Vulkan Fuego in Guatemala bleibt aktiv – Ascheeruptionen, Explosionen und pyroklastische Ströme
Der guatemaltekische Vulkan Fuego setzt seine explosive Aktivität nicht nur fort, sondern hat sie in den letzten Tagen intensiviert. In der Nacht und den frühen Morgenstunden des 21. Juli 2026 dokumentierten Livecamaufnahmen Serien starker Explosionen, die den Gipfelbereich mit rotglühender Tephra eindeckten und Aschewolken erzeugten, die lauf VAAC Washington bis auf eine Höhe von 4900 m aufgestiegen sind. Die Explosionen erzeugten Schockwellen, die bis in die Ortschaften am Fuß des Vulkans wirkten und Fensterscheiben zum Klirren brachten. Ein Video zeigt, wie im Zuge einer starken Explosion ein pyroklastischer Dichtestrom entstand.

Dieser Dichtestrom wurde von einem Vulkanspotter gefilmt, der sich auf Beobachtungsposten am dem Fuego gegenüberliegenden Gipfel des Acatenango befand. Daten wurden nicht mitgeteilt, doch wahrscheinlich beschränkte sich die Ausbreitung des Dichtestroms auf den oberen Flankenbereich. Größere pyroklastische Ströme, wie sie bereits im Zuge von Paroxysmen entstanden sind, können im Extremfall Orte am Vulkanfuß erreichen. Kleinere Dichteströme entstehen infolge starker Explosionen, wenn größere Lavablöcke ausgestoßen werden, die auf den Kraterrand landen und fragmentiert werden. Dabei werden im Lavablock enthaltene heiße Gase freigesetzt, die nicht nur zur weiteren Fragmentierung des Blocks beitragen, sondern auch ein Gaskissen schaffen, auf dem Asche und Gesteinstrümmer hangabwärts gleiten.
Darüber hinaus bestätigen Beobachtungen des guatemaltekischen Vulkanologischen Dienstes INSIVUMEH sowie Satellitendaten des US-amerikanischen Vulkanasche-Warnzentrums Washington anhaltende Ascheeruptionen. Gestern erzeugten die Ausbrüche Aschewolken, die Höhen zwischen etwa 4.200 und 4.500 Metern über dem Meeresspiegel erreichten. Die Asche driftete zunächst in südöstliche Richtung und wurde über eine Entfernung von rund 25 Kilometern vom Vulkan beobachtet. Das VAAC Washington meldete Ascheemissionen, die sich bis in eine Entfernung von etwa 35 Kilometern vom Gipfel verfolgen ließen. Reste älterer Aschewolken waren sogar noch bis rund 130 Kilometer Entfernung auf Satellitenbildern sichtbar. Die Ausbreitung erfolgte überwiegend nach Südwesten mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h.
Durch die Aktivität kam es zu Ascheniederschlägen in mehreren Gemeinden am Fuß des Vulkans, darunter San Pedro Yepocapa sowie Panimache I und II, Morelia und Santa Sofía. Bewohner berichteten von kräftigen Explosionen, die mit Druckwellen und Geräuschen, vergleichbar mit einer vorbeifahrenden Lokomotive, einhergingen. Eine Videoaufnahme in sozialen Medien zeigt, wie eine besonders kräftige Explosion eine Kamera erschütterte und eine Stoßwelle auslöste.
Neben den explosiven Eruptionen wurden auch Schuttlawinen an den West-, Südwest- und Südhängen beobachtet. Dabei erreichten einzelne größere Blöcke die Vegetation am Vulkanhang.
Die Behörden warnen weiterhin davor, sich auf dem Grat zwischen Acatenango und dem Fuego aufzuhalten. Aufgrund möglicher ballistischer Auswürfe besteht dort akute Gefahr durch herabfallende Lavabrocken.