Teneriffa weiter Brennpunkt seismischer Aktivität – Erdbebenschwarm in der nordöstlichen Riftzone des Teide
Am Abend des 11. Aprils manifestierte sich im Nordosten des Teide auf Teneriffa bei Arafo ein kleiner Erdbebenschwarm, der aus 11 Beben mit Magnituden zwischen 1,0 und 1,9 bestand. Die Beben ereigneten sich unter dem Nordost-Rücken (Dorsal) des Teide, dessen Verlauf eine Riftzone markiert. Die Hypozentren lagen in Tiefen zwischen etwa 3 und 10 Kilometern. Dabei lässt sich eine gewisse Zweiteilung erkennen: flachere Ereignisse im Bereich um 3 Kilometer und tiefere im Bereich zwischen 6 und 10 Kilometern. Eine solche Tiefenverteilung kann darauf hindeuten, dass die seismische Aktivität durch aufsteigende Fluide entlang der Störung des Rifts ausgelöst wird. Alternativ kann sie aber auch durch rein tektonische Spannungsumlagerungen in der Riftzone erklärt werden.

Bei der nordöstlichen Riftzone („Dorsal NE“) markiert eine langgestreckte geologische Struktur, die sich vom Zentralbereich rund um den Pico del Teide nach Nordosten erstreckt. Es handelt sich um eine von drei Riftzonen, die tektonisch geschwächte Bereiche der Insel darstellen, in denen sich Magma bevorzugt bewegt und entlang derer in der Vergangenheit zahlreiche Eruptionen stattgefunden haben.
In dieser Region von Teneriffa haben wir im letzten Jahr bereits kleinere Erdbebenschwärme gesehen, noch bevor die Seismizität unter der Caldera „Los Cañadas“ selbst anzog. Dort wurden in der letzten Woche 290 Beben festgestellt.
Die zentrale offene Frage ist derzeit, ob die beobachtete Druckzunahme in der nordöstlichen Riftzone durch rein tektonische Prozesse verursacht wird oder ob tatsächlich neues Magma aus größeren Tiefen nach oben dringt. Im ersten Fall würde man eher mit einer vorübergehenden seismischen Episode rechnen, die ohne weitere Entwicklung abklingt. Im zweiten Fall könnten zusätzliche Anzeichen folgen, etwa Bodenhebung oder veränderte Gasemissionen, die auf eine fortschreitende magmatische Intrusion hinweisen.
Zusammengefasst handelt es sich um einen lokalisierten Erdbebenschwarm in der nordöstlichen Riftzone bei Arafo, in einem geologisch sensiblen Bereich des Vulkansystems von Teneriffa. Der Erdbebenschwarm passt in das Muster der Reaktivierung des magmatischen Systems, liefert aber keinen Hinweis auf einen unmittelbar bevorstehenden Vulkanausbruch.