Vulkan Shiveluch eruptiert kontinuierlich Aschewolken

Seit gestern anhaltende Ascheemissionen am Shiveluch gefährden den Flugverkehr

Der Vulkan Shiveluch auf Kamtschatka ist seit gestern, dem 1. Juni, anhaltend aktiv und emittiert Vulkanasche, was eine Serie von VONA-Meldungen auslöste. Laut dem VAAC Tokio wurde am 1. Juni um 13:20 UTC eine erste Aschewolke registriert. Sie erzeugte eine Aschesäule bis auf Flughöhe FL350 und driftete mit einer Geschwindigkeit von etwa 48 km/h nach Westen. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten eine ausgedehnte Aschewolke, die sich über mehr als 280 Kilometer nach Westen erstreckte. Zum Berichtszeitpunkt hielt die Ausbreitung weiter an, sodass die Asche noch größere Entfernungen zurücklegen konnte. FL350 entspricht einer Höhe von rund 10.700 Metern. Damit bewegte sich die Aschewolke in einem Höhenbereich, in dem der internationale Flugverkehr abgewickelt wird, und stellte somit eine erhebliche Gefahr für die Luftfahrt dar. Flugzeuge auf Transpazifikrouten mussten teilweise umgeleitet werden.

VONA-Warnung

Am 2. Juni setzten sich die Eruptionen fort, und es wurden mehrere weitere VONA-Warnungen herausgegeben. Die jüngste Meldung wurde um 05:20 UTC veröffentlicht und warnte vor Vulkanasche in einer Höhe von bis zu 6.700 Metern. Die Aschewolke bewegte sich weiterhin westwärts über den Nordpazifik und erreichte große Distanzen.

Nach Angaben von KVERT kam es in Ortschaften unter der Eruptionswolke zu Ascheniederschlägen. Betroffen waren die Orte Esso und Anavgaj. Zudem wiesen die Forscher darauf hin, dass der Lavadom im Gipfelbereich weiter wächst. Besonders im nördlichen Sektor wird dieser Prozess von starken Gas- und Dampfausstößen begleitet. Dort wird kontinuierlich neues Lava-Material gefördert und ein frischer Lavablock aufgebaut.

Geowissenschaftler weisen darauf hin, dass die anhaltende Domwachstumsphase weiterhin explosive Ereignisse begünstigt, insbesondere wenn instabile Lavapartien kollabieren und dabei neue Asche freisetzen. In diesem Zusammenhang können auch pyroklastische Ströme entstehen. Satellitengestützte Beobachtungen zeigen derzeit keine Anzeichen einer raschen Abschwächung der Aktivität, sodass kurzfristig weitere Eruptionspulse möglich bleiben. Auch die Bevölkerung in den umliegenden Tälern wird zu erhöhter Vorsicht aufgerufen, insbesondere im Hinblick auf möglichen Ascheniederschlag und eingeschränkte Sichtverhältnisse.

Shiveluch: Neues Bild zur Eruption

Shiveluch eruptierte Vulkanasche auf 9100 m – Bild belegt pyroklastischen Strom

Der auf der russischen Halbinsel Kamtschatka gelegene Vulkan Shiveluch (russisch: Schiwelutsch) eruptierte bereits am 25. Mai 2026 eine Aschewolke, die nach Angaben des zuständigen Vulkanasche-Warnzentrums (VAAC Tokio) um 19:26 UTC detektiert wurde. Die Eruption förderte Vulkanasche bis auf eine Flughöhe von 30000 Fuß, was einer Höhe von gut 9,1 Kilometern über dem Meeresspiegel entspricht. Die Asche driftete zunächst ostwärts ab und verteilte sich über ein großes Areal. Russische Medien veröffentlichten ein Bild der Eruption, das von einer Überwachungskamera in der nahegelegenen Stadt Kljutschi gemacht wurde und von mir aufgearbeitet wurde. Zu erkennen ist, dass die Aschewolke von einem pyroklastischen Strom am Fuß des Doms ausging. 

