Krasheninnikov eruptiert Vulkanasche – Lavastrom weiterhin aktiv
Am Vulkan Krasheninnikov auf der russischen Halbinsel Kamtschatka hält nicht nur die effusive Eruption weiter an, sondern es kam auch zum Ascheausstoß bis auf 4300 m Höhe. Nach Angaben des Kamtschatka Volcanic Eruption Response Teams (KVERT) fließt gleichzeitig Lava aus dem nördlichen Kegel des Vulkans. Satellitenaufnahmen zeigen einen zweiarmigen Lavastrom, der sich bis zu 2 Kilometer weit über die Nordostflanke erstreckt. Gleichzeitig wird aus dem Kraterbereich eine Gas- und Dampfwolke beobachtet.
Die thermische Aktivität ist weiterhin deutlich ausgeprägt. Das satellitengestützte Messsystem MIROVA registrierte eine Wärmestrahlungsleistung von bis zu 111 MW. Auch KVERT meldete während der gesamten vergangenen Woche eine große thermische Anomalie. Auf aktuellen Sentinel-Satellitenbildern ist neben dem Lavastrom eine weitere thermische Anomalie im Bereich des Kraters erkennbar. Die Messwerte bestätigen damit, dass im Bereich des Förderschlots weiterhin heiße Lava an der Oberfläche vorhanden sind.
Neben der effusiven Aktivität besteht weiterhin die Möglichkeit explosiver Ascheemissionen. KVERT hält deshalb die Gefahr von Ascheexplosionen bis in eine Höhe von etwa 6 Kilometern über dem Meeresspiegel aufrecht. Der Aviation Colour Code steht auf Gelb. Insbesondere der niedrig fliegende Luftverkehr kann durch plötzliche Aschefreisetzungen gefährdet werden.
Eine solche Aschewolke wurde jüngst vom Vulkanasche-Warnzentrum Tokyo registriert. Am 28. September um 23:35 UTC wurde eine Ascheemission bis etwa 4,3 Kilometer Höhe (FL140) gemeldet. Die Wolke bewegte sich nach Nordosten. Bei der anschließenden Satellitenbeobachtung war sie allerdings nicht mehr eindeutig identifizierbar. Der VAAC Tokyo kündigte daher eine weitere Warnung nur für den Fall an, dass erneut Vulkanasche in Satellitenbildern erkannt wird. Es war die siebte VONA-Warnung in diesem Jahr zum Krasheninnikov.
Der Krasheninnikov liegt im zentralen Teil Kamtschatkas und erreichte nach einer langen Ruhephase 2025 erstmals wieder eine Eruptionsphase. Die aktuelle Aktivität wird weiterhin von effusivem Lavaaustritt dominiert.
Satellitengestütztes NISAR eröffnet neue Möglichkeiten für die Vulkanüberwachung – erste praktische Anwendungen veröffentlicht
In der Vulkanologie kommt der Fernerkundung der Feuerberge eine immer größer werdende Rolle zu. Neben Drohnen kommen vor allem Satelliten zum Einsatz, die immer weiter entwickelt werden und den Forschern neue Perspektiven erschließen. Mit dem NASA-ISRO-Satelliten NISAR steht Vulkanologen so ein neues Erdbeobachtungsinstrument zur Verfügung, das die Möglichkeiten der Radarfernerkundung deutlich erweitert. NISAR ist dabei keine neue Variante der bekannten InSAR-Methode. Vielmehr handelt es sich um einen Satelliten, der zwei leistungsfähige Synthetic-Aperture-Radar-Systeme kombiniert und damit besonders systematische Beobachtungen der Erdoberfläche ermöglicht.
Eine Besonderheit ist die Kombination von Radarwellen aus L-Band und S-Band. Das von der NASA bereitgestellte L-Band arbeitet mit einer Wellenlänge von etwa 24 Zentimetern, während das von der indischen Raumfahrtorganisation ISRO entwickelte S-Band eine Wellenlänge von 9,4 Zentimetern besitzt. Zusätzlich verfügt NISAR über eine große Beobachtungsbreite von mehr als 240 Kilometern und erreicht je nach Aufnahmemodus eine Auflösung von etwa 3 bis 10 Metern.
