Vietnam: Starkregen setzt Ho-Chi-Minh-Stadt unter Wasser

Nach Gluthitze folgt die Sintflut: Gewitter und Überschwemmungen in Vietnam nehmen zu

Weite Teile Vietnams leiden unter einer Hitzewelle mit Temperaturen um 40 Grad, die von einer Dürre während der nun ausgehenden Trockenzeit begleitet wird. Aktuell kippt das Wetter, und es kommt zu Gewittern mit Starkregen, der in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, bereits Überflutungen verursachte. In sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen überflutete Straßen, die zum Teil wadentief unter Wasser stehen, wodurch es zu Verkehrsbehinderungen kam. 

In den vergangenen Tagen kam es am Nachmittag und Abend mehrmals zu starken Schauern und Gewittern. In mehreren Stadtteilen der Millionenmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt sowie in umliegenden Gemeinden wurden Niederschlagsmengen zwischen 20 und 70 Millimetern gemessen. Örtlich wurden diese Niederschlagsmengen deutlich übertroffen. Für die marode Kanalisation war das zu viel, und so kam es, besonders in tiefer gelegenen Stadtgebieten, zu Überflutungen, die den Verkehr beeinträchtigten und den Alltag vieler Menschen erschwerten.

Meteorologen warnen zudem vor Begleiterscheinungen des Gewitters wie Blitzschlag, Sturmböen und vereinzelt auch Hagel. Die Regenfälle könnten innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen freisetzen und Straßen in überschwemmte Verkehrsadern verwandeln. Solche Szenen sind während der Regenzeit in Saigon keine Seltenheit und sorgen regelmäßig für Einschränkungen.

Noch dramatischer gestaltet sich die Lage im Norden und in den nordzentralen Regionen des Landes. Dort werden nach Tagen extremer Hitze großflächige Regenmengen von 80 bis 160 Millimetern erwartet. In einzelnen Gebieten könnten innerhalb weniger Tage sogar mehr als 300 Millimeter Niederschlag fallen. Wetterdienste warnen vor Sturzfluten und schweren Überschwemmungen in Städten und ländlichen Regionen. Zudem könnten die Regenfälle Erdrutsche auslösen.

Als Ursache gilt das Zusammentreffen einer nach Süden vorstoßenden Kaltluftmasse mit der heißen und feuchten Luft, die sich während der Hitzewelle aufgebaut hat. Das vietnamesische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat die lokalen Behörden bereits angewiesen, Katastrophenschutzmaßnahmen zu verstärken. Dazu zählt, Stauseen zu kontrollieren und Evakuierungspläne zu aktualisieren. Für viele Regionen des Landes stehen damit unruhige und wetterintensive Tage bevor.