Barren Island mit Ascheeruptionen am 10. Januar

Barren Island weiterhin aktiv: Indischer Inselvulkan zeigt Asche-Schübe

Im entlegenen Andamanischen Meer bleibt der Barren Island Volcano, der einzige historisch aktive Vulkan Indiens, auch Anfang Januar 2026 aktiv. Wie aus einer VONA-Meldung des VAAC Darwin hervorgeht, eruptierte der Vulkan heute Vulkanasche bis auf 1200 Metern Höhe. Neue Satellitenbeobachtungen zeigen zudem, dass der Flankenschlot der seit Mitte November 2025 fließenden Lava-Ströme zwar weiterhin thermisch aktiv ist, die Lavafront an der Küste aber zum Erliegen gekommen ist und der Lavastrom abkühlt.

In den letzten Wochen emittiert der Barren Island sporadisch Aschewolken, die Partikel bis in Höhen von rund 1.200 Metern (FL040) erreichen und von den VAAC-Darwin-Warnstellen erfasst werden. Diese Asche-Ausbrüche wurden in den jüngsten VAAC-Advisories am 10. Januar 2026 mehrfach bestätigt, wobei sich die Aschewolken demnach vorwiegend nach Westen und Südwesten über dem offenen Meer bewegten.

Geologen werten das Geschehen als eine kombinierte explosive-effusive Phase: Neben den Lavaflüssen am Nordhang zeigt der Vulkan an seinem zentralen Krater weiterhin strombolianische Aktivität, begleitet von Asche- und Gasemissionen.

Die gesamte Insel ist unbewohnt und wird ausschließlich über Fernerkundung und Satellitendaten überwacht, weshalb Bodenmessungen fehlen. Doch die konsistenten thermischen Signale im Infrarot und die wiederkehrenden VAAC-Meldungen deuten unmissverständlich auf anhaltende vulkanische Aktivität hin.

Barren Island liegt rund 135 Kilometer nordöstlich von Port Blair im Bundesstaat Andamanen und Nikobaren und ist Teil eines tektonisch sehr aktiven Bereichs entlang der Grenze zwischen der Indo-Australischen und der Burma-Platte. Diese Plattengrenze begünstigt Magmenaufstieg und wiederholte Eruptionsphasen, wie sie auch in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach beobachtet wurden.

Für die zivile Schifffahrt und den Luftverkehr bleibt die Region aufgrund der unregelmäßigen Aschewolken ein Bereich, der aufmerksam überwacht werden muss. Kleinere Schiffe sind nicht unmittelbar gefährdet, doch für Flugzeuge besteht nach wie vor ein Risiko durch Asche in niedrigen Flugschichten, wie die jüngsten Advisory-Berichte zeigen.

Insgesamt lässt sich festhalten: Die vulkanische Aktivität am Barren Island ist auch Anfang 2026 nicht abgeklungen, sondern setzt sich mit Lavaflüssen und wiederkehrenden Ascheausstößen fort.

Barren Island: Lavastrom trifft strombolianische Eruptionen

Strombolianische Eruptionen am Barren-Island-Vulkan – Lavastrom weiterhin aktiv

Lange Zeit waren Bilder des entlegenen indischen Inselvulkans Barren Island eine Rarität, was zum einen seiner abgelegenen Lage in der Andamanensee zu verdanken ist, zum anderen dem strikten Betretungsverbot der unter Naturschutz stehenden Insel. Dennoch sind in den letzten Wochen vermehrt Fotos der Aktivität aufgetaucht, die von Bootsfahrern gemacht wurden, die Barren Island passierten. Das jüngste Bild zeigt, dass nicht nur Lava ins Meer fließt, sondern gleichzeitig auch strombolianische Eruptionen aus dem Krater stattfinden.

Lavastrom Barren Island

Das Foto von Shiv Kumar zeigt zwar nicht den Lavastrom an der Küste von Barren-Island, dafür aber eine kleine Aschewolke, wie sie typisch für strombolianische Eruptionen ist. Dass der Lavastrom weiterhin aktiv ist, wissen wir von Sentinel-Satellitenfotos, die im Infrarotspektrum eine entsprechende Wärmeanomalie aufzeichnen. Ein weiteres Indiz liefern die Messungen von MIROVA/MODIS, die eine Wärmeanomalie mit einer Leistung von bis zu 30 MW registrieren. Diese wird als moderat eingestuft und ist für einen offen fließenden Lavastrom – der allerdings im oberen Bereich gedeckelt sein wird – nicht besonders viel. Frühere Bilder bestätigten, dass der Lavastrom auch schmal ist und nur vergleichsweise wenig Schmelze in den indischen Ozean fließt. Dafür ist der Ocean Entry nun schon mehrere Wochen aktiv, was bei einem Vulkan wie Barren Island nicht oft vorkommt.