Aschewolke

Gemäß der am 25. Mai um 20:43 Uhr UTC veröffentlichten Vulkanaschewarnung konnte die Aschewolke in den Satellitendaten von Himawari-9 kurze Zeit nach Beginn des Ereignisses nicht eindeutig identifiziert werden, da es stark bewölkt war. Für die Höhenströmung in etwa 9 Kilometern Höhe wurden Winde aus Nordnordwest mit etwa 90 km/h angegeben, was eine schnelle Ausbreitung der Aschewolke mit sich brachte. In geringeren Höhen war es allerdings nicht sehr, da die Aschewolke nahezu senkrecht aufstieg.

Die Kamtschatka-Filiale des Geophysikalischen Dienstes der Russischen Akademie der Wissenschaften (GS RAS) berichtete am 26. Mai, dass der Vulkan eine „gewaltige“ Aschewolke ausgestoßen habe. Meldungen über Ascheniederschlag aus benachbarten Ortschaften lagen zunächst nicht vor.

Trotz der Explosion bleibt die allgemeine Aktivität des Schiwelutsch derzeit von effusivem Domwachstum geprägt. Nach Angaben des Kamchatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) wächst der Lavadom weiter an. Besonders im nördlichen Bereich des Doms entsteht weiterhin ein neuer Lavablock. Dieser Prozess wird von starken Gas- und Dampfausstößen begleitet. Satellitendaten registrierten zudem eine anhaltende thermische Anomalie, was auf hohe Temperaturen im Bereich des Doms hinweist.

Der Schiwelutsch bleibt einer der aktivsten Vulkane Kamtschatkas. Mit einer Höhe von 3.283 Metern ist er zugleich der nördlichste aktive Vulkan der Halbinsel. Für den Flugverkehr gilt weiterhin der Aviation Colour Code Orange, was auf erhöhte vulkanische Aktivität mit potenziellen Auswirkungen auf den Luftverkehr hinweist. Besonders explosive Episoden können jederzeit weitere Aschewolken erzeugen.

Vulkane Kamtschatkas: Shiveluch stößt erneut Vulkanasche aus

Unruhige Vulkane auf Kamtschatka: Shiveluch stößt Asche kilometerhoch aus

Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka bleibt die vulkanische Aktivität hoch. Besonders der im Norden gelegene Shiveluch ist weiterhin äußerst aktiv. Satellitendaten des VAAC Tokio registrierten am 24. Mai gegen 11:20 UTC eine Aschewolke, die sich mit einer Geschwindigkeit von 110 km/h südwärts bewegte. Die Eruptionswolke erreichte Höhen von bis zu 9,8 Kilometern über dem Meeresspiegel.

Shiveluch im März 2026

Shiveluch zählt zu den aktivsten Vulkanen des eurasischen Kontinents. Der derzeitige eruptive Zyklus wird von einem kontinuierlichen Wachstum des Lavadoms dominiert, der nach der Zerstörung des Vorgängers im Jahr 2023 einsetzte. Die aktuelle Eruptionsphase begann bereits 1999.

Vulkanologen des Kamchatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) berichten, dass sich im nördlichen Teil des Doms weiterhin ein neuer Lavablock aufbaut. Gleichzeitig treten starke Gas- und Dampffontänen auf, die immer wieder explosive Episoden auslösen können.

Bereits am 22. März und zuletzt am 20. Mai hatten besonders starke Ausbrüche Aufmerksamkeit erregt: Explosionen schleuderten Asche bis in eine Höhe von etwa 11 Kilometern. Die Aschewolke legte anschließend mehr als 2.500 Kilometer in südöstliche Richtung zurück. Auch ein weiterer explosiver Ausbruch am 22. Mai erzeugte eine Aschefahne, die sich fast 1.800 Kilometer ostsüdöstlich des Vulkans nachweisen ließ. Nach Einschätzung der Wissenschaftler sind jederzeit Explosionen möglich, die Asche bis auf rund 12 Kilometer Höhe transportieren könnten. Sie stellen ein nicht zu unterschätzendes Risiko für den internationalen Flugverkehr in der Region dar.

