Tornados kosteten in Michigan 4 Menschenleben – frühes Extremwetter wirft Fragen auf
Mehrere Tornados haben am Freitag (6. März) im US-Bundesstaat Michigan große Schäden verursacht, mindestens 4 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Besonders hart traf es die Kleinstadt Three Rivers. Viral gehende Videos dokumentierten die Katastrophe und zeigen, wie der Wirbelsturm über den Parkplatz eines Einkaufszentrums zieht, Trümmer durch die Luft wirbelt und Fahrzeuge beschädigt. Teile eines Gebäudedachs wurden abgerissen, während Menschen in Geschäften Schutz suchten. Besonders betroffen war der Südwesten der Stadt.
Der Tornado entstand am Nachmittag aus einer kräftigen Gewitterzelle. Der Rüssel des Tornados berührte mehrfach den Boden, was aus einem Wirbelwind einen Tornado macht. Die US-Wetterbehörde hatte bereits gegen 15 Uhr eine Tornadowarnung für Teile der Landkreise St. Joseph und Cass ausgegeben.
Die größten Schäden erlitt ein Baumarkt, dessen Dach teilweise abgedeckt wurde. Berichte über Verletzte und zerstörte Gebäude gingen auch aus umliegenden Orten ein. In der gesamten Region wurden mehrere Tornados gemeldet, die zusammen mindestens vier Todesopfer und zahlreiche Verletzte forderten.
Meteorologen führen das Ereignis auf eine typische, aber zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich starke Frühjahrs-Wetterkonstellation zurück: Warmfeuchte Luftmassen aus dem Golf von Mexiko trafen auf kalte Luftmassen aus dem Norden. Diese starken Temperaturunterschiede fördern die Bildung rotierender Gewitterzellen, sogenannter Superzellen, aus denen Tornados entstehen können.
Zusätzlich verstärkte ein kräftiger Jetstream in der Höhe die Windscherung – also die Veränderung von Windrichtung und -geschwindigkeit mit der Höhe. Diese Bedingungen gelten als entscheidender Faktor für die Entwicklung besonders intensiver Tornados.
Hat die Tornadosaison in den USA bereits begonnen?
Tatsächlich beginnt die Tornadosaison in den USA meist im Frühjahr und erreicht ihren Höhepunkt zwischen April und Juni. März gilt meteorologisch als Übergangsmonat, in dem die Zahl der Tornados im Vergleich zum Winter deutlich zunimmt.
Dennoch bleibt ein solches Ereignis in Michigan relativ selten. Der Bundesstaat verzeichnet im Durchschnitt nur etwa 15 Tornados pro Jahr und liegt damit weit unter den besonders gefährdeten Regionen der sogenannten „Tornado Alley“.
Dennoch zeigt der Tornado von Three Rivers, wie unerwartet Tornados auftreten können und dass selbst Regionen außerhalb der klassischen Tornadogebiete zunehmend von extremen Wetterlagen betroffen sein können.