt.

Die Daten der letzten 24 Stunden, die heute um 12:00 Uhr Lokalzeit und damit vor den Eruptionen veröffentlicht wurden, zeigen eine erhöhte seismische Aktivität: Es wurden drei vulkanische Erdbeben registriert, darunter ein vulkanischer Tremor mit einer Dauer von über drei Stunden. Dieser Tremor deutete die Eruptionsphase an und entstand durch Fluidbewegungen, möglicherweise in Folge einer Teilblockade des Fördersystems, so wie es am Taal typischerweise der Fall ist. Zusätzlich zeigen Messungen eine kurzfristige Inflation der Vulkaninsel, was auf eine leichte Druckakkumulation im System hindeutet.

Weitere geochemische und hydrothermale Parameter bleiben auffällig: Der Schwefeldioxidfluss wurde zuletzt mit etwa 709 Tonnen pro Tag gemessen (24. April 2026). Der Hauptkratersee weist eine erhöhte Temperatur von 63,1 °C sowie eine gemessene Acidität (pH 0,48 im Februar 2026) auf, was auf ein stark aktives hydrothermales System hinweist. Insgesamt wird weiterhin eine schwache Gasemission beobachtet.

Die Behörden warnen ausdrücklich vor dem Betreten der Permanent Danger Zone, insbesondere des Hauptkraters und der Daang-Kastila-Spalten. Auch Aktivitäten auf dem Taal-See sowie Flugverkehr in der Nähe des Vulkans sind untersagt. Mögliche Gefahren bleiben phreatische Explosionen, vulkanische Erdbeben, geringe Ascheregen sowie gefährliche Gasansammlungen oder -ausbrüche.