Teneriffa: Anhaltender Erdbebenschwarm am 6. März

Anhaltende seismovulkanische Aktivität auf Teneriffa – Erdbebenschwarm seit 2 Tagen aktiv

Unter Teneriffa hält die Phase erhöhter seismovulkanischer Aktivität an. Sie begann am 4. März 2026 gegen 23:00 Uhr, setzte sich am 5. März über den gesamten Tag hinweg fort und hielt auch bis zum Zeitpunkt dieses Berichts weiterhin an. Die Erdbeben manifestieren sich unter dem inzwischen bekannten Bereich im Westen der Caldera Las Cañadas im Teide-Vulkanmassiv.

Spektogramm

Die Aktivität besteht überwiegend aus niederfrequenten seismischen Beben mit langen Perioden (LP-Ereignissen), die in Form von Pulsen auftreten und auf Prozesse im magmatischen System hinweisen. Diese Signale werden von Dutzenden Hybridereignissen begleitet. Hybridbeben weisen sowohl Eigenschaften vulkanotektonischer als auch langperiodischer Signale auf und werden häufig mit Fluidbewegungen im Untergrund in Verbindung gebracht. Bei diesen Fluiden kann es sich um Magma handeln.

Das automatische Analysesystem registrierte bislang 272 Hybridereignisse, von denen 65 lokalisiert werden konnten. Die Magnituden liegen sämtlich unter Mb 1,6 und sind zu schwach, um von der Bevölkerung wahrgenommen zu werden. Die Hypozentren befinden sich in Tiefen zwischen 8 und 16 Kilometern unter dem Meeresspiegel. Zusätzlich zu den Hybridbeben zeigen die Seismogramme mehrere deutlich erkennbare LP-Impulsfolgen. Die stärksten Signale dieser Art wurden um 01:48 UTC und 05:40 UTC registriert.

Die aktuelle Episode erinnert an die Aktivitätsphase vom Februar 2026, über die ich hier bereits mehrfach berichtete. Damals wurden innerhalb kurzer Zeit tausende seismische Signale registriert, darunter zahlreiche Hybrid- und langperiodische Ereignisse. Auch diese konzentrierten sich überwiegend unter der Teide-Caldera und deuteten auf eine dynamische Aktivität im magmatisch-hydrothermalen System des Vulkans hin. Die Ereignisse wurden teilweise als Schwarmbeben interpretiert. Laut den Geoforschern vom IGN lassen sich die Signale der aktuellen Episode nicht eindeutig in klassische Schwarmstrukturen einordnen, da gemeinsame zeitliche und räumliche Merkmale bislang fehlen. So wie ich es sehe, haben wir es dennoch mit einem Erdbebenschwarm zu tun. Wenn man nach Erdbebenart klassifizieren will, handelt es sich um 2 oder mehrere parallel ablaufende Erdbebenschwärme Das Problem der Einordnung liegt im Wesen der nicht einheitlichen Definitionen von Schwarmbeben, die offenbar jedes Institut eigenwillig definiert.

Nach Einschätzung der Fachleute erhöht diese Art von Aktivität derzeit weder das kurz- noch das mittelfristige Ausbruchsrisiko auf Teneriffa. Tatsächlich sehe ich es so, dass nicht die Erdbebenaktivität das Risiko eines Vulkanausbruchs erhöht, sondern dass die Schwarmbeben das erhöhte Eruptionsrisiko widerspiegeln.