Ermöglicht wird diese große Beobachtungsbreite – im Fachjargon als Schwadbreite bezeichnet – durch einen extrem großen Radarreflektor mit einem Durchmesser von 12 Metern, der erst im Weltraum entfaltet wird. Die aus einem goldbeschichteten Drahtgeflecht bestehende Antenne sitzt am Ende eines etwa neun Meter langen Auslegers. Sie bildet das zentrale Element des Radarsystems: Die von den Instrumenten ausgesendeten Radarwellen werden auf den Reflektor geleitet, von diesem gebündelt und schräg zur Erdoberfläche abgestrahlt. Die von der Erde zurückgestreuten Signale werden anschließend vom Reflektor wieder auf die Empfangseinheit konzentriert.
Der Satellit überfliegt dieselben Gebiete regelmäßig und tastet die Geländeoberfläche mit seinem Radar ab: Auf- und absteigende Umlaufbahnen ermöglichen im Mittel Beobachtungen des Geländes etwa alle sechs Tage. Aus den Daten lassen sich Visualisierungen der Landoberfläche erstellen.
Für Vulkanologen ist insbesondere das L-Band interessant. Die längere Wellenlänge weist unter bestimmten Bedingungen eine geringere zeitliche Dekorrelation auf und kann dadurch auch über vulkanischem Gelände eine stabile Grundlage für interferometrische Zeitreihen liefern. Wie bei herkömmlichem InSAR lassen sich aus wiederholten Radaraufnahmen kleinste Veränderungen der Erdoberfläche bestimmen. NISAR kann damit beispielsweise Aufwölbungen und Absenkungen des Bodens erfassen, die durch aufsteigendes oder sich verlagerndes Magma entstehen. Die Mission ist ausdrücklich darauf ausgelegt, Deformationen und Veränderungen an Vulkanen systematisch zu untersuchen.
Erster NISAR-Einsatz am äthiopischen Vulkanduo Hayli Gubbi und Erta Alé
Erta Alé
Wie vielseitig die Daten eingesetzt werden können, zeigen zwei aktuelle Beispiele von Vulkanausbrüchen, über die Vnet bereits ausführlich berichtet hat. Bei der Eruption des Hayli Gubbi, die sich 2025 im äthiopischen Afar-Gebiet ereignete, untersuchten Wissenschaftler um WenbinXu von der Central South University die Bodendeformation und beobachteten, dass im Bereich des benachbarten Erta Alé die größten Veränderungen stattfanden. NISAR-L-Band-Daten wurden mit Sentinel-1-C-Band-Daten kombiniert. Aus den unterschiedlichen Blickrichtungen konnte ein dreidimensionales Deformationsfeld berechnet werden. Die Messungen zeigten eine deutliche Absenkung und horizontale Kontraktion der Erta-Alé-Caldera. Daraus modellierten die Forscher zwei kontrahierende, flache Dykes unter dem Vulkan. NISAR machte damit einen unterirdischen magmatischen Prozess sichtbar, der sich an der Oberfläche durch großräumige Verformungen verriet. Tatsächlich ging die Eruption des Hayli Gubbi mit einem Ablaufen des Lavasees und eines unterirdischen Magmaspeichers im Erta Alé einher und könnte von diesen ausgelöst worden sein.
Wachstum des Lavastroms am Krasheninnikov dokumentiert
Krasheninnikov
Ein zweites Beispiel stammt vom russischen Krasheninnikov auf der Halbinsel Kamtschatka. Der Vulkan brach ebenfalls 2025 nach einem Megabeben aus, womit seine mehr als 500jährige Ruhe beendet wurde. Dort wurde NISAR nicht primär zur Messung unterirdischer Deformation eingesetzt, sondern zur direkten Beobachtung der Eruptionsentwicklung. Seit Dezember 2025 überflog der Satellit den Vulkan mehrfach und tastete mit seinem Radar die Oberfläche des Vulkans ab. Aus 17 Aufnahmen bis August 2026 entstand eine Zeitraffersequenz, die zeigt, wie Lava zunächst eine kleinere innere Caldera auffüllt, anschließend in den größeren Krater überläuft und sich schließlich fächerförmig über die Vulkanflanke ausbreitet.