Doch nicht nur der Shiveluch ist aktiv. Südlich davon setzt der Bezymianny seine effusive Phase fort, während derer es auch immer wieder zu Ascheemissionen kommt. Das Domwachstum wird von intensiven Gas- und Dampfausstößen begleitet. Nach einem explosiven Ereignis am 18. Mai wurde eine Aschewolke mehr als 2.850 Kilometer weit ostsüdöstlich des Vulkans verfolgt. Die Warnstufe bleibt auf Gelb.

Ebenfalls ungewöhnlich aktiv zeigt sich der Krasheninnikov, dessen Eruption im letzten Sommer nach einem Megaerdbeben der Magnitude 8,8 begann. An dessen Nordkegel fließen derzeit Lavaströme die Ostflanke hinab. Satelliten erfassen zudem eine ausgeprägte thermische Anomalie sowie anhaltende Gas- und Dampfausstöße.

Die Häufung gleich mehrerer aktiver Feuerberge verdeutlicht, dass Kamtschatka derzeit wieder eine besonders dynamische vulkanische Phase durchlebt. Ruhig hingegen ist der Ebeko geworden, der südlich von Kamtschatka auf der Kurileninsel Paramuschir liegt. Er scheint seine Aktivität infolge des starken Erdbebens vom 30. Juli 2025 eingestellt zu haben.

Vulkanausbruch am Shiveluch fördert Asche auf Fl 250

Shiveluch auf Kamtschatka erneut ausgebrochen – Vulkanasche in 7600 Metern Höhe detektiert

Am Vulkan Shiveluch im äußersten Osten Russlands bleibt die vulkanische Aktivität weiterhin deutlich erhöht. Der Vulkan liegt auf der Halbinsel Kamtschatka, einer der aktivsten Vulkanregionen der Erde, die Teil des sogenannten Kurilen-Kamtschatka-Inselbogens ist. Dort taucht die Pazifische Platte unter die Ochotsk- beziehungsweise Nordamerikanische Platte ab, wodurch kontinuierlich Magma entsteht und zahlreiche Vulkane gespeist werden. Dabei kommt es sowohl zu explosiven als auch zu effusiven Eruptionen.

Der Shiveluch selbst zählt zu den größten und aktivsten Vulkanen Kamtschatkas. Er besitzt einen komplexen Aufbau aus älteren Vulkanstrukturen und einem jüngeren Lavadom im eingestürzten Gipfelbereich. Dieser Dom zeigt derzeit deutliches Wachstum. Laut dem KVERT-Beobachtungszentrum wird die Entwicklung von starken Gas- und Dampfausstößen begleitet, während sich im nördlichen Teil des Domes ein neuer Lavablock herausbildet. Solche Prozesse stehen mit anhaltendem Magmanachschub aus dem Erdinneren in Verbindung. In Zeiten besonders häufiger Ascheemissionen wächst der Lavadom stark an, wodurch es entweder zu Explosionen oder zu Kollapsereignissen kommt. Jederzeit können pyroklastische Ströme abgehen, die eine Gefahr für alle Personen in Vulkannähe darstellen.

Die Himawari-9-Satellitendaten des VAAC Tokio detektierten eine kontinuierliche Ascheeruption, infolge derer eine Aschewolke bis auf eine Flughöhe von 25.000 Fuß (etwa 7600 Meter) aufstieg und mit einer Geschwindigkeit von 56 km/h in südöstlicher Richtung verfrachtet wurde. Damit stellt sie potenziell eine Gefahr für den Flugverkehr im regionalen Luftraum dar. Die Beobachtung wird allerdings zeitweise durch dichte Bewölkung erschwert, sodass nicht alle Phasen der Aktivität direkt sichtbar sind.

