Teneriffa: Zwischenbericht zur Erdbebenaktivität

Seismovulkanische Aktivität auf Teneriffa hält an – IGN veröffentlichte Zwischenbericht

Zwischen dem 11. und 13. April wurde auf der Insel Teneriffa erneut eine Phase seismovulkanischer Aktivität registriert. Nach Angaben des spanischen Nationalen Geographischen Instituts (IGN), das heute außer der Reihe der wöchentlichen Bulletins einen Zwischenbericht zur Aktivität veröffentlichte, traten die Ereignisse in zwei unterschiedlichen Bereichen der Insel auf: zunächst – wie berichtet – im Gebiet von Izaña (Arafo) und später westlich der Caldera von Las Cañadas del Teide.


Teide. © IGN

Am 11. April wurde rund um Izaña eine Serie schwacher Erdbeben festgestellt. Insgesamt registrierten die automatischen Systeme 16 Ereignisse, von denen 11 bei der Überprüfung durch einen Seismologen genau lokalisiert werden konnten. Die Magnituden lagen zwischen 1,0 und 1,9, die Tiefen zwischen 3 und 10 Kilometern. Es handelte sich um typische vulkanotektonische Beben, wie sie bereits in ähnlicher Form in dieser Region des Teide zwischen Mai und November 2025 beobachtet wurden.

In der Nacht auf den 13. April kam es dann zu einer weiteren Aktivitätsphase. Zwischen 0:10 und 0:30 Uhr wurden neben mehreren schwachen hybriden Erdbeben auch zwei Erdbeben mit langen Perioden (LP-Events) registriert. Insgesamt erkannte das automatische System 38 Ereignisse, von denen drei in Tiefen von etwa 12 bis 13 Kilometern im westlichen Bereich von Las Cañadas del Teide lokalisiert werden konnten. Die nicht lokalisierbaren Beben hatten zu geringe Magnituden für eine genaue Ortsbestimmung. Im Vergleich zu ähnlichen Signalen aus den Monaten Februar und März waren diese Ereignisse kürzer und weniger intensiv. Zudem zeigte die aktuelle Aktivität kein wiederkehrendes Muster, wie es bei früheren Schwärmen in diesem Jahr vorkam.

Keines der registrierten Ereignisse wurde von der Bevölkerung gespürt. Nach Einschätzung des IGN deutet diese Art von seismischer Aktivität nicht auf eine erhöhte Ausbruchsgefahr hin. Solche Kombinationen aus hybriden Erdbeben und LP-Signalen sind auf vulkanisch aktiven Inseln wie Teneriffa nicht ungewöhnlich und werden kontinuierlich überwacht.

Meiner Meinung nach sind solche Erdbeben zwar an sich nicht ungewöhnlich, doch wenn sie jahrzehntelang nicht oder selten auftraten und es dann zu einer Häufung kommt, weisen die Beben auf Änderungen im magmatischen System des Vulkans hin.