Damit zeigen beide Beispiele die Bandbreite von NISAR: Im Fall des Erta Alé lassen sich verborgene Magmenbewegungen anhand der Oberflächendeformation untersuchen, während Krasheninnikov demonstriert, wie sich die Entwicklung eines Lavastroms über Monate hinweg verfolgen lässt. Die Stärke von NISAR liegt somit weniger in einer völlig neuen Messmethode als in der Kombination aus zwei Radarfrequenzen, hoher räumlicher Auflösung, großer Flächenabdeckung und regelmäßigen Wiederholungsaufnahmen. Für die Vulkanüberwachung entsteht dadurch eine besonders wertvolle globale Zeitreihe.
Krasheninnikov mit anhaltender Lavastromaktivität – hohe Thermalstrahlung detektiert
Am russischen Vulkan Krasheninnikov, der auf der Halbinsel Kamtschatka liegt, hält die effusive Eruption mit hoher Intensität an. Satellitendaten zeigen derzeit eine ausgeprägte thermische Anomalie an der Ostflanke des nördlichen Vulkankegels. Die starke Thermalstrahlung geht von einem mehrarmigen Lavastrom aus, der sich seit über einem Jahr über die Ostflanke ausbreitet und ein großes Lavafeld erzeugte. Aktuell fließt die Lava teilweise durch Tubes und tritt nur stellenweise zu Tage. Das satellitengestützte Überwachungssystem MODIS registrierte am Vortag eine thermische Leistung von 130 MW – ein deutliches Signal für größere Mengen an heißer, oberflächennaher Lava.
Auch das Kamtschatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) bestätigt die anhaltende effusive Aktivität. Demnach treten weiterhin Lavaströme am östlichen Hang des Nordkraters aus. Gleichzeitig wird aus dem Gipfelbereich neben einer kleineren thermischen Anomalie auch eine Dampf-Emission beobachtet. KVERT meldet die ganze Woche über thermische Anomalien. Der Warncode für den Flugverkehr steht auf Gelb. Obwohl derzeit keine größere explosive Aktivität gemeldet wird, besteht weiterhin die Gefahr von Explosionen, die Aschewolken bis auf 6 km Höhe fördern können. Besonders für niedrig fliegende Luftfahrzeuge kann der Vulkan damit eine Gefahr darstellen.
Der 1.856 m hohe Krasheninnikov liegt im östlichen Teil Kamtschatkas, ca. 13 km südlich des Kronozkoje-Sees. Der Vulkan besteht aus zwei ineinander geschachtelten Stratovulkanen innerhalb einer 9 × 10 km großen Caldera. Der nördliche und der südliche Kegel sitzen auf einer tektonisch vorgegebenen Nordost-Südwest-Störungszone. Das Gebiet gehört zum vulkanisch und seismisch hochaktiven Kurilen-Kamtschatka-Bogensystem.
Besondere Bedeutung besitzt die aktuelle Eruption, weil sie erstmals in historischer Zeit beobachtet wurde. Sie begann am 2. August 2025, wenige Tage nach dem schweren Kamtschatka-Erdbeben vom 30. Juli. Das Beben erreichte Mw 8,8 und ereignete sich offshore vor der Südostküste Kamtschatkas. Wissenschaftler vermuten, dass die Eruption durch das Erdbeben getriggert wurde.
Zu Beginn war die Eruption zunächst explosiv: Aschewolken stiegen bis 8–10 km auf, während sich gleichzeitig eine Spalte am Nordwesthang öffnete und zähflüssige Lava austrat. Inzwischen dominiert die effusive Tätigkeit.