Insgesamt zeigt sich der Shiveluch damit in einer Phase anhaltender, dynamischer Eruptionstätigkeit, die typisch für Subduktionszonen-Vulkane dieses Typs ist und sowohl explosive Ascheausstöße als auch effusive Domwachstumsprozesse umfasst.

Auf Kamtschatka sind derzeit auch die Vulkane Bezymianny und Krasheninnikov aktiv. Letzterer fördert Lavaströme, während sich der Bezymianny ähnlich wie der Shiveluch verhält.

Vulkane auf Kamtschatka: Größerer Ausbruch am Shiveluch

Größerer Vulkanausbruch am Shiveluch – auch andere Vulkane auf Kamtschatka aktiv

Am russischen Vulkan Shiveluch kam es heute zu einem größeren Vulkanausbruch, bei dem Vulkanasche bis in eine Höhe von 9800 m ausgestoßen wurde. Laut einer VONA-Meldung des VAAC Tokio, die um 11:20 UTC veröffentlicht wurde, driftete die Aschewolke mit einer Geschwindigkeit von etwa 65 km/h in südwestliche Richtung. Damit erreichte die Eruptionswolke eine Höhe, die für den internationalen Flugverkehr relevant ist. Der Flugwarncode wurde auf „Rot“ erhöht, da solche Aschewolken für Flugzeuge gefährlich sein können und sich typischerweise über große Entfernungen ausbreiten.

Es war bereits die zweite VONA-Meldung, die heute zum Shiveluch veröffentlicht wurde. Eine erste Warnung erfolgte bereits gegen 09:00 UTC und bezog sich ebenfalls auf eine größere Aschewolke. Entweder kam es zu zwei stärkeren Explosionen oder zu einem anhaltenden Ascheausstoß.

Augenzeugen berichteten kürzlich, dass im Nordteil des Kraters des Jungen Shiveluch ein neuer Lavadom aus dem Boden gedrückt wird. Dabei könnte es zu Kollapsereignissen gekommen sein, oder aber zu starken Explosionen, die Teile des Doms zerstörten.

Ähnlich verhält es sich mit dem gut 70 Kilometer südlich gelegenen Bezymianny, der seit Mitte Mai nicht mehr nur effusiv, sondern auch explosiv aktiv ist und ebenfalls Aschewolken ausstößt. Hier registrierte das VAAC kontinuierliche Ascheemissionen bis auf FL280, was etwa 8500 m über Normalnull entspricht.

Während Shiveluch und Bezymianny vermutlich lediglich tektonisch gekoppelt sind, zeigt eine neue Studie, dass die Feuerberge der zentralen Vulkangruppe -zu der neben Bezymianny auch Klyuchevskoy und Tolbatschik zählen – möglicherweise durch ein tiefreichendes Magmasystem miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen.

Auf dem aktuellen Satellitenbild sind alle hier genannten Vulkane zu sehen: Die zentrale Vulkangruppe befindet sich unterhalb der Bildmitte, der Shiveluch etwas weiter rechts oberhalb. Dazwischen verläuft der Kamtschatka-Fluss als natürliche Trennlinie der beiden Systeme.

Nicht im Bild ist der Krasheninnikov, der ebenfalls weiterhin effusiv tätig ist und Lavaströme fördert.

Vulkanausbruch am Bezymianny fördert Aschewolke auf 9 km

Eruptionen am Bezymianny steigern sich – Vulkanasche in 9000 m Höhe detektiert

Der russische Vulkan Bezymianny eruptierte heute Nacht eine Aschewolke, die laut einer VONA-Warnung des VAAC Tokyo per Satellit detektiert wurde. Satellitenbilder vom 19. Mai um 02:20 UTC zeigen eine Aschewolke, die bis auf Flughöhe FL300 (ca. 9000 m) aufstieg. Sie erstreckt sich über ein Gebiet nordwestlich des Vulkans und bewegt sich mit etwa 56 km/h in nordwestlicher Richtung. Dabei breitete sie sich über eine Strecke von mehr als 240 Kilometern aus. Die Emissionen halten an. Der Alarmstatus für den Flugverkehr wurde auf „Rot“ erhöht.

