Titan-Ridge-Vulkan in der Bismarcksee bleibt aktiv

Submariner Vulkanausbruch des Titan-Ridge-Volcano in der Bismarcksee – schwimmender Bimsstein breitet sich aus

Der Unterwasservulkan Titan-Ridge-Volcano in der zu Papua-Neuguinea gehörenden Bismarcksee bleibt aktiv und sorgt auch an der Oberfläche für sichtbare Folgen. Neben hoch aufsteigenden Dampfwolken, die geringe Mengen Vulkanasche enthalten können, breitet sich zunehmend schwimmender Bimsstein aus. Dieser bildet große schwimmende Inseln beziehungsweise Flöße, die sich immer weiter vom Vulkan entfernen und zu einem Problem für die Schifffahrt werden könnten.

Bimsfloß in der Bismarcksee

Auf aktuellen Sentinel-Satellitenfotos des europäischen Copernicus-Dienstes sind diese schwimmenden Bimssteininseln gut zu erkennen. Die größte zusammenhängende Struktur befindet sich gut 40 Kilometer westlich des Eruptionsortes und bedeckt eine Fläche von mehr als 60 Quadratkilometern. Solch große Mengen an Bimsstein werden nur selten gefördert, auch wenn das Phänomen an sich nicht einzigartig ist und weitaus größere Dimensionen annhemen kann.

Die Bimssteinflöße stellen vor allem für kleinere Boote und Schiffe eine Gefahr dar: Segelschiffe oder Fischerboote könnten darin stecken bleiben, wie es bereits im Jahr 2012 in einem Bimssteinfloß des Havre Seamount geschah. Selbst das große Marineschiff HMNZS Canterbury berichtete damals von Schwierigkeiten, da der Bimsstein Pumpen verstopfte. In diesem Zusammenhang wurde der Begriff „steinerne See“ geprägt. Direkt nach der Eruption im Juli war der Bimsteppich etwa 400 Quadratmeter groß, doch im Laufe des folgenden Monats dehnte er sich auf rund 25.000 Quadratkilometer aus. Damit war die Expansion des Bimssteins noch nicht beendet: Die Fläche verzehnfachte sich später nochmals. Gleichzeitig nahm jedoch die Mächtigkeit der Bimsschicht ab, sodass sie schließlich nur noch als diffus beschrieben wurde.

Am Titan Ridge Volcano ist man von solchen Dimensionen zwar noch entfernt, doch die anhaltenden Dampfemissionen bis in eine Höhe von 3000 Metern sowie Wasserverfärbungen zeigen, dass der Ausbruch noch nicht beendet ist und weitere Bimssteine hervorbringen könnte.

Die NASA veröffentlichte inzwischen neue Satellitendaten zum Ausbruch: Der Vulkan wurde genauer lokalisiert. Dabei stellte sich heraus, dass er 16 Kilometer südöstlich der Stelle liegt, an der man bereits 1972 mithilfe akustischer Methoden einen Unterwasservulkanausbruch detektiert hatte. Der aktuelle Ausbruchsort befindet sich genau auf der Plattengrenze zwischen der Nord- und der Süd-Bismarckplatte. Am 12. Mai wurden Thermalsignaturen registriert, die sich über eine Fläche von sieben Quadratkilometern erstreckten und vermutlich von größeren Mengen heißer Bimssteine im Bereich des Schlots verursacht wurden.