Vulkanausbruch am Sakurajima hüllte Bucht von Kagoshima mit Vulkanasche ein – Sicht ging gegen Null
Der japanische Kirschinselblütenvulkan Sakurajima liegt auf Kyushu in der Bucht von Kagoshima und hüllte die gleichnamige Stadt in eine Aschewolke ein, die nicht nur starken Ascheniederschlag bedingte, sondern die Sicht auf nahezu Null reduzierte. Die verursachende Eruption manifestierte sich am Spätnachmittag des 8. August um 17:14 Uhr Ortszeit (08:14 UTC) und manifestierte sich am Gipfelkrater des Minamidake. Die Aschewolke stieg bis in eine Höhe von 3.400 m über dem Meeresspiegel auf und wurde vom Wind nach Westen verfrachtet.

Auf der Zahio-Livecam in Kagoshima ist sehr gut zu sehen gewesen, wie die Aschewolke meteorologische Wolken durchbrach und vom starken Wind über das Meer auf die Stadt zugetrieben wurde. Fallwinde drückten die Eruptionswolke zusätzlich Richtung Boden, wo sie die Menschen am Hafen von Sakurajima buchstäblich einhüllte und ihnen Sicht und Atem nahm. Wer schon einmal mit Vulkanascheniederschlag in Kontakt gekommen ist, weiß, wie unangenehm das sein kann: Die Asche findet ihren Weg unter die Kleidung und kriecht in jede Ritze. Ohne Kopfbedeckung hat man verloren. Der Straßenverkehr kann in solchen Situationen zum Erliegen kommen. Neben schlechter Sicht zu verursachen, macht Vulkansche die Straßen rutschig.
Um 18:33 Uhr Ortszeit meldeten der JMA eine weitere, etwa 900 Meter über den Kraterrand aufsteigende Eruptionswolke, ebenfalls mit einer Ausbreitung nach Westen. Damit setzte sich die anhaltende explosive Aktivität des Sakurajima fort. Erst am 7. August war eine Eruption am Minamidake registriert worden.
Besonders bemerkenswert ist auch die Entwicklung der vulkanischen Gasemissionen. Bei der jüngsten Messung am 4. August wurden gut 4.600 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag festgestellt. Damit hat sich der SO₂-Ausstoß gegenüber der Messung vom 13. Juli mit 2.200 Tonnen am Tag mehr als verdoppelt.
Während die Seisizität eher gering blieb, zeigen GNSS-Messungen weiter eine langsame Ausdehnung der Aira-Caldera. Sie gilt als Hinweis auf eine fortgesetzte Magmazufuhr beziehungsweise Druckzunahme in einem tiefer gelegenen Magmenreservoir unter der Caldera.
Die japanischen Behörden halten die Eruptionswarnstufe 3 mit Zugangsbeschränkungen aufrecht und warnen vor diversen Vulkangefahren.