Bezymianny

Die Ascheeruptionen begannen am 13. Mai und folgen dem für diesen Vulkan typischen Muster einer sich aufbauenden Aktivitätsphase: Zunächst steigen kleinere Aschewolken auf, gefolgt von zunehmend stärkeren Ausbrüchen, die neben hoch aufragenden Aschewolken häufig auch weitreichende pyroklastische Ströme erzeugen. Ob solche Ströme bereits für die heutige Aschewolke verantwortlich waren, ist bislang unbekannt. MIROVA detektierte bereits gestern Nachmittag eine sehr hohe Thermalstrahlung mit einer Leistung von 1432 MW. Diese könnte mit einem Kollaps am Lavadom sowie mit einer heißen Glutwolke beziehungsweise einem pyroklastischen Dichtestrom in Zusammenhang stehen.

Die Vulkanologen von KVERT berichteten zuletzt gestern Abend von explosiven Eruptionen als Ursache der Aschewolke und erklärten, dass diese jederzeit Höhen von bis zu 6 Kilometern erreichen könnten – eine Prognose, die bereits wenige Stunden später deutlich übertroffen wurde. Außerdem wurde von starken Entgasungen am Lavadom sowie einer anhaltenden effusiven Tätigkeit berichtet.

Bezymianny 1956

Der Bezymianny ist einer der kleineren Vulkane der zentralen Vulkangruppe Kamtschatkas. Trotz seiner vergleichsweise geringen Größe zählt er zu den aktivsten Feuerbergen der sibirischen Halbinsel.

Bei der gewaltigen Eruption vom 30. März 1956 wurde sein Gipfel weggesprengt, zudem rutschte ein Teil der Ostflanke ab. Eine enorme Eruptionswolke stieg bis auf eine Höhe von ca. 38 Kilometern auf. Es handelte sich um einen der stärksten Vulkanausbrüche des 20. Jahrhunderts.

Bereits kurz nach der Eruption begann das Lavadomwachstum in der entstandenen Depression, die eine Dimension von 1,7 × 2,8 km hatte. Dieser neue Dom, der sich seitdem mehrfach umstrukturiert hat, ist die Quelle der aktuellen Eruptionen.

Vulkanausbruch Bezymianny: Aschewolke und Thermalstrahlung

Vulkan auf Kamtschatka stößt Vulkanasche aus und emittiert hohe Wärmestrahlung: Indizien für pyroklastische Ströme

Der auf der russischen Halbinsel Kamtschatka gelegene Vulkan Bezymianny zeigt weiterhin eine deutlich erhöhte Aktivität. Das VAAC Tokyo veröffentlichte seit gestern 8 VONA-Meldungen über Aschewolken mit Potenzial, den Flugverkehr zu gefährden. Die letzte wurde heute Morgen (18. Mai 2026) um 06:00 UTC herausgegeben. Demnach wurde Vulkanasche zuletzt um 05:20 UTC ausgestoßen. Die Aschewolke wurde in einer Höhe von 5200 m nachgewiesen. Sie bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h in südöstlicher Richtung. Die Aschewolken könnten explosiv entstanden sein.

Bezymianny im März

Der Vulkan, dessen Gipfel eine Höhe von 2882 m über dem Meeresspiegel erreicht, befindet sich aktuell unter dem Luftfahrt-Alarmcode „Orange“ und es besteht eine erhöhte Gefährdung für die Luftfahrt. Satellitendaten des KVERT, ausgewertet unter anderem mithilfe des Himawari-9, zeigen eine Aschewolke, die sich bis zu 136 km südöstlich des Vulkans erstreckt.

