Kelimutu: Anstieg der Kraterseetemperatrur

Temperaturanstieg am Kelimutu: Indonesiens Vulkan mit den drei Farbseen wird genau überwacht

Am indonesischen Vulkan Kelimutu haben Vulkanologen des VSI-PVMGB einen deutlichen Temperaturanstieg in einem der drei berühmten Kraterseen registriert. Nach Angaben des Kelimutu-Vulkanobservatoriums auf Flores stieg die Wassertemperatur des Kratersees Tiwu Koofai Nuwamuri innerhalb kurzer Zeit von 31,3 auf 35,0 Grad Celsius. Gleichzeitig erreichte die Temperatur der heißen Quelle Mutuloo 97,3 Grad Celsius. Trotz dieser Veränderungen bleibt der Vulkan auf Warnstufe I. Die Behörden rufen Besucher und Anwohner dazu auf, die Hinweise der indonesischen Geologischen Behörde zu beachten.

Schwefelschlieren

Bei den Routinebeobachtungen vom 30. Juni 2026 zeigte sich der 1.639 Meter hohe Vulkan überwiegend ruhig. Über den Kratern wurde kein Dampf festgestellt, und auch seismische Auffälligkeiten wurden nicht gemeldet. Im Krater Tiwu Koofai Nuwamuri beobachteten die Vulkanologen dunkelbraune Schwefelablagerungen auf der Wasseroberfläche, die man auf dem Foto gut sieht. Außerdem gab es einen schwachen bis zeitweise stechenden Schwefelgeruch. Der Kratersee erschien hellgrün, während der See Tiwu Atapolo türkisgrün und der dritte Kratersee Tiwu Ata Bupu dunkelgrün gefärbt war.

Der Kelimutu gehört zu den ungewöhnlichsten Vulkanen Indonesiens. Vulkanologisch handelt es sich um einen komplexen Stratovulkan, dessen Gipfel von drei benachbarten Kraterseen geprägt wird. Weltweit bekannt ist der Vulkan für die wechselnden Farben dieser Seen, die von Türkis und Grün bis hin zu Rot oder Schwarz reichen können. Verantwortlich dafür sind chemische Reaktionen in einem aktiven hydrothermalen System, das von heißen vulkanischen Gasen gespeist wird. Veränderungen der Temperatur, des Säuregehalts und der Mineralzusammensetzung führen immer wieder zu spektakulären Farbwechseln.

Der letzte bestätigte Ausbruch des Kelimutu ereignete sich 1968. Dabei handelte es sich um eine vergleichsweise kleine phreatische Eruption, bei der Wasserdampf und Gestein ausgestoßen wurden, aber keine frische Lava gefördert wurde.

Die Insel Flores entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem vulkanischen Brennpunkt Indonesiens, da hier der Lewotobi Lakilaki aktiv ist. Auf der benachbarten Insel Lembata sorgt der Lewotolok für Unruhe. Von beiden Vulkanen gingen heute Aschewolken aus, die beim VAAC VONA-Warnungen verursachten.