Erhöhte Aktivität am Ili Lewotolok – Zahlreiche strombolianische Eruptionen
Der indonesische Vulkan Ili Lewotolok auf der Insel Lembata zeigt weiterhin eine anhaltend hohe Aktivität, überwiegend in Form strombolianischer Eruptionen und gelegentlich höher aufsteigender Aschewolken. Eine solche ereignete sich heute Nacht, als das VAAC Darwin eine VONA-Warnung für den Flugverkehr herausgab. Demnach kam es in der Nacht um 4:42 Uhr WITA (Zentralindonesische Zeit) zu einer stärkeren Eruption, die aufgrund schlechter Sichtverhältnisse nicht visuell beobachtet werden konnte, aber von einem Seismografen eindeutig aufgezeichnet wurde. Die maximale Amplitude betrug 5,8 Millimeter, die Dauer des Bebens lag bei 34 Sekunden. Die Höhe der Aschewolke konnte nicht bestimmt werden.
Darüber hinaus bestätigen die aktuellen Messdaten, dass sich der Lewotolok in einer Phase erhöhter Aktivität befindet, die bereits am 4. Januar 2026 begann. Allein gestern wurden 39 Eruptionsbeben mit Amplituden zwischen 8,8 und 34,5 Millimetern und einer Dauer von 35 bis 57 Sekunden registriert. Zusätzlich verzeichneten die Stationen 288 sogenannte Hembusan-Beben (Entgasungsbeben) mit Amplituden von 1,6 bis 18,9 Millimetern und Laufzeiten von 25 bis 54 Sekunden.
Hinzu kamen ein flaches vulkanotektonisches Beben mit 3,5 Millimetern Amplitude sowie drei tiefe vulkanische Beben mit Amplituden bis zu 39,1 Millimetern. Ein tektonisches Fernbeben mit 61 Sekunden Dauer wurde ebenfalls erfasst. Die Kombination aus zahlreichen Eruptions- und Entgasungsbeben deutet auf anhaltenden Magmenaufstieg und erhöhten Gasdruck im Fördersystem hin.
Bevor sich gestern Abend die Wolkendecke am Lewotolok schloss, veröffentlichten die ortsansässigen Vulkanbeobachter ein Foto einer strombolianischen Eruption, das von einer Livecam aufgenommen wurde und die klassischen Leuchtspuren glühender Tephra dokumentiert.
Der rund 1.423 Meter hohe Stratovulkan ist seit Ende 2020 aktiv und befindet sich weiterhin in einer eruptiven Phase mit strombolianischer Aktivität, Ascheemissionen und gelegentlichen Lavaabgängen.
Die Behörden halten eine Sperrzone von drei Kilometern um den Krater aufrecht. Besonders gefährdet sind der Süd- und Südostsektor sowie der West- und Nordostsektor, wo Lavaabgänge und pyroklastische Ströme auftreten können. Anwohner werden aufgefordert, Atemschutzmasken zu tragen und Wasserreservoirs vor Ascheeintrag zu schützen.