Die Vulkanologen von KVERT berichten von intensiver Aktivität am Lavadom, von dem Lavaströme ausgehen, die über die Domflanke fließen. Der Prozess wird von wiederholten Kollapsereignissen begleitet, die heiße Schuttlawinen und möglicherweise auch pyroklastische Ströme hervorrufen Die Gas- und Dampftätigkeit des Doms bleibt stark ausgeprägt. Satellitenmessungen dokumentieren eine markante thermische Anomalie, die auf anhaltende Magmenbewegung nahe der Oberfläche hindeutet.

Fernerkundungsdaten bestätigen die hohe Aktivität am Lavadom: Das MIROVA-System registrierte eine thermische Strahlungsleistung von 572 MW. Das ist ein hoher Wert, der auf eine sehr aktive effusive Eruptionsphase schließen lässt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten Stunden oder Tagen zu größeren pyroklastischen Strömen am Bezymianny kommt, ist hoch und würde dem bisherigen Aktivitätsmuster des Vulkans entsprechen.

Von weiteren Vulkanen Kamtschatkas gibt es aktuelle VONA-Meldungen: Shiveluch trat seit gestern bereits 4 Mal in Erscheinung. KVERT brachte zudem eine VONA-Meldung zum Krashininnkov heraus.

Kamtschatka: Doppelter Vulkanausbruch

Doppelter Vulkanausbruch auf Kamtschatka: Bezymianny und Klyuchevskoy zeitgleich aktiv

Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka kam es in den frühen Morgenstunden des 16. Mai zu einem doppelten Vulkanausbruch der Vulkane Bezymianny und Klyuchevskoy. Die Höhe der Ascheemission des letzteren Vulkans wurde mit 7300 m angegeben, während die Asche des Bezymianny gut 3000 m hoch aufstieg. Beide Wolken breiteten sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in Richtung Südosten aus. Zunächst vermutete ich, dass eine Aschewolke vom Bezymianny – der seit mehreren Tagen aktiv ist – dem Klyuchevskoy fälschlicherweise zugeordnet wurde. Doch die Driftrichtung der Aschewolken schließt das aus, da der Klyuchevskoy nordwestlich des Bezymianny liegt. Außerdem lässt sich auf Livecam-Aufnahmen schwache Rotglut an beiden Feuerbergen erkennen. Man kann daher davon ausgehen, dass der Klyuchevskoy aus seiner Ruhephase erwacht ist.

Laut der VONA-Warnung des VAAC Tokio eruptierte der Klyuchevskoy um 08:13 UTC und stieß dabei die Aschewolke mit den bekannten Daten aus. Die Emission bewegte sich zunächst langsam mit etwa 9 km/h nach Südosten, wurde jedoch bald von Satelliten nicht mehr eindeutig erfasst. Der 4754 m hohe Klyuchevskoy ist einer der aktivsten Stratovulkane Eurasiens und zugleich der höchste aktive Vulkan der größten zusammenhängenden Landmasse der Erde.

Nur zehn Kilometer entfernt zeigte der Bezymianny anhaltende Aktivität. Dort wurde bereits um 04:13 UTC eine lang anhaltende Ascheemission registriert, die sich bis auf 3000 Meter Höhe erstreckte und mit etwa 38 km/h ostwärts driftete. Der Vulkan ist bekannt für seine oft länger andauernden Ausbrüche, die mit Domwachstum und Kollapsereignissen am Lavadom zusammenhängen, wobei es auch zu starken Explosionen kommen kann.

Die zeitliche Abfolge legt nahe, dass es sich um zwei getrennte Ereignisse handelt, auch wenn die räumliche Nähe der beiden Vulkane – sie gehören derselben vulkanischen Gruppe an – die Analyse erschwert. In der Fernerkundung können sich Aschewolken überlagern, was eine eindeutige Zuordnung auf Satellitenbildern kompliziert macht.