Barren Island lässt sich durchaus mit Anak Krakatau vergleichen: Beides sind junge Vulkaninseln, die sich aus einer Caldera erheben. Barren Island ist aber älter und daher etwas größer als Anak Krakatau vor seinem Kollaps im Jahr 2018. Beide Feuerberge fördern basaltische bis basaltisch-andesitische Lava, die zäher ist als rein basaltische Lava, weshalb Lavaströme aus Aa-Lava entstehen, die nicht so fließfähig sind wie etwa die Lava vom Kīlauea auf Hawaii. Beide Vulkane können aber auch explosiv eruptieren. Will man weiterer Inselvulkane zum Vergleich heranziehen, fallen mir Home-Reef in Tonga und Batu Tara in Indonesien ein. Letzterer Vulkan ist größer als die zuvor genannten Feuerberge, weist aber ähnliche Eruptionsmechanismen auf. Barren Island findet seinen Platz zwischen Anak Krakatau und Batu Tara. während Home-Reef das jüngste überseeische Stadium in der Entwicklung von Vulkaninsel repräsentiert.

Barren Island: Ocean Entry fotografiert

Lavastrom auf Barren Island fließt ins Meer – Fotos eines Seglers veröffentlicht

Die effusive Tätigkeit auf der zu Indien gehörenden Vulkaninsel Barren Island in der Andamanensee hält weiter an. Besonders gute Wetterbedingungen ermöglichten die Erstellung erster brauchbarer Fotos des Ereignissen, auch wenn aus einiger Entfernung aufgenommen. Diese Aussage trifft sowohl auf Satellitenfotos zu, auf denen die Insel erstmals seit Wochen wolkenfrei zu sehen ist, als auch auf Bilder eines Seglers, der sich der Insel so weit wie erlaubt näherte.

Barren Island

Auf den Aufnahmen des Seglers, die während der Abenddämmerung entstanden und von mir mittels KI weiterbearbeitet wurden, erkennt man, wie ein verzweigter Lavastrom vom Calderarand aus den niedrigen Hang auf der Nordseite der Insel hinabfließt und ins Meer mündet. Nimmt man die Satellitenaufnahme zur Hilfe, wird klar, dass der Lavastrom einem Förderschlot bzw. einer kurzen Spalte an der Basis des Schlackenkegels entspringt und zum eil gedeckelt in einer Tube fließt, bis er am Calderarand wieder Tageslicht erblickt.

Auch am Hauptkrater erkennt man einen Hotspot. Der Krater ist dafür bekannt, strombolianische Eruptionen zu erzeugen. Offenbar ruht diese Art der Tätigkeit momentan, zumindest wurden keine Fotos veröffentlicht, auf denen man solche Ausbrüche sieht. Diese Vermutung wird auch durch das Fehlen von VONA-Meldungen gestützt, wobei nicht jeder form der strombolianischen Tätigkeit genug Asche auswirft um VONA-Meldungen zu erzeugen.

Die Seiten MIROVA/MODIS zeigen an, dass die Sentinel-Satelliten mittelstarke thermische Anomalien detektieren, die bei den jüngsten Messungen eine Leistung von 36 MW hatten. Für ein offen fließender Lavastrom ist das nicht viel, allerdings ist er auch relativ kurz und fließt größtenteils über einen Steilhang, was die Messungen beeinflusst.

Barren Island ist eine der abgelegensten und zugleich beeindruckendsten Landschaften Südasiens. Die unbewohnte Insel erhebt sich rund 135 Kilometer nordöstlich von Port Blair aus dem Ozean und markiert den Gipfel eines durchaus großen Vulkans, dessen Basis etwa 2.250 Meter tief auf dem Meeresboden liegt. Von oben wirkt der Vulkan wie ein nahezu perfekter Kegel: Die Insel misst etwa 3 Kilometer im Durchmesser und ragt 354 Meter über den Meeresspiegel hinaus.

Bei meinen Recherchen zu der Vulkaninsel bin ich auf den Fakt gestoßen, dass es einst eine zweite Insel gleichen Namens gab: Sie lag vor New York und ist heute Teil des Festlandes von Brooklyn.

