Tonga: Starkes Erdbeben Mw 7, 5 in großer Tiefe

Starkes Erdbeben Mw 7,5 im Norden von Tonga – Keine Tsunamigefahr aufgrund großer Herdtiefe

Datum: 24.03.2026 | Zeit: 04:37:49 UTC | Koordinaten: -18.626 ; -175.505 | Tiefe: 215 km | Mw 7,5

Am 24. März 2026 ereignete sich im Norden des Inselstaates Tonga ein sehr starkes Erdbeben der Magnitude 7,5. Das Epizentrum lag 281 Kilometer nordnordwestlich der Hauptstadt Nukuʻalofa. Auffällig ist vor allem die Herdtiefe von 215 Kilometern, die verdeutlicht, dass es sich nicht um ein oberflächennahes, sondern um ein tiefes Erdbeben handelte, das sich an einem Stück subduzierter Erdkruste im Erdmantel abspielte. Aufgrund der Herdtiefe blieb ein Tsunami aus, doch trotzdem wurde das Beben in einem großen Umkreis deutlich verspürt.

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Tonga. © EMSC/Leaflet

Tiefe Mantelbeben entstehen für gewöhnlich ein Stück hinter den kontinentalen Nahtstellen in Subduktionszonen, wo eine ozeanische Platte bis in den Erdmantel abtaucht. In diesem Fall geschah das Ereignis entlang der Tonga-Kermadec-Subduktionszone, einer der aktivsten Plattengrenzen der Erde. Hier wird die Pazifische Platte mit außergewöhnlich hoher Geschwindigkeit unter die Indo-Australische Platte geschoben. Obwohl es in der Tiefe schon so heiß ist, dass es zu partiellen Schmelzen und der Bildung von Magma kommt, ist ein erheblicher Teil des subduzierten Materials noch in einem starren Zustand, so dass es infolge von Spannungsaufbau zu Gesteinsbruch kommen kann, so wie es aktuell wohl der Fall gewesen ist.

Die große Tiefe erklärt, warum ein so starkes Beben vergleichsweise geringe Auswirkungen an der Oberfläche haben kann. Während flache Erdbeben oft schwere Schäden verursachen und Tsunamis auslösen können, verlieren tiefere Erschütterungen auf dem Weg nach oben einen Teil ihrer Energie. Dennoch können sie über große Distanzen hinweg spürbar sein. Aktuell liegen Wahrnehmungsmeldungen aus über 1700 Kilometern Entfernung vor.

Das Beben reiht sich in eine Reihe anderer Erdbeben ein. Wie man auf der Shakemap des EMSC deutlich sehen kann, gab es in der Region im Wochenverlauf zahlreiche Erdbeben. Der aktuelle Erdstoß verursachte auch drei Nachbeben der Magnituden 4,6 bis 5,2. Erst gestern ereignete sich weiter nördlich ein Starkbebenschwarm.

Die Vulkane entlang der vulkanischen Inselbögen des Südpazifiks könnten auf die Erschütterungen reagieren. In der Nähe des Epizentrums liegen z.B. die Vulkane Home-Reef und Hunga Tonga-Hunga Ha’apai.