Ascheemissionen am Krasheninnikov – Lavastromeruption hält an
Am Vulkan Krasheninnikov auf der russischen Halbinsel Kamtschatka hält die aktuelle effusive Eruption an. Nach Angaben des zuständigen Vulkanobservatoriums KVERT strömt weiterhin Lava an den östlichen Hängen des Nordkegels des 1.856 Meter hohen Vulkans ab. Die effusive Aktivität wird von Gas- und Dampfemissionen begleitet, die zeitweise auch Asche enthalten. Gelegentlich kommt es auch zu stärkeren Ascheeruptionen. Der Vulkan steht weiterhin unter dem Flugalarmcode Gelb.
Die jüngsten Satellitenbeobachtungen dokumentieren die anhaltende Aktivität. Am 15. August registrierte der Satellit MODIS eine starke thermische Anomalie mit einer Leistung von 137 MW. Sie deutet auf einen Wärmeeintrag durch die weiterhin aktiven Lavaströme hin. KVERT meldete zudem eine bis zu 60 Kilometer lange Aschewolke, die sich vom Vulkan nach Südosten erstreckte.
Auch der aktuelle Vulkansonderbericht des VAAC Tokyo bestätigt die Ascheemission. Demnach wurde am 15. August um 22:50 UTC eine Aschewolke bis auf eine Höhe von etwa 2.100 Metern über dem Meeresspiegel, ausgestoßen. Die Wolke bewegte sich mit 18 km/h nach Südosten. Für die folgenden Stunden wurde eine weitere Ausbreitung der Aschewolke über dem östlichen Kamtschatka prognostiziert.
Krasheninnikov ist ein komplexer Vulkan im Osten Kamtschatkas und wurde im letzten August nach einer gut 500 Jahre dauernden Ruhe aktiv. Wahrscheinlich wurde die Eruptionsphase durch ein sehr starkes Megabeben der Magnitude 8,8 getriggert, das sich am 30. Juli manifestierte.
Die aktuelle Eruption ist vor allem durch effusiven Lavaausfluss geprägt, wobei die begleitenden Ascheemissionen eine zusätzliche Gefahr für den Flugverkehr darstellen.
Eine unmittelbare Verschärfung des Aviation Colour Codes wurde bislang nicht gemeldet. Die weitere Entwicklung hängt insbesondere davon ab, ob die Lavaförderung zunimmt oder die explosive Aktivität am Nordkegel stärker wird.
Aschewolke in 2400 m Höhe am Krasheninnikov detektiert – Lavastromtätigkeit hält an
Erst gestern wies ich in einem Update zum russischen Vulkan Krasheninnikov auf der Halbinsel Kamtschatka auf die Möglichkeit explosiver Eruptionen hin, die Aschewolken erzeugen können, obwohl der Vulkan derzeit überwiegend effusiv tätig ist. Dass bereits einen Tag später tatsächlich eine Aschewolke beobachtet wurde, war allerdings eher Zufall als Vorsehung. Hier die Details:
In der Nacht zum Sonntag registrierte das VAAC Tokio eine Aschewolke, die vom Krasheninnikov ausging, eine Höhe von 2400 Metern erreichte und sich mit den Höhenwinden nach Südosten ausbreitete.
Die Erwartung einer explosiven Eruption erhält nach Einschätzung der KVERT-Vulkanologen jedoch einen Dämpfer: Ihrer Ansicht nach handelte es sich wahrscheinlich um bereits am Vulkanhang abgelagerte Asche, die durch starke Windböen aufgewirbelt und in die Höhe getragen wurde. Das KVERT-Observatorium meldete eine rund 60 Kilometer lange Aschefahne südlich des Vulkans und beließ den Luftfahrt-Warncode auf Gelb.
Entsprechende Phänomene kennt man auch von anderen Vulkanen Kamtschatkas, etwa vom Klyuchevskoy oder Shiveluch, wo insbesondere im Herbst starke Winde häufig Asche remobilisieren. Dennoch ist auf einem aktuellen Sentinel-Satellitenbild von heute zu erkennen, dass aus dem Krater eine dichte Dampfwolke aufsteigt. Meiner Ansicht nach besitzt der Vulkan durchaus das Potenzial für kräftige Exhalationen, bei denen auch Asche aus dem Förderschlot ausgeworfen werden kann.