Barren Island: Aschewolken und Lavastrom mit Ocean Entry

Effusive und explosive Eruption am indischen Vulkan Barren Island geht weiter – Lava fließt ins Meer

Auf der entlegenen indischen Insel Barren Island findet gerade eines der faszinierendsten Naturspektakel statt, leider weitestgehend unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit: Im Norden der kleinen Vulkaninsel erreicht ein Lavastrom die Küste und fließt ins Meer, was normalerweise spektakuläre Bilder hervorbringt. Doch nicht in diesem Fall: Aufgrund der abgelegenen Lage der Insel und eines strikten Betretungsverbots aus Naturschutzgründen sind keine Menschen da, die den Vulkanausbruch fotografieren könnten. Auch Livecams gibt es nicht. Damit gehört Barren Island zu den wenigen weißen Flecken der Erde.

Barren Island, © Copernicus

Dem nicht genug veröffentlichte das VAAC Darwin heute eine VONA-Meldung, nach der um 01:21 UTC eine Aschewolke detektiert wurde, die von Barren Island ausging. Die Asche erreichte eine Höhe von 2100 m und driftete mit dem Wind in Richtung Südosten und verteilte sich bei einer Windgeschwindigkeit von 3 Knoten über ein großes Areal. Die Information basiert auf Satellitendaten des Himawari-9. Der Vulkan wurde mit dem Aviation Colour Code „Orange“ bewertet. Es bestand also eine moderate bis hohe Gefahr für den Flugverkehr.

Die aktuellen Satellitenbilder zeigen, dass die Aschewolke vom Barren Island inzwischen zerfallen ist. Keine weiteren Datenquellen deuten auf eine fortdauernde Eruption hin. Die Warnung wurde daher beendet. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass es in den nächsten Stunden oder Tagen zu weiteren Explosionen kommen wird. Barren Island ist für seine strombolianischen Eruptionsphasen bekannt, die oft wochenlang anhalten.

Der Vulkan Barren Island liegt im Andamanen-Archipel des Indischen Ozeans und ist der einzige aktive Vulkan auf dem indischen Hoheitsgebiet. Mit einer Gipfelhöhe von 354 Metern ist es ein eher kleiner Vulkan, wobei zu bedenken gilt, dass sich nur die Spitze des Vulkans als Insel über dem Meeresspiegel erhebt. Barren Island zeigt typischerweise phasenweise Aktivität, unterbrochen von Ruhezeiten. Diese Ausbrüche sind meist strombolianischer Natur, es kommen aber auch stärkere Eruptionen vor.

Barren Island: Lavastrom erreicht fast die Küste

Barren Island emittiert hohe Thermalstrahlung – Lavastrom erreicht fast die Küste

Barren Island ist der einzige aktive Vulkan, der zum indischen Hoheitsgebiet gehört. Die unbewohnte Vulkaninsel im Osten der Andamanen steht zudem unter strengstem Naturschutz und darf nur mit Sondergenehmigung betreten werden. Von daher ist der Informationsfluss von dort sehr spärlich und wir sind überwiegend auf die Daten der Satellitenfernerkundung angewiesen, wenn es um die Beobachtung der Aktivität dort geht. Heute detektieren die Sentinel-Satelliten eine hohe Thermalstrahlung mit 128 MW Leistung und auf zugehörigen Satellitenbildern ist im Infrarotspektrum die thermische Signatur eines kleinen Lavastroms zu erkennen, der sich bis zur Nordküste vorgearbeitet hat. Möglicherweise mündet er bald ins Meer und kreiert dann einen Ocean Entry – den einzigen, den es derzeit auf der Erde geben würde.

Der Lavastrom erschien zum ersten Mal am 5. November auf den Satellitenbildern. Zu dieser Zeit bewegte er sich im unteren Drittel des Schlackenkegels, wo sich offenbar eine kleine Eruptionsspalte geöffnet hat, die in Nordwest-Südost-Richtung verläuft. Im sichtbaren Lichtspektrum ist sie anhand einer Gasspur auszumachen. Das jüngste Satellitenbild von heute ist leider zu dunstig, als dass man Details im normalen Lichtspektrum erkennen könnte, weshalb unklar bleibt, ob die Lava tatsächlich bereits ins Meer fließt oder sich nur im Küstenbereich bewegt.

Darüber hinaus geht auch vom Krater eine thermische Anomalie aus, die andeutet, dass Barren Island weiterhin strombolianisch aktiv ist, was seine bevorzugte Tätigkeitsform ist. Allerdings eruptiert der Vulkan nicht ganz so regelmäßig wie der Namensgeber der strombolianischen Eruptionen, sondern zwischen den oft mehrwöchigen Eruptionsphasen gibt es längere Pausen.

