Popocatépetl stößt Vulkanasche bis auf 6400 m Höhe aus – nächtliche Rotglut gesichtet
Der Popocatépetl bleibt der aktivste Vulkan Mexikos und setzt seine seit Jahren anhaltende Eruptionsphase mit regelmäßigen Asche- und Gasemissionen fort. In den vergangenen 24 Stunden registrierte die für Erdbeben und Vulkane zuständige Behörde CENAPRED insgesamt 44 Asche-Dampf-Exhalationen. Am Vortag waren es 160. Die Exhalationen stoßen neben Wasserdampf und vulkanischen Gasen auch Asche aus. Zudem gab es Explosionen, bei denen höher aufsteigende Aschewolken eruptiert wurden. Die Vulkanwarnstufe bleibt unverändert auf Gelb, Phase 2.
Interessanterweise werden in den Mitteilungen von CENAPRED ausschließlich Exhalationen erwähnt, obwohl die mit den Berichten veröffentlichten Livecambilder eindeutig explosiv geförderte Aschewolken zeigen und diese auch von den Satelliten des Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) in Washington beobachtet werden. Nach Satellitendaten von GOES-19 wurde heute eine Aschewolke nachgewiesen, die sich südwestlich des Kraters ausbreitete. Die Eruptionswolke erreichte eine Höhe von 6.400 Metern über dem Meeresspiegel, was der Flughöhe 210 entspricht. Für den Flugverkehr wurden entsprechende Warnungen ausgegeben.
Die derzeitige Aktivität entspricht dem Verhalten, das der Popocatépetl seit vielen Jahren zeigt, wobei es in der ersten Jahreshälfte deutlich weniger VONA-Meldungen zu den Aschewolken gab als zuvor üblich. Ein Umstand, der sich in den letzten Wochen relativierte. Der Vulkan stößt wieder regelmäßig Asche und vulkanische Gase aus. Darüber hinaus zeigen Livecam-Aufnahmen rot illuminierte Wolken, was auf einen hohen Magmastand im Fördersystem hindeutet.
CENAPRED appelliert deshalb an die Bevölkerung, den Vulkan nicht zu besteigen und die bestehende Sperrzone mit einem Radius von 12 Kilometern strikt einzuhalten. Besonders der Kraterbereich darf keinesfalls betreten werden, da jederzeit Explosionen mit ballistisch ausgeworfenen Lavabrocken auftreten können. Zudem wird bei starken Niederschlägen vor dem Aufenthalt in Schluchten und Bachläufen gewarnt. Dort können sich durch die Vermischung von Vulkanasche mit Regenwasser gefährliche Schlamm- und Gerölllawinen (Lahare) bilden.
Der 5.426 Meter hohe Popocatépetl liegt rund 70 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt und zählt zu den am intensivsten überwachten Vulkanen der Erde. Aufgrund seiner Lage in relativer Nähe zur Hauptstadt wird der Vulkan genaustens überwacht.
Bemerkenswert ist, dass CENAPRED (Nationale Zentrum für Katastrophenprävention) auf seiner Website dazu aufruft, zum aktuellen Schulanfang in Mexiko mit Kindern Notfallmaßnahmen zu trainieren. Geübt werden soll u.a. das richtige Verhalten im Fall von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen, es sollen aber auch Maßnahmen für andere Notsituationen trainiert werden. Dazu zählt auch, sichere Schutzumgebungen und Evakuierungsrouten zu kennen. Was ich so in meinem Umfeld mitbekomme, sind viele Eltern bemüht, Kinder von den Realitäten des Lebens fernzuhalten, möglicherweise aus Angst, die Kinder könnten durch die bloße Erwähnung von Gefahren und Gewalt traumatisiert werden und schlaflose Nächte bekommen. Ich für mein Teil schlafe hingegen besser, wenn ich weiß, dass mein Sohn lernt, mit Krisensituationen umzugehen.
