Shiveluch stößt Asche bis in 12 Kilometer Höhe auf und trifft auf starke Höhewinde im Vorfeld eines Zyklons
Der russische Vulkan Shiveluch eruptierte auf der russischen Halbinsel Kamtschatka erneut eine hoch aufsteigende Aschewolke. Satellitenaufnahmen registrierten am heutigen Tag eine anhaltende Ascheemission, nachdem gegen 09:20 UTC eine explosive Eruption begonnen hatte. Das VAAC Tokyo beobachtete, wie die Asche bis auf Flugfläche 390 (fast 12 Kilometer Höhe) aufstieg und mit einer enormen Geschwindigkeit von etwa 150 km/h ostwärts verfrachtet wurde.
Im Tagesverlauf hielt die Aktivität an. Um 14:20 UTC war die Aschewolke bereits mehrere Hundert Kilometer vom Vulkan entfernt und bewegte sich weiter in südöstlicher Richtung. Prognosen zufolge sollte sie bis auf Flugfläche 400 (etwa 12,2 Kilometer Höhe) ansteigen und noch im Laufe der Nacht die Datumsgrenze überqueren. Aufgrund der großräumigen Ausbreitung wurde die Überwachung der Aschewolke am Nachmittag vom VAAC Tokio an das VAAC Anchorage in Alaska übergeben, das für den Luftraum östlich der Datumsgrenze zuständig ist.
Dem nicht genug hält aktuell ein Zyklon auf Kamtschatka, der vom Ochotskischen Meer herkommend morgen auf Kamtschatka treffen wird. Neben starken Winden – die in der Höhe bereits jetzt wirken – werden starke Regenfälle erwartet, die zu Hochwasser entlang von Flussläufen führen könnten. Zudem ist in solchen Situationen die Lahar-Gefahr im Umfeld aktiver Vulkane erhöht. Flussläufe sind daher strikt zu meiden.
Bereits am 9. und 14. Juli erzeugte der Vulkan besonders starke Eruptionen, deren Asche bis auf etwa 11 Kilometer Höhe aufstieg. Am 16. Juli erreichte eine weitere Explosion immerhin noch rund 6,5 Kilometer Höhe. Satelliten erfassten während der gesamten Woche eine ausgeprägte thermische Anomalie am Dom. Die Aschewolken wurden in den letzten Wochen über Entfernungen von bis zu 2.200 Kilometern nach Südosten transportiert.
Der rund 3.283 Meter hohe Shiveluch liegt im Norden Kamtschatkas und besteht aus einem älteren Vulkangebäude sowie einem jüngeren, hochaktiven Lavadom. Seine Eruptionen verlaufen meist nach einem wiederkehrenden Muster: Zähflüssige Lava bildet einen Dom, der schließlich unter wachsendem Innendruck kollabiert oder explosionsartig aufreißt. Dabei entstehen hoch aufsteigende Aschewolken und gefährliche pyroklastische Ströme. Wegen der Nähe wichtiger transpazifischer Flugrouten gilt der Vulkan als eines der bedeutendsten Luftfahrtrisiken im Nordpazifik.