Echtzeit-Überwachungsstationen oder sogar eine Livecam gibt es meines Wissens nach nicht auf Barren Island. Dennoch betreibt das National Geophysical Research Institute (NGRI) einige wenige bodengebundene Messinstrumente auf der Insel, darunter eine GPS-Station und einen Seismographen. Zudem werden gelegentlich vom Geological Survey of India (GSI) Expeditionen zum Vulkan durchgeführt, wo man ihn in Feldkampagnen den Puls fühlt und Gesteinsproben sammelt.

Barren Island: Aschewolke in 2700 m Höhe

Aschewolke über Barren Island – Indiens einziger aktiver Vulkan erneut ausgebrochen

Der indische Inselvulkan Barren Island ist erneut ausgebrochen und förderte eine Aschewolke, die bis auf 2700 m Höhe aufstieg und in Richtung Nordosten driftete. Das geht aus einer VONA-Meldung des VAAC Darwin hervor. Es bestand eine Gefahr für tiefliegende Flugzeuge. Der Alarmcode wurde auch „Orange“ erhöht.

Das „Volcanic Ash Advisory Centre“ meldete die Ascheeruption von Barren Island in der Andamanensee in den frühen Morgenstunden des 3. Oktober. Die Beobachtungen stützten sich auf Satellitendaten des japanischen Wettersatelliten Himawari-9. Bereits wenige Stunden später war die Aschewolke jedoch nicht mehr erkennbar. Da auch keine weiteren Eruptionen registriert wurden, hob das VAAC die Warnung wieder auf und beendete die Serie von Hinweisen für den Flugverkehr.

Barren Island liegt rund 135 Kilometer nordöstlich von Port Blair, der Hauptstadt der Andamanen und Nikobaren. Der Vulkan erhebt sich 354 Meter über den Meeresspiegel und bildet eine karge, nur spärlich bewachsene Insel. Im Zentrum des Kraters wächst ein aktiver Schlackenkegel, aus dem regelmäßig kleinere Ausbrüche erfolgen.

Historische Eruptionen sind seit 1787 dokumentiert, doch lange Zeit galt der Vulkan als inaktiv. Erst 1991 brach er nach mehr als 150 Jahren Ruhephase wieder aus und erzeugte Lavaströme, die bis ins Meer reichten. Seitdem meldet sich Barren Island in unregelmäßigen Abständen. Besonders nach dem Sumatra-Beben 2004 wurde verstärkte Aktivität registriert, mit wiederholten strombolianischen Ausbrüchen, Lavafontänen und Aschewolken. In den letzten Jahren kam es mehrfach zu kurzen eruptiven Phasen, zuletzt zwischen 2018 und 2021.

Mit der aktuellen Ascheemission zeigt der Vulkan erneut, dass er aktiv bleibt, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Für den Flugverkehr in der Region bedeutet dies erhöhte Aufmerksamkeit, für die Bewohner der Andamanen besteht jedoch derzeit keine Gefahr.

Andamanen: Erdbebenserie nahe Vulkaninsel Barren Island

Serie mittelstarker Erdbeben südlich des Inselvulkans Barren Island bei den Andamanen

Datum: 25.06.2025 | Zeit: 01:33:30 UTC | Koordinaten: 9.501 ; 93.889 | Tiefe: 2 km | Mw 5,4

Port Blair, 25.06.2025Das zu Indien gehörende Archipel der Andamanen und Nicobaren wurde von einer Erdbebenserie heimgesucht, die aus 12 Erschütterungen mit Magnituden zwischen 5,4 und 4,5 besteht. Die Tiefen der Hypozentren lagen überwiegend zwischen 2 und 10 Kilometern. Das Epizentrum des stärksten Bebens wurde 271 km südöstlich von Port Blair verortet.

Erdbebenserie bei den Andamanen. © EMSC

Der Inselvulkan Barren Island liegt ca. 290 Kilometer nördlich der Epizentren. Auch wenn es keinen direkten Zusammenhang zwischen den Erdbeben und dem Vulkan gibt, könnten sich die Erschütterungen auf den Vulkan auswirken. Barren Island zeigte in den letzten Wochen bereits eine gesteigerte Aktivität und könnte zu stärkeren Ausbrüchen angeregt werden.

