Aktivität am Mayon geht zurück – PHILVOLCS senkt Alarmstufe auf Level 2
Die Aktivität des philippinischen Vulkans Mayon hat in den vergangenen Tagen deutlich nachgelassen. Daher senkte die philippinische Vulkanüberwachungsbehörde heute – am 212. Tag der Eruption – die Alarmstufe von „3“ um eine Stufe auf „2“, was einer moderaten vulkanischen Unruhe entspricht. Die PHILVOLCS-Vulkanologen stellen in ihrem Bulletin aber klar, dass der Vulkan weiterhin aktiv ist und bisher nicht zu seinem Normalzustand zurückkehrte.

Der Rückgang der Aktivität begann nach einer Hochphase zwischen dem 11. und 18. Juli 2026. Seitdem ließ die Geschwindigkeit des Domwachstums nach und die zuvor durch das Wachstum ausgelösten Begleitphänomene wie die strombolianischen Ausbrüche, die Förderung der Lavaströme sowie durch Lavakollaps ausgelöste Steinschläge und pyroklastische Dichteströme gingen deutlich zurück. Die aktiven Lavaströme in den Schluchten Mi-isi, Bonga und Basud kamen zum Stillstand. Während der eruptiven Hauptphase erreichten sie maximale Längen von 2,7, 3,2 beziehungsweise 3,8 Kilometern vom Gipfelkrater entfernt.
Mit dem Erliegen der Magmazufuhr verringerte sich auch die Zahl der durch Lavakollaps verursachten Steinschlagereignisse drastisch. Während seit Beginn der Eruption am 6. Januar durchschnittlich 278 Ereignisse pro Tag registriert wurden, waren es seit dem 23. Juli nur noch etwa 12 pro Tag. Insgesamt summiert sich das ausgestoßene vulkanische Material, einschließlich Lava, Blockschutt und pyroklastischer Ablagerungen, auf rund 89 Millionen Kubikmeter.
Auch die seismische Aktivität zeigt einen deutlichen Rückgang. Die Zahl vulkanischer Erdbeben sank von durchschnittlich 57 Ereignissen pro Tag seit Beginn der Eruptionsphase auf etwa 13 Ereignisse pro Tag seit Ende Juli.
Die Entgasung bleibt allerdings erhöht. Der Schwefeldioxid-Ausstoß erreichte am 11. Juni mit durchschnittlich 13.128 Tonnen SO₂ pro Tag einen Rekordwert. Aktuell liegen die Werte weiterhin bei mehreren Tausend Tonnen täglich; am 4. August wurden 2.755 Tonnen pro Tag gemessen. Dies zeigt, dass weiterhin Magma im Untergrund vorhanden ist.
Die Bodenverformung gibt einen weiteren Hinweis darauf, dass der Mayon noch unter Druck steht. Zwar kam es seit Beginn der Eruption zu einer teilweisen Entspannung im Osten und Nordosten des Vulkans, insgesamt bleibt der Kegel aber gegenüber dem Normalzustand aufgebläht.
Die Beobachtungen sprechen für einen deutlichen Rückgang der Tätigkeit, aber nicht unbedingt für ihr Ende. Da sich offensichtlich noch Magma im flachen Speicher befindet, könnte sich die Eruption wieder verstärken oder nach einer Pause in einigen Wochen neu beginnen.
PHIVOLCS warnt deshalb weiterhin vor diversen Vulkangefahren. Die 6-Kilometer-Sperrzone um den Vulkan bleibt bestehen. Besonders gefährlich ist es im Bereich der Schluchten Mi-isi, Bonga und Basud. Auch der Flugverkehr soll den Gipfelbereich meiden, da plötzliche Ascheemissionen eine Gefahr für Flugzeuge darstellen können.