Telica in Nicaragua eruptiert erneut – Aschewolke zieht über 140 Kilometer
Der Telica im Westen Nicaraguas befindet sich weiterhin in einer Phase erhöhter eruptiver Aktivität. Am Dienstag, 11. August 2026, registrierte das Washington Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) erneut eine Ascheemission. Satellitenaufnahmen des Wettersatelliten GOES-19 zeigten gegen 12:30 UTC eine Vulkanaschewolke über dem Krater. Sattelittenaufnahmen zeigten, dass sie weit über das Meer hinaus zog.

Die Asche erreichte nach Angaben des VAAC eine Höhe von bis zu Flugfläche FL055, entsprechend etwa 1.700 Metern über dem Meeresspiegel. Da der Gipfel des Telica rund 1.036 Meter hoch ist, stieg die Eruptionswolke damit ungefähr 650 Meter über den Kraterrand auf. Starke Höhenwinde verfrachteten die Asche mit 58 km/h nach Südwesten bis Westsüdwesten. Auf Satellitenbildern konnte die Aschewolke bis zu 75 nautische Meilen, also rund 140 Kilometer, vom Vulkan verfolgt werden.
Die Eruption steht im Zusammenhang mit einer seit Ende Juli anhaltenden Aktivitätsphase. Am 24. Juli war eine Explosion registriert worden, bei der eine Aschewolke etwa 150 Meter über den Gipfel aufstieg. In den folgenden Tagen kam es wiederholt zu Ascheemissionen. Ende Juli wurden dabei deutlich größere Wolken beobachtet. Das Smithsonian Global Volcanism Program wertete die Entwicklung als neue eruptive Aktivität.
Der Telica gehört zu den aktivsten Vulkanen Nicaraguas. Sein Vulkankomplex besteht aus mehreren ineinander verschachtelten Kegeln und Förderschloten. Der Gipfel wird von einem etwa 700 Meter breiten Doppelkrater geprägt. Historisch sind zahlreiche explosive Eruptionen überliefert.
Die aktuelle Aktivität beschränkt sich nach den vorliegenden Beobachtungen bislang auf Explosionen und Ascheemissionen. Hinweise auf größere Lavaströme oder pyroklastische Ströme liegen nicht vor. Aufgrund der wiederholten Explosionen bleibt der Vulkan jedoch aufmerksam zu beobachten.