Da sich die Erdbeben in einiger Entfernung zu besiedelten Inseln ereigneten, wirkten sie sich nicht auf Menschen aus. Wahrnehmungsberichte gibt es nicht. Dennoch sind die Beben von wissenschaftlichem Interesse, da sie in einer tektonisch aktiven Region liegen, die Tsunami-auslösende Starkbeben hervorbringen kann.

Die Andamanen und Nikobaren gehören politisch zwar zu Indien, geografisch liegen sie aber nördlich von Sumatra und südlich von Thailand. Die Inselgruppe liegt auf der Burma-Mikroplatte, deren westliche Grenze zum Indischen Ozean von der Andamanen-Subduktionszone gebildet wird. Sie ist die Fortsetzung des Sunda-Bogens. Entlang der Subduktionszone taucht die Indo-Australische Platte unter die Sunda-Platte und die Burma-Mikroplatte ab, die Eurasien vorgelagert sind.

Die aktuellen Beben manifestierten sich aber an der östlichen Plattengrenze, an der sich die große Sunda-Transformstörung fortsetzt, in deren Nähe sich das starke Sunda-Andamanen-Beben von 2004 ereignete, das den katastrophalen Tsunami auslöste, in dessen Folge ca. 230.000 Menschen starben. Zwar war die Transformstörung nicht direkt an dem Beben beteiligt, doch Forscher sehen in der Region ein großes Potenzial für weitere Starkbeben.

Barren Island: Thermische Anomalie detektiert

Thermische Anomalie auf Barren Island legt Vulkanausbruch nahe

Der entlegene Inselvulkan Barren Island emittiert aktuell eine sehr hohe thermische Strahlung mit einer Leistung von 1342 MW. Das geht aus satellitengestützten Messungen hervor, die auf der Website von MIROWA veröffentlicht wurden. Bereits in den letzten Tagen wurden schwächere Anomalien detektiert, so dass es wahrscheinlich ist, dass die Wärmequelle vulkanischen Ursprungs ist und nicht von einem Waldbrand herrührt, was allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden kann. Die Insel besteht eigentlich nur aus dem Vulkan und ist in entlang der Küste bewaldet.

Bei Barren Island handelt es sich um einen 354 m hohen Stratovulkan im Indischen Ozean mit einer Fläche von 8 Quadratkilometern. Die Insel gehört zum Andamanen-Archipel, das zu Indien gehört. Der Vulkan erinnert mich ein wenig an die Fossa von Vulcano, die ebenfalls relativ niedrig ist und sich aus einer Caldera erhebt. Auch die bei beiden Vulkanen vorherrschenden Eruptionstypen sind ähnlich, mit dem Unterschied, dass Barren Island deutlich häufiger eruptiert: In den letzten 10 Jahren ereigneten sich 5 Eruptionsphasen auf Barren Island, wobei die stärksten Ausbrüche zwischen Dezember 2022 und August 2023 erfolgten und einen VEI von 2 erreichten. Wenn die aktuelle Wärmestrahlung von einem Vulkanausbruch verursacht wird, ist es naheliegend, dass glühende Lava gefördert wird. Aschewolken werden bis jetzt nicht gemeldet.

Die Insel ist unbewohnt und liegt westlich der Hauptinseln der Andamanen. Daher sind Augenzeugenberichte selten. Zudem steht Barren Island unter striktem Naturschutz und ein Betreten des Eilands ist strikt untersagt. Ausnahmegenehmigungen bekommen für gewöhnlich nur Forscher, die das sensible Ökosystem der Insel untersuchen. Hier leben viele geschützte endemische Arten, darunter Vögel, Fledermäuse und Meereslebewesen. Die Mergui-Inselgruppe, zu der Barren Island gehört, ist von einem intakten Korallenriff umgeben, was wohl auch so bleiben soll. Darüber hinaus studieren Wissenschaftler, wie sich das Leben auf einer jungen Vulkaninsel ohne menschlichen Einfluss entwickelt.

Barren Island ist darüber hinaus der einzige Vulkan Indiens und einer der wenigen aktiven Feuerberge in Südasien bzw. dem Indischen Ozean.

Vulkan-News 10.01.22: Shiveluch

Shiveluch in Eruption

Staat: Russland | Koordinaten: 56.65; 161.36 | Eruption: Dom

In Kamtschatka eruptiert der Shiveluch und steigerte sogar seine Aktivität. Das VAAC detektierte seit gestern 6 Aschewolken, die vom Vulkan ausgingen. Vulkanasche steigt bis auf einer Höhe von 5200 m auf und driftet in Richtung Nordwesten. MIROVA detektiert eine moderate Wärmestrahlung mit 12 MW Leistung. Die Aktivität dürfte mit dem wachsenden Dom assoziiert sein. Es ist unklar, ob pyroklastische Ströme abgehen, oder ob der Vulkan explosiv aktiv ist. Oft ist er zugleich extrusiv und explosiv aktiv.

