
Phreatische Eruption am Taal lässt Eruptionswolke 200 bis 300 m hoch aufsteigen
Nachdem es bereits gestern eine phreatische Eruption am philippinischen Taal-Vulkan gegeben hatte, wiederholte sich heute ein vergleichbares Ereignis. Laut den Vulkanologen von PHILVOLCS manifestierte sich das Ereignis um 13:45 Uhr Ortszeit und wurde von den Beobachtungsstationen am Kraterrand – insbesondere an den westlichen und nördlichen Sektoren – dokumentiert. Videoaufnahmen zeigen eine explosive Freisetzung von Dampf, schlammigen Sedimenten und vulkanischem Material, die eine etwa 200 bis 300 Meter hohe Eruptionswolke erzeugte, welche aus dem Kratersee auf Volcano Island aufstieg und anschließend in nordwestliche Richtung driftete.
Die Eruption selbst dauerte nur Sekunden. Trotz ihrer geringen Intensität verdeutlicht sie die anhaltende Aktivität des Vulkans, der sich weiterhin auf Alarmstufe 1 befindet. Diese Stufe signalisiert eine niedrige, aber nicht zu vernachlässigende Unruhe im hydromagmatischen System des großen Calderavulkans.
Begleitend zur Eruption wurden innerhalb von 24 Stunden insgesamt sieben vulkanische Erdbeben registriert. Zusätzlich zeigen geodätische Daten eine kurzfristige Inflation der Vulkaninsel, die durch Fluidansammlung zustande kommt. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Fluid um Magma.
Auch die Messwerte des Hauptkratersees liefern wichtige Hinweise auf den aktuellen Zustand: Die Wassertemperatur lag zuletzt bei 63,1 °C, während der pH-Wert mit 0,48 eine stark saure Umgebung anzeigt. Diese Bedingungen sind typisch für ein aktives hydrothermales System, das durch aufsteigende vulkanische Gase gespeist wird. Der Schwefeldioxid-Ausstoß wurde am Vortag mit 732 Tonnen pro Tag gemessen, was eine moderate Entgasung widerspiegelt und deutlich unter den Werten der Vorwoche liegt. Es könnte also weiterhin eine partielle Blockade des Fördersystems vorliegen, die Druck aufstaut. Sollte die jüngste Explosion die Blockade nicht gelöst haben, drohen in den nächsten Tagen weitere Explosionen.
Aus Sicherheitsgründen bleibt der Zugang zur Vulkaninsel – insbesondere zur Permanent Danger Zone (PDZ), zum Hauptkrater und zu den Daang-Kastila-Spalten – strikt untersagt. Ebenso wird vor Bootsfahrten auf dem Taal-See und vor Flügen in unmittelbarer Nähe des Vulkans gewarnt.