Auch die Forscher von KVERT halten daher an ihrer Warnung fest: Trotz des derzeit überwiegend ruhigen Lavaausflusses bleibt Vorsicht geboten. Jederzeit könnten stärkere Ascheemissionen auftreten, deren Wolken Höhen von bis zu sechs Kilometern über dem Meeresspiegel erreichen. Vor allem der regionale Flugverkehr muss die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen, da selbst vergleichsweise kleine Aschewolken für Flugzeuge eine erhebliche Gefahr darstellen können.
Krasheninnikov bleibt aktiv und fördert weiterhin Lavaströme
Der russische Vulkan Krasheninnikov auf Kamtschatka hält seine effusive Tätigkeit aufrecht. In den vergangenen Wochen ist der mehrarmige Lavastrom, der an der Basis des Nordkraters entspringt und über dessen Ostflanke abfließt, weiter angewachsen. Nach mehreren Tagen dichter Bewölkung haben sich die Wolken heute gelichtet, sodass die MODIS-Satelliten wieder eine Wärmestrahlung detektieren konnten. Sie beträgt 124 MW und bewegt sich damit weiterhin auf einem hohen Niveau.
Krasheninnikov
Zuletzt ließ sich die Lavastromtätigkeit am 2. Juli anhand von Satellitenaufnahmen visualisieren. Das oben gezeigte Bild kombiniert zwei verschiedene Lichtspektren. Die Grundlage bildet eine Copernicus-Aufnahme im sichtbaren Lichtspektrum, in die ich den Rotkanal eines SWIR-Infrarotbildes integriert habe, der die Wärmesignatur der Lava sichtbar macht. Zu erkennen sind eine Wärmequelle im Zentrum des Nordkraters sowie mehrere Lavaströme, die am Kraterrand entspringen. Diese verlaufen teilweise in Lavatunneln, bevor sie wieder an der Oberfläche austreten.
Laut den Vulkanologen von KVERT wird die Eruption von starken Entgasungen begleitet. Der Krasheninnikov könnte jederzeit zu seiner zuvor beobachteten explosiven Tätigkeit zurückkehren. Daher muss mit Explosionen gerechnet werden, die Aschewolken bis in Höhen von 6 Kilometern fördern und damit eine Gefahr für den Flugverkehr darstellen können. Zudem können grobe Tephra auf ballistischen Flugbahnen und vulkanische Bomben Vulkanbeobachter in Kraternähe gefährden. Der Alarmstatus bleibt daher auf Gelb.
Der 1.856 Meter hohe Krasheninnikov ist ein Komplexvulkan, der aus zwei sich überlappenden Stratovulkanen innerhalb einer älteren Caldera besteht. Er liegt im Kronozki-Naturreservat südlich des Kronozkoje-Sees. Die aktuelle Eruption begann am 3. August 2025 und ist der erste historisch dokumentierte Ausbruch seit mehreren Jahrhunderten. Vermutlich wurde sie durch das Megabeben der Magnitude 8,8 ausgelöst, das sich am 30. Juli 2025 vor der Küste Kamtschatkas ereignete. Zunächst wurden kräftige Ascheemissionen mit mehrere Kilometer hohen Eruptionswolken registriert. Anschließend entwickelte sich die Aktivität zu einer überwiegend effusiven Phase mit anhaltenden Lavaströmen sowie wiederkehrenden Asche- und Gasemissionen.
Vulkan Krasheninnikov auf Kamtschatka bleibt aktiv und fördert Lavaströme am Nordkegel
Der Vulkan Krasheninnikov befindet sich auf der russischen Halbinsel Kamtschatka und ist weiterhin aktiv: aktuelle Copernicus-Satellitenbilder und MIROVA-Daten zeigen eine anhaltende effusive Eruption, die auch von den zuständigen Vulkanologen von KVERT bestätigt wird. Seit letztem August fließt Lava an den Osthängen des Nordkegels des Vulkans ab. Gleichzeitig werden aus dem Kraterbereich Gas- und Dampfwolken freigesetzt. Für den Flugverkehr gilt weiterhin die Warnstufe Gelb.
