Eruptionen am Anak Krakatau pausieren – Vulkanasche beeinträchtigt weiterhin den Flugverkehr
Am Vulkan Anak Krakatau im indonesischen Sundastrait hat sich die eruptive Aktivität deutlich abgeschwächt. Nachdem der Vulkan in den vergangenen Tagen starke explosive Eruptionen erzeugt hatte, in deren Folge Vulkanasche bis in 15 Kilometern Höhe aufgestiegen war, wurden am heutigen 7. September bislang keine neuen Ausbrüche registriert. Die seismische Aktivität bleibt allerdings erhöht, sodass von einer vollständigen Entspannung der Lage noch keine Rede sein kann. Das Gleiche gilt für die Situation an 8 Flughäfen der Region, die zum Teil weiterhin gesperrt bleiben, wodurch auch zahlreiche deutsche Urlauber am Ferienende festsitzen. Insgesamt sind mindestens 170.000 Passagiere betroffen.

Nach Angaben des indonesischen Vulkanologischen Dienstes wurden am 6. September insgesamt drei seismische Eruptionssignale aufgezeichnet. Die stärkste Eruption ereignete sich um 20:23 Uhr Ortszeit und erreichte eine maximale Amplitude von 58 Millimetern bei einer Dauer von 44 Sekunden. Bereits zuvor waren um 03:53 und 07:10 Uhr Eruptionen registriert worden. Daneben wurden zahlreiche weitere seismische Signale aufgezeichnet: 93 niederfrequente Erdbeben und 98 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben zeugen von anhaltenden Magmenbewegungen im Untergrund, ein Trend, der sich auch heute fortsetzt. Hinzu kamen neun Signale starker Entgasungen, ein flaches vulkanisches Beben und vier Episoden kontinuierlichen Tremors.
Die Eruptionen waren teilweise von Aschewolken begleitet, die allerdings nicht für die enormen Aschemengen verantwortlich sind, die immer noch in der Atmosphäre nachweisbar sind und von der eruptiven Hauptphase stammen. Nach dem aktuellen Vulkanaschebericht des VAAC Darwin befand sich am Morgen des 7. September noch eine ausgedehnte Aschewolke über der Region. Ein Teil der älteren Asche wurde in große Höhen verfrachtet und befindet sich noch in etwa 15 Kilometern Höhe. Diese hochreichende Aschewolke hatte sich bereits vom Vulkan gelöst und bewegte sich mit dem Wind nach Südwesten.
Gleichzeitig wurde weiterhin Vulkanasche in gut 4,5 Kilometer Höhe (FL 150) beobachtet. Dabei handelt es sich sowohl um Asche der jüngsten Eruptionen als auch um Reste der enormen Aschewolke von Freitag und Samstag. Die Asche wurde ebenfalls nach Südwesten verfrachtet und kann damit weiterhin den Flugverkehr beeinträchtigen.
Die Aschewolken wirken sich weiterhin auf den Luftverkehr aus. Wegen der Vulkanasche wurden zeitweise acht Flughäfen geschlossen, darunter wichtige Verkehrsflughäfen im Großraum Jakarta sowie in Banten, Westjava und Lampung. Inzwischen wurde ein Teil der Sperrungen wieder aufgehoben, mehrere Airports bleiben jedoch vorsorglich geschlossen. Besonders betroffen ist der Großraum Jakarta mit dem internationalen Flughafen Soekarno-Hatta und dem Flughafen Halim Perdanakusuma. Die Sperrungen werden abhängig von der Entwicklung der Aschewolken fortlaufend überprüft. Unter den feststeckenden Urlaubern gehören auch einige Mitglieder unseres Vulkanvereins, mit denen ich in Kontakt stehe und die mich mit Insitu-Eindrücken versorgen. Aus weiter entfernten Regionen Indonesiens gelangen sie nicht einmal mehr bis in den Großraum Jakarta.
Für Besucher gilt weiterhin eine Sperrzone von drei Kilometern um den aktiven Krater. Trotz der starken Explosionen wurde der Alarmcode des Vulkans nicht angehoben. Dieser steht weiterhin auf „3“ bzw. „Orange“.