Alarmstufe am Gunung Sorik Marapi erhöht – Besteigungen vorübergehend untersagt
Zum ersten Mal seit Monaten wird ein bis dato unauffälliger Vulkan seismisch aktiv und bereitet sich möglicherweise auf eine Eruption vor: Der indonesische Gunung Sorik Marapi im Norden Sumatras – nicht zu verwechseln mit dem Marapi im Westen der Insel – steigerte am 2. April seine Seismizität signifikant, woraufhin die Alarmstufe auf „Gelb“ erhöht wurde.
Der Gunung Sorik Marapi ist ein 2.145 Meter hoher komplexer Stratovulkan im Norden der indonesischen Insel Sumatra. Er befindet sich im Batang-Gadis-Nationalpark in der Provinz Nord-Sumatra. Der Vulkan verfügt über mehrere Krater, die zum Teil fumarolisch tätig sind, und es gibt hydrothermale Bereiche mit heißen Quellen und Schlammbecken. Die vulkanische Aktivität des Sorik Marapi ist überwiegend phreatisch, das heißt, durch Wasserdampfexplosionen geprägt, und historische Ausbrüche blieben meist moderat. Die letzte größere dokumentierte Aktivität datiert auf die späten 1980er-Jahre, während der Vulkan in den letzten Jahren vor allem seismische Unruhe und hydrothermale Erscheinungen zeigte.

Am 2. April 2026 registrierten Seismometer einen plötzlichen Anstieg der Seismizität in Form von vulkanotektonischen Erdbeben, von denen sich an diesem Tag 115 ereigneten. Vorgestern gab es 56 Beben und die indonesische Vulkanüberwachung PVMBG stufte die Alarmstufe des Vulkans von „normal“ auf „Waspada“ (Stufe II, gelb) hoch. Nach Meinung der Vulkanologen stehen die auch heute noch anhaltenden Erdbeben mit Magmenaufstieg in Verbindung.
Auffällig ist, dass die vulkanotektonischen Erdbeben kurz nach dem starken Erdbeben Mw 7,3 zwischen Sulawesi und Halmahera einsetzten bzw. sich verstärkten. Es besteht die Möglichkeit, dass das Starkbeben den Magmenaufstieg triggerte. Wie das Histogramm zeigt, setzte leichte Seismizität bereits Anfang Feburar ein.
In Reaktion auf die erhöhte Aktivität wurden die Wanderwege zum Gipfel vorübergehend gesperrt, und die Bevölkerung wird gebeten, einen Mindestabstand von 1,5 Kilometern um den Hauptkrater einzuhalten. Auch die Nebenkrater Sibanggor Tonga und Sibanggor Julu sowie andere Kraterbereiche sind aktuell tabu, um die Risiken durch plötzliche Gas- oder Schlammexplosionen zu minimieren.
Die Wiedereröffnung der Wege ist erst vorgesehen, sobald sich die vulkanische Aktivität wieder normalisiert hat.