Die Aktivität begann wenige Tage nach dem starken Erdbeben Mw 8,8 vor der Südostküste Kamtschatkas. Nach mehreren Jahrhunderten der Ruhe erwachte der Krasheninnikov zunächst mit einer explosiven Eruption, bei der Aschewolken gefördert wurden. Inzwischen gibt es keine Explosionen mehr und der Vulkanausbruch ist rein effusiv. Ein mehrarmiger Lavastrom entspringt der Basis des Kraters und fließt über die Ostflanke ab. Er bildete ein ausgeprägtes Lavafeld mit einer Länge von gut 2 Kilometern und einer maximalen Breite von 1 Kilometer. Aktuell lässt sich die Wärmesignatur auf eine Länge von 1500 m verfolgen.
Darüber hinaus meldete auch das globale Vulkanüberwachungsnetzwerk MIROVA eine thermische Anomalie von rund 260 Megawatt, die von dem Lavastrom und dem heißen Förderschlot im Nordkrater ausgeht. Solche Werte deuten auf erhebliche Wärmestrahlung an der Oberfläche hin. Parallel dazu erfassten Satellitenaufnahmen im kurzwelligen Infrarotbereich (SWIR) deutlich erhöhte Temperaturen auf den Flanken des Vulkans. Die Aufnahmen zeigten die charakteristischen thermischen Signaturen frischer Lavaströme, die sich vom Nordkegel aus hangabwärts bewegen. Das hier vorliegende Bild ist eine von mir mit KI-Unterstützung erstellte Kombination zweier Satellitenfotos im sichtbaren Licht und im kurzwelligen SWIR-Band, das die thermische Signatur der Lava erfasst und visualisiert.
Der 1.856 Meter hohe Krasheninnikov gehört zu den weniger bekannten Vulkanen Kamtschatkas. Die aktuelle Aktivität ist daher von besonderem wissenschaftlichem Interesse. Die fortlaufenden Satellitenbeobachtungen ermöglichen es Vulkanologen, die Entwicklung der Eruption nahezu in Echtzeit zu verfolgen und mögliche Veränderungen des Aktivitätsniveaus frühzeitig zu erkennen.
Ascheemissionen vom Krasheninnikov lösen die ersten beiden VONA-Meldungen in diesem Jahr aus
Der russische Vulkan Krasheninnikov liegt auf der Halbinsel Kamtschatka und stand in den letzten Monaten aufgrund seiner effusiven Eruption gelegentlich in den Schlagzeilen bei Vnet, doch heute macht er aufgrund zweier Explosionen von sich reden, die laut VAAC-Tokio die ersten beiden VONA-Warnungen vor Aschewolken an diesem Vulkan im Jahr 2026 auslösten. Die erste Meldung wurde am Abend des 11. Mai 2026 um 23:23 UTC veröffentlicht. Sie dokumentiert vulkanische Asche, die um 22:55 UTC beobachtet wurde. Eine zweite Meldung wurde um 4:05 UTC am 12. Mai veröffentlicht.
Krashenninikov im April
Der Krasheninnikov ist ein abgelegener Stratovulkan im östlichen Teil der Halbinsel Kamtschatka. Er liegt etwa in der Mitte der Ostküste Kamtschatkas und gehört zu einer der aktivsten vulkanischen Regionen der Erde: dem pazifischen Feuerring. Mit einer Höhe von 1816 Metern ist der Vulkan zwar deutlich niedriger als berühmte Nachbarn wie Klyuchevskoy oder Shiveluch, besitzt aber eine markante Doppel-Caldera-Struktur mit mehreren jungen Schlackenkegeln und Lavadomen. Er befindet sich im Kronotsky-Naturreservat, einer schwer zugänglichen Wildnis aus Vulkanen, Geysiren und Tundra.