Vulkanologen schließen daher eine Verwechslung nicht völlig aus, halten sie aber für unwahrscheinlich. Vielmehr deuten die Daten auf eine kurzfristige gleichzeitige Aktivität zweier unterschiedlicher Fördersysteme hin – ein seltenes, aber für Kamtschatka nicht untypisches Schauspiel.

Mit den Vulkanen Krasheninnikov und Shiveluch sind auf Kamtschatka aktuell vier Vulkane aktiv. Ersterer fördert einen Lavastrom, letzterer einen Lavadom, in dessen Nordsektor sich ein neuer Lavablock aus dem Boden schiebt.

Erster explosiver Vulkanausbruch des Bezymianny in diesem Jahr

Bezymianny erwacht: Erste Warnungen vor einem neuen Vulkanausbruch auf Kamtschatka

Der Vulkan Bezymianny auf der russischen Halbinsel Kamtschatka zeigt seit gestern Abend eine erhöhte explosive Aktivität, die vermutlich mit verstärktem Domwachstum einhergeht. Nachdem die Aktivität in diesem Jahr bislang vergleichsweise gering geblieben war, registrierten die Institutionen KVERT und das VAAC Tokio am Abend des 13. Mai 2026 eine signifikante Zunahme vulkanischer Unruhe. Insgesamt wurden bislang drei VONA-Warnungen (Volcano Observatory Notice for Aviation) ausgegeben, was dafür spricht, dass es zu Explosionen und/oder dem Abgang pyroklastischer Ströme gekommen ist.

VONA

Die erste Warnung erfolgte am Abend des 13. Mai durch das Tokio Volcanic Ash Advisory Center. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten gegen 20:00 UTC eine Aschewolke, die sich bis auf Flughöhe 150 erhob und in einer Höhe von 4500 m mit einer Geschwindigkeit von 46 km/h in südwestliche Richtung driftete. Die Wolke erstreckte sich über ein Gebiet südwestlich des Gipfels und markierte den Beginn einer neuen eruptiven Episode. Turnusgemäß erfolgten um Mitternacht und 6 Uhr morgens 2 weitere VONA-Meldungen, die anhaltende Ascheemissionen bestätigten.

Das Kamchatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) erhöhte den Alarmstatus für den Luftverkehr des Bezymianny von „Gelb“ auf „Orange“ und bestätigte die Aktivitätssteigerung. Die Vulkanologen beobachteten eine gas- und dampfreiche Eruptionswolke mit Ascheanteilen, die sich gut 80 Kilometer weit in westsüdwestlicher Richtung vom Vulkan wegbewegte. Es wurde vor starken Explosionen gewarnt, die Aschewolken bis auf 15 Kilometer Höhe ausstoßen könnten.

Auf den Flanken des 2.882 Meter hohen Stratovulkans, in dessen Gipfeldepression ein Lavadom wächst, wurden Abgänge teils glühender Schuttlawinen beobachtet, die ein typisches Zeichen für Instabilitäten im Lavadom darstellen. Gleichzeitig nahm die Intensität der thermischen Anomalie merklich zu.

Das MODIS-System registrierte seit gestern eine steigende Wärmeanomalie, die nachmittags hohe Werte annahm, als sie eine Leistung von 113 MW erreichte. Nach diesem Spitzenwert sank die Strahlung auf moderate Wärme im zweistelligen Leistungsbereich. Solche thermischen Signaturen treten häufig auf, wenn frisches Material nahe der Oberfläche aufsteigt oder heiße Schuttlawinen die Vulkanflanken hinabgleiten und es frische Bruchstellen am Lavadom gibt.

Aus der beschriebenen Situation heraus entwickeln sich am Bezyminanny innerhalb kurzer Zeit oft stärkere Eruptionen mit partiellem Domkollaps und Abgängen größerer pyroklastischer Ströme. Dann ist ein Aufenthalt in Vulkannähe lebensgefährlich. Für den internationalen Flugverkehr über dem Nordpazifik bleibt die Situation angespannt und muss engmaschig beobachtet werden.