Mit einer Höhe von 3.283 Metern ist der Vulkan Shiveluch ein vergleichsweise großer Stratovulkan und zählt zu den größten Feuerbergen auf der russischen Halbinsel Kamtschatka. Er befindet sich im nördlichen Teil der Halbinsel und liegt in Sichtweite des größeren Vulkansystems Bezymianny-Kliuchevskoi.

Der Shiveluch setzt sich aus dem Alten und dem Neuen Shiveluch zusammen. Der Krater des Neuen Shiveluchs ist kollabiert und bildet eine hufeisenförmige Depression, in der ein Lavadom wächst. Er ist nicht nur für seine explosiven Ausbrüche bekannt, sondern auch für Kollapsereignisse am Lavadom, bei denen oft pyroklastischen Ströme entstehen, die große Zerstörung verursachen können. In den letzten Jahren hat der Vulkan wiederholt große Aschewolken ausgestoßen, die oft in Verbindung mit den pyroklastischen Strömen standen.

Die nächstgelegenen Siedlung ist . Das Dorf liegt ca. 50 km vom Vulkan entfernt. Hier ist ein kleine vulkanologisches Observatorium angesiedelt, von dem aus auch die Vulkangruppe Bezymianny-Kliuchevskoi beobachtet wird. Wenn es zu größeren Eruptionen kommt, kann es in Klyuchi zu Ascheniederschlägen kommen. Im Extremfall könnten pyroklastische Ströme den Ort erreichen, doch für gewöhnlich fließen diese nicht weiter als 20 km, sodass man vor Ort über eine Sicherheitsreserve verfügt.


Weitere Meldungen:

Barren Island mit Aschewolke

Staat: Indien | Lokation: 12.29, 93.88 | Eruption: Asche-Emission

Der indische Inselvulkan Barren Island ist weiter aktiv und eruptiert kleine Aschewolken. Sie erreichen eine Höhe von 1200 m über dem Meeresspiegel. Über den entlegenen Inselvulkan ist wenig bekannt.

Fagradalsfjall mit Seismik

Staat: Island | Koordinaten: 63.903, -22.273 | Eruption: Seismik

Nach einigen Tagen mit wenigen Erdbeben, wurde es gestern Abend wieder unruhiger unter dem Fagradalsfjall. IMO registrierte in den letzten 48 Stunden 91 schwache Erdbeben in den Spaltensystemen um Grindavik. Bemerkenswert ist auch ein Erdstoß der Magnitude 3,1 unter dem Vulkan Vatnafjöll, südlich der Hekla.

Piton Fournaise: Aktivität hält an

Staat: Frankreich | Koordinaten: 21.23, -55.71 | Eruption: Flankeneruption

Der Piton de la Fournaise ist weiter aktiv. Explosionen schleudern gelegentlich glühende Tephra über den Kraterrand des neuen Schlackenkegels. Der Lavastrom fließt weiter, allerdings schreitet die Lavafront nicht großartig voran, sondern stagniert. Der Tremor ist hoch.

Santiaguito mit Wärmestrahlung

Staat: Guatemala | Koordinaten: 14.76, -91.55 | Eruption: Dom

Der guatemaltekische Vulkan Santiaguito baut weiter an seinem Dom. Heute wurde eine moderate Wärmestrahlung mit 20 MW Leistung gemessen. Es gehen glühende Schuttlawinen ab, die sich überwiegend in südlicher Richtung bewegen. INSIVUMEH warnt weiter vor Pyroklastischen Strömen.

Suwanose-jima weiter fleißig

Der Suwanose-jime ist nicht weniger fleißig als der Shiveluch: das VAAC brachte in den letzten 2 Tagen 10 VONA-Warnungen heraus. Demnach steigt die Vulkanasche bis auf einer Höhe von 2700 m auf. Der Wind verfrachtet die Aschewolken in Richtung Osten. Seismik und Tremor sind weiterhin sehr hoch und sprengen die Skala der Grafik. Im ersten Fall geht sie bis 100, im zweiten Fall bis 10. Ein Abklingen der Eruptionen ist nicht in Sicht.