Die erste VONA-Meldung beschreibt eine Aschewolke, die bis zur Flughöhe FL100, also etwa 3 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel, aufgestiegen ist und sich mit einer Geschwindigkeit von 37 km/h nach Ost-Nordost bewegte. Die zweite Aschewolke erreichte nur noch eine Flughöhe von 090, was in etwa 2700 m Höhe entspricht. Beobachtet wurde die Asche durch den Wettersatelliten Himawari-9.
Darüber hinaus ist der Krasheninnikov weiterhin effusiv tätig, wie eine moderate Thermalstrahlung bestätigt, die von MODIS/MIROVA detektiert wird. Auf dem jüngsten Sentinel-Satellitenfoto vom 8. Mai lässt sich durch aufgelockerte Bewölkung die Thermalsignatur eines zweiarmigen Lavaströms im Nordosten des Vulkans erahnen.
Bis zum letzten Jahr galt der Krasheninnikov als ruhender Vulkan. Für den Vulkan existieren nur unsichere Hinweise auf Aktivität in historischer Zeit; viele Kataloge führen keine bestätigten modernen Eruptionen auf. Der Vulkan begann nach dem Megabeben, das sich im Juli letzten Jahres vor der Südostküste Kamtschatkas manifestierte, plötzlich mit Eruptionen.
Krasheninnikov bleibt effusiv aktiv und fördert Lavastrom – starke Dampfentwicklung aus dem Krater
Der Vulkan Krasheninnikov liegt auf der russischen Halbinsel Kamtschatka und befindet sich weiterhin in einer anhaltenden Eruptionsphase, die im Sommer 2025 begann. Nach mehreren Jahrhunderten Ruhe setzte die Aktivität Anfang August nach einem sehr starken Erdbeben nahe der Regionalhauptstadt ein und dauert inzwischen bereits seit fast 9 Monaten an. Der Beginn der Eruption wurde vermutlich durch die Erschütterungen des Erdbebens ausgelöst, die das magmatische System destabilisierten. Kurz darauf wurden erste Aschemissionen und thermische Anomalien registriert.
Aktuell zeigt sich der Vulkan überwiegend effusiv aktiv. Das bedeutet, dass vor allem Lava austritt und keine oder nur sehr kleine explosive Ascheeruptionen stattfinden. An den Osthängen des nördlichen Kegels ergießen sich kontinuierlich Lavaströme. Der längste dieser Ströme ist aktuell etwa 1,8 Kilometer lang und bewegt sich in Richtung Nord-Nordost, am Rand des Lavafelds, das in den letzten 9 Monaten stetig gewachsen ist. Begleitet wird diese Aktivität von sichtbaren Gas- und Dampfwolken, die kontinuierlich aus dem Krater aufsteigen, wie ein jüngst durchgeführter Inspektionsflug der Vulkanologen zeigte.
Satellitendaten liefern zusätzliche Einblicke in die aktuelle Dynamik des Krasheninnikov. Das Überwachungssystem MIROVA registrierte am Wochenende eine Thermalstrahlung mit einer Leistung von bis zu 85 Megawatt, was auf eine moderate Wärmemenge im Fördersystem schließen lässt. Allerdings könnten die Messungen durch Wolken beeinträchtigt worden sein, so dass die Wärmestrahlung tatsächlich höher ist. Auch die Vulkanologen von KVERT melden eine ausgeprägte thermische Anomalie, die die anhaltende Lavaförderung bestätigt.
Trotz der derzeit überwiegend ruhigen, effusiven Aktivität bleibt der Vulkan unter Beobachtung. Für die Luftfahrt gilt aktuell der Farbcode „Gelb“, was auf eine erhöhte Unruhe hinweist, allerdings ohne größere Aschewolken, die bis in große Höhe aufsteigen.
Das Bild oben ist ein Komposit aus 2 Sentinel-Satellitenfotos: Eines zeigt den Vulkan im normalen Lichtspektrum, das zweite Bild die Wärmeanomalien, die von einer KI in Form des Lavastroms in das erste Bild gerendert wurde.